Wochengottesdienste - 24. Sonntag nach Trinitatis
Am Sonntagabend wie am Samstagabend kann mit einen Luzernar begonnen werden.
Gepriesen seist du, Gott, ewige Güte, /
Grund alles Lebens, König der Welt, /
+ du Herr aller Mächte und Gewalten.
Du gibst uns nicht preis einer Welt, in der Finsternis, Hass und Vernichtung regieren /
+ sondern machst uns in Christus deines Sieges gewiss.
Sind unsre Tage auch voll von Verwirrung, Unrecht und Angst ,/
du führst uns hin zu deinem Ziel /
+ und stehst uns bei durch deine guten Mächte.
Schon jetzt leuchtet deine Vollendung auf: /
Nicht Tränen noch Tod, nicht Leid noch Geschrei. /
+ Du sagst: Ich mache alle neu.
Du selbst willst uns ewig das Licht sein. /
+ Ehre sei dir, Gott, du Anfang und Ende, du Ziel und Beginn. T 191.17
Dem Psalm kann der Wochenspruch vorausgehen.
24. Sonntag nach Trinitatis - Der Überwinder des Todes
Mit Freuden sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat
zu dem Erbteil der Heiligen im Licht. Kol 1,12
Eröffnung + Gott, gedenke mein nach deiner Gnade....
Herr, erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und den Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.
Psalm 39 - HERR, lehre doch mich, / dass es ein Ende mit mir haben muss (EG.E 53)
oder Psalm 39 – HERR, lass mich wissen mein Ende (T 770)
Jesaja 51,9-16 Ich, ich bin euer Tröster! Wer bist du denn, dass du dich vor Menschen fürchtest
1.Korinther 9,16-23 Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette
Markus 1,21-28. Eine neue Lehre in Vollmacht! Er gebietet auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm! ?
[ Respons Gelobt sei der Name des Herren - EG Wü 779.4
Betrachtung Eberhard Jüngel (1934-2021) Theologieprofessor (ev.) in Tübingen
Warum ich Christ bin? Der Gott, der keine andere Allmacht kennt als allein die Liebe, der kommt mir nahe. Der kommt mir näher, als ich mir selber nahe zu sein vermag – so sehr, dass ich nun nicht mehr mir selbst der Nächste sein kann, sondern aus Freiheit „ein dienstbarer Knecht aller Dinge“ und in der Liebe „jedermann untertan“ zu sein wenigstens immer wieder versuchen will. – Denn mein Gott ist eben nicht allein mein Gott, der unser himmlischer Vater, der auf Erden jeden Menschen zu Dienst an der Freiheit des anderen lockt. Statt zu befehlen, statt in Marsch zu setzen, lockt und bittet er uns auf den allerdings stets gefährlichen, durch Höhen und Tiefen, vielleicht aber auch nur – noch gefährlicher! – durch langweiliges Flachland führenden Weg, den der Eine, Jesus Christus, auf seinem Weg vom Stall zum Kreuz uns allen gebahnt hat: den Weg des Vertrauens in die befreiende Macht der Liebe, die uns menschlich macht und immer noch menschlicher werden lässt. Und wenn ich unterwegs stolpere, falle, dann bist du bei mir, mein Herr und Gott! Weil ich mich von dir habe locken lassen, deshalb .. in: W. Jens (Hg), Warum ich Christ bin, 1979, S. 214 f
[ Stille ] Lied O gläubig Herz gebenedei – EG 318 in Auswahl
[ Canticum Magnificat - Christus, unsern Heiland - EG Wü 781.6
oder Christus ist das Ebenbild - EG Wü 765
Fürbitten Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde. Du hast gesagt: Es werde Licht, und es ward Licht. Dein Wort ist Fleisch geworden: Jesus, der Menschensohn, das Licht in der Finsternis. Wir bitten dich: Gib uns seinen Geist, dass wir dein Wort hören und das Licht sehen. Wir rufen - R: Erhöre uns, Gott.
