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Wochengottesdienste in der Woche nach Invokavit


Eröffnung: Herr, bleibe bei uns (EG Wü 781.1)


Lichtentzündung  - von einer hereingetragenen Kerze aus


Lied: Christe, du bist der helle Tag (EG 469,1.2.4.5)


[ Benediktion über dem Licht (a)

Der Herr sei mit euch                             G: und mit deinem Geist

Lasst uns danksagen und Gott preisen   G: Das ist würdig und recht.

Gepriesen seist du, Gott, ewige Güte /

Grund alles Lebens, König der Welt, /

+ Du Hirte deines ganzen Volkes.

Wie du einst Israel durch Wolken- und Feuersäule geleitet hast /

so führst du auch uns durch diese vierzig Tage der Buße /

+ dass wir Wüste erfahren als Zeit der Prüfung und Umkehr.

Suchend als Pilger, mit Beten und Fasten /

öffne uns die Augen für deine Gegenwart im Elend der Welt, /

+ dass wir den verborgenen Glanz deines Erbarmens finden.

Sei mit uns auf dem Weg, jetzt und alle Tage; /

denn ohne dich würden wir zugrunde gehn, /

+ du aber willst, dass niemand verloren sei.

Dir allein gebührt Anbetung und Ruhm /

durch Christus, der als Licht zum Tag uns vorangeht /

+ zu jeder Zeit und in alle Ewigkeit. (T 190.11) ]


Psalmgebet

So Spruch Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.
Psalm 91 - Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt ((€ 79 /  T 507)
Mo   Psalm 31 A - H
ERR, auf dich traue ich, /  (€ 45 // 15 T 501)

Di.      Psalm 91 - Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt (€ 79 / T 507)

Mi.      Psalm 143  - HERR, erhöre mein Gebet, (€ 110 // 93 T 503)

Do Psalm 91 - Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt (€ 79 / 507)
Fr Psalm 130  - Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir. (€ 106 // 31 B T 505)

Sa Psalm 91 - Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt (€ 79 / T 507)


Lesung 

So 1.Mose 3,1-19 - Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Hebr 4,14-16 - einen Hohenpriester, versucht worden wie wir, doch ohne Sünde.  Mats 4,1-11  - Jesus in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. 

Mo.    Jak 1,1-6(7-11)12.13 Gott kann nicht versucht werden und er selbst versucht niemand 

Di.      Hiob 1,1-22 - Hiob, fromm und rechtschaffen, gottesfürchtig und mied das Böse. 

Mi 1.Kor 10,9-13 - Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, 

Do Jak 4,1-10 - Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

Fr Hebr 2,11-18 da er selber versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden. 

Sa       2.Thess 3,1-5 - Der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen. 


Betrachtung 

So Wilhelm Stählin (1883-1975), Bischof (ev) in Oldenburg
Frühere Geschlechter haben die Geschichte vom Sündenfall dahin missverstanden, dass auf dem Grund dieser Versuchung eine sinnliche Begierde gelauert habe, die Verlockung durch die schöne Frucht oder die Begierde nach dem anderen Geschlecht... Luther hat recht gese-hen, wenn er nicht in der concupiscentia, der Begehrlichkeit, sondern in der superbia, der Maßlosigkeit, die alle Grenze überspringen will, das Wesen der Ur-Sünde erkannt hat. Der Mensch will nicht mehr „unter Gott“ sein, sondern er will selbst „sein wie Gott“ als der sou-veräne Herr und Gott dieser Welt, vor allem als sein eigener Herr. ... Nun ist die Einheit mit Gott verloren, und der Mensch muss sich vor dem Anruf Gottes verstecken... Die Angst, die ihn fortan begleitet, ist die Frucht und das Symptom dieser verlorenen Einheit. Der Mensch kann auch mit sich selbst nicht mehr in selbstverständlicher Einheit leben. Die biblische Ge-schichte drückt das damit aus, dass der Mensch sich seiner Nacktheit schämt.... Es gibt keine Rück- kehr in das verlorene Paradies; so wenig wie die Heilung der Kranken einfach die Wiederherstellung der zerstörten Gesundheit ist. Sondern es ist etwas Neues, was uns im Evangelium angeboten wird, nicht die Rückkehr in einen paradiesischen Urstand vor dem Sündenfall, sondern die Neubegründung eines Kindesverhältnisses zu Gott.
W. Stählin, Das Angebot der Freiheit, Stuttgart 1970, S. 163 f