Lass es hell werden, in uns und in aller Welt. Wo Angst quält, wecke Hoffnung; wo Trauer lähmt, wecke Freude; wo Hass herrscht, wecke gewinnende Güte, auch durch uns. Wir rufen - R: Erhöre uns, Gott.
Wir vereinen uns mit allen, die heute zusammenkommen, um dich anzurufen und deine Nähe zu feiern. Sei auch denen nahe, die dich nicht suchen und nicht nach deinem Willen fragen. Gehe ihnen nach in deiner Liebe und rufe sie auf den Weg zum Leben. Wir rufen -
R: Erhöre uns, Gott. - ES 185
Vaterunser
Segen Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. 2.Kor 13,13
Montag
Eröffnung + Gott, gedenke mein nach deiner Gnade....
Psalm 71 - HERR, ich traue auf dich (EG.E.67)
oder Psalm 68 B – Gott, als du auszogst vor deinem Volk (T 651)
Lukas 7,11-16 Jesus sprach: Jüngling, ich sage dir, steh auf! Und der Tote richtete sich auf
[ Respons Weise mir, Herr, deinen Weg - EG Wü 779.3
Betrachtung Gabriele Miller (1923-2010) Religionspädagogin (kath.) in Rottenberg/N.
... hier wie auch an anderen Stellen der Evangelien wird eigens gesagt, dass Jesus den leidenden Menschen „sieht“, sein Blick fällt nicht nur rein zufällig, notgedrungen auf die Frau. Er sieht sie und hat Mitleid. Darf schon das Wort „sehen“ nicht einfach überlesen werden, so steht in dem kleinen Satz noch ein anderes Wort, das besonderes Gewicht hat... Man muss immer hellhörig werden, wenn mitten im Text Jesus ganz selbstverständlich „der Herr“ genannt wird. Hier kommt die Hoheit des Handelnden zum Ausdruck. Und der Befehl an den jungen Mann: „Ich sage dir. Steh auf!“ sagt ganz deutlich: Der hier handelt, erweckt aus eigener Vollmacht. Und siehe da. Das Erbarmen des handelnden „Herrn“ bringt den Toten zum leben – sichtbar (er richtet sich auf) und hörbar (er beginnt zu sprechen)! – Die Wirkung ist überwältigend. Nicht nur die Trauergemeinde, auch alle, die mit unterwegs sind, werden von Furcht ergriffen, sie sprechen ein doppeltes Bekenntnis aus: Gott hat einen „großen Propheten“ entstehen lassen und: Gott hat sich „seines Volkes angenommen“. Der Lobpreis verbreitet sich im ganzen Land. in: A.Seeberger, Anteil am Erbe der Heiligen, 1995, S. 249
[ Stille ] Lied Jesu, meine Zuversicht – EG 526 in Auswahl
[ Canticum Magnificat - Christus, unsern Heiland - EG Wü 781.6
oder Seligpreisungen - EG Wü 760
Fürbitten Komm Heiliger Geist Gottes. Bring Leben und Fülle. Wirke mit der Kraft deines Wesens, dass auch in uns die Erneuerung der Kirche begonnen wird. Führe uns zu tieferem Begreifen. Wir rufen zu dir- R: Kyrie eleison.
Wirke in der Welt durch Ströme deiner Gerechtigkeit. Schenke den Armen Wasser des Lebens. Lass aufbrechen die Freiheit für die Unterdrückten. Wir rufen zu dir -
R: Kyrie eleison.
Wirke mit der Flamme deiner verändernden Macht und erneuere die ganze Schöpfung. Entzünde in unseren Herzen das Feuer deiner Liebe. Lass ausströmen die Wärme deiner heilenden Kraft. Wir rufen zu dir - R: Kyrie eleison.
Vaterunser
Segen Gott segne uns unsere Seele und unseren Leib. Gott segne uns unseren Glauben, unser Herz und unser Reden. Gott segne uns die Fähigkeiten unserer Hände, heute und alle Tage. IrS 11.2.
Dienstag
Eröffnung + Gott, gedenke mein nach deiner Gnade.....
Psalm 39 - HERR, lehre doch mich, / dass es ein Ende mit mir haben muss (EG.E 53)
oder Psalm 39 – HERR, lass mich wissen mein Ende (T 770)
Lukas 12,(1-3)4-7 Fürchtet euch nicht! Ihr seid kostbarer als viele Sperlinge.
[ Respons Ich suche dich, Herr - EG Wü 780.5
Betrachtung Odda-Gebine Holze-Stäblein (* 1942) Landessuperintendentin (ev.) in Aurich
Die Predigt des Evangeliums wird nicht nur offene Ohren finden. Sie wird auf Widerstand stoßen, und der wird sich gegen die Boten richten. Der aussende Christus stellt die Boten unter seinen Schutz: „Fürchtet euch nicht...“ – Zugleich steckt in Vers 28 eine Zurecht-Weisung im wortwörtlichen Sinn: Gott ernst nehmen, heißt die Menschen nicht mehr fürchten. Denn sein leidenschaftlicher Wille, in dieser Welt zum Zuge zu kommen, steht über allem. Er ist in Leben und Tod die unentrinnbare letztgültige Instanz... Aber daraus erwächst zugleich großer Trost: Wieviel mehr wird der, dem weder ein Sperling noch das Haar auf dem Kopf gleichgültig sind, für die sorgen, die er selbst in seinen Dienst ruft und aussendet! Schön zu sehen, wie im Unterschied zu Vers 28, wo Gott nicht mit Namen genannt wird – man könnte auch an den Teufel denken! – Vers 29 von „eurem Vater“ spricht. Es wäre gut, wenn es gelänge, in diesem Ton zu predigen. – Freilich: Können die Boten mehr sein als schwache Zeugen und Zeuginnen? Welche Last liegt auf ihnen! Da verheißt ihnen der aussende Jesus – und das ist ja der erhöhte Herr! -, dass er ihr Fürsprecher von Gott sein wird. Keine Großartigkeit, kein Heldentum ist verlangt. „Sich vor der Welt auf die Seite Jesu stellen.“ (Gottfried Voigt), darum geht es. Im letzten Ernst der Rechenschaft wird dies die Boten retten und entlasten. in: GDP, Reihe III, Bd. 3, 1993, S. 111
[ Stille ] Lied Ach wie flüchtig, ach wie nichtig – EG 528 in Auswahl
[ Canticum Magnificat - Christus, unsern Heiland - EG Wü 781.6
oder Ist Gott für uns -EG Wü 763
Fürbitten Herr, du sendest uns in den Kampf. Du kennst unsere Schwachheit. Du weißt, wie leicht wir verzagen in den Versuchungen und Schrecknissen des Lebens. Dich rufen wir an -
R: Kyrie eleison.
Hilf uns, einander beizustehen mit Geduld und wacher Liebe. Sei du unsere Kraft, mache fest unseren Sinn. In deinem Frieden lass unser Herz still werden und Klarheit finden. Dich rufen wir an - R: Kyrie eleison.
Gedenke der Angefochtenen, Verwirrten und Irrenden. Bringe sie zurecht durch deine Güte. lass auch über denen, die dich nicht kennen, das Licht deiner Wahrheit aufgehen, dass sie umkehren und in dir Frieden finden. Dich rufen wir an - R: Kyrie eleison.
Wir bitten dich für alle, die deiner Hilfe bedürfen in Trübsal, Armut und Krankheit, in Gefahren und Versuchungen, in der Gefangenschaft der Sünde und in der letzten Not: Lass deine heiligen Engel mit ihnen sein und errette sie durch deine Barmherzigkeit. Dich rufen wir an - R: Kyrie eleison.- GT 66
Vaterunser
Segen Die tiefe Liebe Gottes sei mit uns; der weite Friede Christi erfülle das All; die überströmende Freude des Heiligen Geistes belebe die Menschheit. CBD 61
Mittwoch
Eröffnung + Gott, gedenke mein nach deiner Gnade....
Psalm 80 - Du Hirte Israels, höre, (EG.E 71)
oder Psalm 48 – Groß ist der HERR und hoch zu rühmen (T 653)
Lukas 20,27-39 Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden; denn ihm leben sie alle
[ Respons Fest wie der Himmel steht dein Wort - EG Wü 780.6
Betrachtung Helga Kaiser (* 1971) Diplom-Theologin (kath.) in Stuttgart
Die Sadduzäer stellen Jesus hier eine Falle, in der er sich zum Thema „Auferstehung der Toten“ outen soll. Die Sadduzäer als konservative Theologen hielten eine Auferstehung der Toten für absurd – davon steht ja auch nichts in der Tora, die allein gilt! – und wollen Jesus hier lächerlich machen als einen, der diese in ihren Augen falsche Auffassung vertritt. Die Hoffnung auf eine Auferstehung der Toten war im 1. Jahrhundert in manchen Kreisen, etwa bei den Pharisäern und auch in der Jesus-Gruppe, anerkannt. Der Fall, den die Sadduzäer konstruieren, geht auf die alte Bestimmung der sogenannten „Leviratsehe“ bzw. Bruder- pflicht zurück, Lev 18 und 20: ... Der Gott, von dem Jesus spricht, der lässt die Toten auferstehen. Und in dieser geistigen Welt in Gottes Gegenwart ist so etwas wie „heiraten“ und die Erbfolge mit einem Nachkommen aufrecht zu erhalten, nicht mehr wichtig, weil dort nicht gestorben wird. Es werden eben gerade nicht die irdischen Gesetzmäßigkeiten ins Jenseits verlängert. Dort gilt anderes. Engel – als Geistwesen Boten Gottes – waren in frühjüdischem Denken für manche Gruppen präsent (nicht für die Sadduzäer) als unsterbliche Wesen nah bei Gott. Gott ist ein Gott der Lebenden – und zwar nicht nur hier im irdischen Leben, sondern er wird auch Leben schenken im und nach dem Tod im irdischen Leben. Als Beweis dafür führt Jesus ein in heutiger Sicht vielleicht nicht ganz verständliches Argument an, aber in den Argumentationsregeln des 1. Jahrhunderts eine raffinierte Wendung: Dem Mose, dem Garant der Tora im Judentum, stellt sich Gott als Gott der Urväter im Glauben vor, als Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Wenn sie tot wären, wie könnte er dann noch ihr Gott (im Präsens) sein? Wenn sie aber leben: Wieso sollten die anderen Verstorbenen nicht leben, deren Gott derselbe war und ist?... Es geht im Evangelium darum, dass hochnäsige, adelige und fein gekleidete Gelehrte es verpassen, das Leben in Gott zu erkennen und Gottes Lebens-, Erlösungs- und Auferweckungs- willen auch für alle schwächeren, weniger bemittelten und weniger schriftgelehrten Menschen anzuerkennen.
in: Katholisches Bibelwerk Stuttgart, Lesung zum 32. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C
[ Stille ] Lied Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod überwand – EG 102,1-3
Canticum - Magnificat - Christus, unsern Heiland - EG Wü 781.6
oder Im Anfang war das Wort - EG Wü 783
Fürbitten Lasst uns beten zu Gott, dessen Reich wir erwarten, dass seine Zukunft uns aufrichte, seine Versöhnung uns ermutige, sein Friede uns bewahre - rufen wir ihn miteinander an: R: Kyrie eleison
Lasst uns beten für die Völker unsrer Erde: dass sie sich nicht in Hass und Angst, Überheblichkeit und Habsucht verrennen; dass sie aufhören, gegeneinander Krieg zu führen; und endlich Friede werde, wo immer Menschen wohnen - rufen wir zu Gott:
R: Kyrie eleison
Lasst uns beten für alle, die Christi Namen tragen: dass sie damit beginnen, Neid und Missgunst, Stolz und Streit aus ihrem Leben zu verbannen; dass sie zu ihrem Teil Raum schaffen für Wahrheit, für Gerechtigkeit und Güte; dass sie jene Bereitschaft zum Frieden stärken, die unsere Welt nötig hat - rufen wir zu Gott:R: Kyrie eleison
Lasst uns beten für die Kirchen, zu denen wir gehören; dass sie sich nicht verschanzen hinter falschen Sicherheiten und nicht festklammern an dem, was vergänglich ist; und dass wir in ihnen lernen, auch für unsere Zeit die Zeichen zu entdecken für das unaufhörliche Kommen des Reiches Gottes - rufen wir zu Gott: R: Kyrie eleison
Lasst uns beten für uns selbst: dass wir nicht müde werden in den Auseinandersetzungen unserer Tage; dass wir nicht resignieren, wenn unserem Bemühen um Versöhnung nur wenig Erfolg beschieden ist; dass wir nicht zweifeln, wo Gott uns fern zu sein scheint; dass wir nicht versucht werden, unser Vertrauen fortzuwerfen, sondern zuversichtlich Gottes Reich - in uns und um uns - den Platz bereiten - rufen wir zu Gott: R: Kyrie eleison - Kumbaya 353
Vaterunser
Segen Es erfülle uns der Friede des Vaters der Freude. Es schenke uns der Friede Christi Hoffnung und Zuversicht. Es bewahre uns der Friede des Geistes in der Gnade Gottes. Sinf
Donnerstag
Eröffnung + Gott, gedenke mein nach deiner Gnade....
Psalm 39 - HERR, lehre doch mich, / dass es ein Ende mit mir haben muss (EG.E 53)
der Psalm 39 – HERR, lass mich wissen mein Ende (T 770)
2.Korinther 2,12-17 wir sind für Gott ein Wohlgeruch Christi unter denen, die gerettet werden
[ Respons Herr, dein Wort ist meines Fußes Leuchte - EG Wü 781.3
Betrachtung Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) Pfarrer (ev.) und Theologiedozent in Berlin
Es gibt gewiss einen dummen, feigen Optimismus, der verpönt werden muss. Aber den Optimismus als Willen zur Zukunft soll niemand verächtlich machen, auch wenn er hundertmal irrt; es ist die Gesundheit des Lebens, die der Kranke nicht anstecken soll. Es gibt Menschen, die es für unfromm halten, auf eine bessere irdische Zukunft zu hoffen, und sich auf sie vorzubereiten. Sie glauben an das Chaos, die Unordnung, die Katastrophe, als des gegenwärtigen Geschehens und entziehen sich in Resignation oder frommer Weltflucht der Verantwortung für das Weiterleben, für den neuen Aufbau, für die kommenden Geschlechter. Mag sein, dass der Jüngste Tag morgen anbricht, dann wollen wir gern die Arbeit für eine bessere Zukunft aus der Hand legen, vorher aber nicht.
D. Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung, München/Gütersloh 1994
[ Stille ] Lied (morgens) Preis, Lob und Dank sei Gott dem Herren – EG 245,1-5
(abends) Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen – EG 266,1-5
[ Canticum Magnificat - Christus, unsern Heiland - EG Wü 781.6
oder Christus erniedrigte sich selbst - EG Wü 764
Fürbitten. Halten wir an im Gebet, dass wir miteinander den Segen von Gott erbitten -
R: Kyrie eleison.
Dass der ganze Tag vollkommen sei, heilig, in Frieden und ohne Schuld - lasst uns von Gott erbitten - R: Kyrie eleison.
Einen Boten des Friedens, einen treuen Geleiter, einen Wächter für Seele und Leib - lasst uns von Gott erbitten - R: Kyrie eleison..
Vergebung aller unserer Versäumnisse und unserer Verfehlungen - lasst uns von Gott erbitten - R: Kyrie eleison.
Alles, was gut ist und schön und heilsam für unser Leben und für den Frieden in der Welt lasst uns von Gott erbitten - R: Kyrie eleison.
Dass wir die Tage, die uns noch geschenkt werden, in Frieden und Hinwendung zu Gott aus-füllen können - lasst uns von Gott erbitten - R: Kyrie eleison.
Dass wir unser Leben auch in Frieden vollenden und ohne Schmerz und ohne Schande und dass wir auch vor dem Richtstuhl Christi bestehen mögen - lasst uns von Gott erbitten -
R: Kyrie eleison. - My I 368
Vaterunser
Segen Der Gott der Geduld und des Trostes gebe uns, dass wir einträchtig gesinnt seien untereinander, Christus Jesus gemäß. Röm 15,5
Freitag
Eröffnung + Gott, gedenke mein nach deiner Gnade....
Psalm 80 - Du Hirte Israels, höre, / der du Josef hütest wie Schafe! (EG.E 71)
oder Psalm 48 – Groß ist der HERR und hoch zu rühmen (T 653)
Matthäus 27,62-66 damit nicht seine Jünger kommen und ihn stehlen und zum Volk sagen: Er ist auferstanden von den Toten,
[ Respons In deine Hände, Herre Gott - EG Wü 782.7
Ernst Lange (1924-1974) Pfarrer (ev.) und Theologieprofessor in Berlin
Jesus war gestorben. Sie hatten ihn von Kreuz genommen und ihn in ein Grab gelegt, ehe die Nacht kam. Und die Nacht, die hereinbrach über sein Grab, war die schlimmste Nacht, und der Tag, der ihr folgte, der schlimmste Tag der Menschheitsgeschichte, die ja nicht arm ist an schlimmen Nächten und Tagen. – Denn der Weg Jesu, das ist der Aufstand / der Liebe gegen die Angst, / der Aufstand der Hoffnung gegen die Verzweiflung, / der Aufstand des Lebens gegen den Tod. / - Eine schreckliche Nacht und einen schrecklichen Tag bleibt die Frage, ob dieser Aufstand, in dem es für uns um Leben und Tod geht, womöglich scheitert, weil er in Gott den Bundesgenossen nicht findet, auf den er gezählt hat. Eine schreckliche Nacht und einen schrecklichen Tag lang war es, als nähme Gott die Herausforderung des Glaubens nicht an und als wäre mit Jesus die Hoffnung der Menschen begraben für alle Zeit.
Gebet: Du Gekreuzigter, du bist der Anfänger und der Vollender unseres Glaubens. Wir danken dir und der Treue des Vaters, wenn der schreckliche Tag nach Karfreitag für uns der Tag vor stern ist, nicht ein Tag der Verzweiflung, sondern getroster Hoffnung auf dich. Gehorsam sterbend forderst du Gottes Treue und Gottes Erbarmen für uns alle heraus, und in deiner Berufung zum Leben, sind wir alle erhört.
in: W. Brinkel, Dem Leben auf der Spur, Gütersloh 1996, 25., 26. 3
[ Stille ] Lied Nun gehören unsre Herzen – EG 93,1-4
[ Canticum - Magnificat: Christus, unsern Heiland - EG Wü 781.6
oder. Fürwahr, er trug unsere Krankheit - EG Wü 759
Fürbitten Herr Jesus Christus, du hast den Sündern Freiheit geschenkt und denen, die im Schatten des Todes gefangen saßen, das ewige Leben gebracht. Wir loben deine Hingabe für das Leben der Welt und beten an deine göttliche Liebe. Wir rufen zu dir - R: Kyrie eleison.
Gib uns die Gnade, das Geheimnis deines Kreuzes zu erkennen. Lass uns im Glauben gestärkt, in der Hoffnung ermutigt, in der Liebe entzündet, in der Geduld ermuntert und im Gehorsam willig und beständig werden. Wir rufen zu dir - R: Kyrie eleison.
Lass uns der Sünde absterben. Hilf uns, dir zu dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit. Stehe uns bei, dass wir an unserem letzten Ende uns deines Todes getrösten und durch deine Kraft zur Auferstehung gelangen. Wir rufen zu dir - R: Kyrie eleison.- ES 273
Vaterunser
Segen Das ewige Licht scheine in unseren Herzen, die ewige Güte befreie uns vom Bösen, die ewige Kraft sei unsere Stütze für diesen Tag und alle Tage. IrS 8.7.
Samstag
Eröffnung + Gott, gedenke mein nach deiner Gnade....
Psalm 39 - HERR, lehre doch mich, / dass es ein Ende mit mir haben muss (EG.E 53)
oder Psalm 39 – HERR, lass mich wissen mein Ende (T 770)
Offenbarung 19,11-16 Und er war angetan mit einem Gewand, das in Blut getaucht war, und sein Name ist: Das Wort Gottes.
Ulrich Wilkens (1928-1921) Theologieprofessor (ev,) und Bischof in Lübeck
Rom, die größte, mächtigste und reichste Stadt der Erde ereilt eine entsetzliche Katastrophe als Folge ihrer Sünden... Das Anliegen dieses schrecklichen Bildes ist dies: Keine Macht auf Erden kann sich ungestraft vermessen, Religion und Glauben auszurotten und an die Stelle der letzten Bindung des Gewissens an Gott letzten Gehorsam gegenüber ihr selbst zu fordern und durchzusetzen. Letztlich gehört diese Erde Gott zum Guten des Menschen, nicht den Menschen zu Sklaverei und Verderben ... Was zuvor [Kap. 18] im Blick auf das letzte Gottesgericht beschrieben worden ist, findet hier seine Zusammenfassung. Der wiederkommende Christus erscheint als Feldherr an der Spitze eines Engelheeres und überwältigt seine Widersacher, den Antichrist mit seinen irdischen Heeren. Sie werden für immer zunichte. Die ewige Endzeit gehört Gott und denen, die zu ihm und seinem Messias gehören. U. Wilkens, Das Neue Testament, Hamburg / Köln / Zürich, 1977, S. 917, 920
[ Stille ] Lied Mitten wir im Leben sind – EG 518,1-3
Fürbitten Du Gott in Fülle. Durch deinen Heiligen Geist hast du alles lebendig gemacht, was lebt. Und in der Kirche Christi hast du uns durch deinen Geist mit neuem Leben beschenkt. Wir preisen dich für die wunderbaren Gaben, mit denen du dein Volk gesegnet hast. Wir rufen dich an - R: Kyrie eleison.
Besonders danken wir dir (heute)
o für alle, die dein Wort predigen und Gottesdienste leiten,
o für alle, die über die Einheit deiner Kirche wachen,
o für alle, die unterrichten, was klug und wahr ist,
o für alle, die sich der Musik und der Kunst widmen,
o für alle, die für die Notleidenden sorgen und die Alleingelassenen besuchen,
o für alle, die sich den Kindern zuwenden oder in anderer Weise den Menschen dienen.
Wir rufen dich an - R: Kyrie eleison.
Du Gott der Gnade. Durch deinen Heiligen Geist hast du uns in Anspruch genommen, dein Volk in dieser Welt zu sein. So soll deine Liebe sichtbar werden. Wir bitten dich für die, denen wir im Namen Christi dienen möchten. Wir rufen dich an - R: Kyrie eleison.
Besonders bitten wir (heute)
o für alle, die arm und hungrig, krank und ohne Wohnung sind,
o für alle, deren Nationen in Streit und Krieg zerrissen werden,
o für alle, die unterdrückt werden und fliehen müssen,
o für alle, die von Bildung und Wissen ausgeschlossen werden,
o für alle Aufgegebenen, Ausgestoßenen und Isolierten,
o für alle, die eine Regierungsverantwortung als Last tragen müssen,
o für alle, die verfolgt werden, weil sie ihrem Glauben treu bleiben,
o für alle, die unsern Dienst im Namen Christi brauchen.
Wir rufen dich an - R: Kyrie eleison.- DP 316
Vaterunser
Segen Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist gebe uns seine Gnade: Schutz und Schirm vor allem Bösen, Stärke und Hilfe zu allem Guten, dass wir bewahrt werden zum ewigen Leben. Konf 73