Mo Herbert Haag (1915-2001), Theologieprofessor (kath) in Luzern 

Wenn wir meinten, Jesus sei in seinem Erdenleben ohne Anfechtung geblieben, dann hätten wir die Evangelien schlecht gelesen. Zweimal berichten sie uns ausdrücklich, dass über ihn die Versuchung kam, alles aufzugeben. Das erste Mal zu Beginn seines öffentlichen Wirkens, nach seinem Fasten in der Wüste, als der Versucher (Mr 4,3) an ihn herantrat und dreimal ansetzte, um ihn zum Ungehorsam und Abfall vom Vater zu bringen (Mt 4,1-11, Lk 4,1-13). Das zweite Mal geschah es im Garten Gethsemane vor seinem Leiden, als die Versuchung über ihn kam, dem Kreuz auszuweichen. ... dass es hier um Versuchung geht, erkennen wir aus der Mahnung, die Jesus an die schlafenden Jünger richtet: „Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung kommt“ (Mk 24,38 und par). ... Ohne die mannhafte Überwindung dieser Versuchung hätte Jesus nicht zum Ostersieg gelangen können. So wurde zuerst an ihm das Wort wahr, das wir im Jakobusbrief lesen: »Selig ist, wer Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben..« (1,12). Bei diesen Versuchungen Jesu (geht es), um die völlige Abkehr vom Wege, die gänzliche Absage an Gott. Das ist die Versuchung schlechthin. Ihr zu erliegen ist das größte Unheil, das einem Menschen widerfahren kann. Jesus weiß, wie fürch-terlich diese Versuchung ist. Darum lässt er uns beten, das der Vater uns davor bewahre. Das ist gemeint mit der Vaterunser-Bitte: »Führe uns nicht in Versuchung“. 

H. Haag, Wenn ihr betet . . . , Zürich 1968, S. 55


Di Jo Krummacher (1946-2008), Theologe (ev) und Politiker in Stuttgart
Manchmal möchte man sich zurückwünschen in eine Zeit, in der Orientierung so einfach war und es über Gut und Böse keinen Zweifel gab. Gut ist der Gerechte, Gottesfürchtige, Un-schuldige, Demütige, Gehorsame, Fromme, Wahrhaftige, Bescheidene; er wird darum seinen Lohn haben – zeitlich und in Ewigkeit. Böse ist der Gottlose, Freche, Hochmütige, Lügner, Ungehorsame, Gierige, Selbstsüchtige, Schädliche, Ungerechte und Betrüger, ihn wird die gerechte Strafe auf den Fuß folgen, spätestens, wenn Gott die Herzen prüft... Diese stringente Verknüpfung von Tun und Ergehen... nach diesem Muster verfährt die Weisheitslehre... Nicht umsonst ist das Hiob-Buch in den alttestamentlichen Kanon aufgenommen worden; es dokumentiert, wie das einfache Schema von der Entsprechung des Tuns mit dem späteren Ergehen in die Krise geraten ist. Auch der Fromme kann leiden und der Gottlose hochbetagt und lebenssatt in den Tod gehen.
J. Krummmacher in: Ch. Krause, Worte mit Flügeln, Stuttgart 1994, S. 106 f

Mi Heinz-Dieter Knigge, Theologiedozent (ev) in Göttingen 

Versuchung – es geht um Einsamkeit und Wüste, um Selbstentfremdung und um das In-die-Irre-Laufen des Menschen. Es geht um menschliche Hybris und um menschliche Verzweif-lung, um die Not der Gottlosigkeit und die Abwesenheit von Hoffnung und Sinn, um Hoch-mut und um stolze Selbstgerechtigkeit oder auch einfach: um Gleichgültigkeit. In alle dem geht es um die Möglichkeit des Menschen, zu Gott nein zu sagen. - Gott selbst führt den Menschen in Versuchung, denn er verzichtet darauf, seine Liebe durchsetzen zu wollen... Er handelt wie der Vater im Gleichnis, der seinen Sohn das Erbe auszahlt, das ihm erlaubt fort-zugehen, sich abzuwenden, nein zu sagen. Im Gegensatz zu uns hat Gott Zeit. Im Gegensatz zu uns kann Gott auf uns warten. – Versuchung, die andere, die dunkle Seite Gottes, die an-dere, die verborgene Seite seiner Liebe? Der Glaube kann’s so sehen: Die göttliche Liebe, die freigibt und loslässt, es erträgt, dass der andere falsche und dunkle Wege geht, ist für den, dem sie gilt, verborgen. Ihm ist anderes wichtiger. Und doch lässt diese Liebe sich nicht ent-mutigen. Sie wartet auf Umkehr und Rückkehr, auf das Ja nach dem Nein. Nicht Angst führt zu der Bitte um Bewahrung vor der Versuchung, sondern das Vertrauen darauf, dass immer ein Weg zurückführt.
H.D. Knigge in: H. Nitschke (Hg), Worte zum Tage, Gütersloh 1973, 7.8.

Do Gerhard Ebeling (1912-2001), Theologieprofessor (ev) in Zürich 

Um nichts anderes geht es letztlich in der Versuchung: um die Selbstbehauptung im Unglau-ben, die die Verleugnung Gottes ist. Der Unglaube ist die tiefste Wurzel unserer Unglaub-würdigkeit. Und die Verzweiflung, in der Gott selbst als das erfahren wird, was unglaubwür-dig ist und vollends in den Unglauben treibt, ist die äußerste Tiefe der Anfechtung. - »Führe uns nicht in Versuchung« - das ist also der Ruf aus der Tiefe, die nicht vom Verzweifelnden erfundene, sondern ihm vorgesprochene, ihm eingegebene Bitte: Tritt uns, o Gott, nicht so entge- gen, dass unser Unglaube dadurch gestraft wird, dass selbst du uns zur Quelle des Unglaubens wirst. Werde uns zur Quelle des Glaubens. Wir sind zwar in Versuchung und bleiben in Versuchung, so lange wir leben. Aber die Versuchung wird erst dann mächtig in ihrer tödlichen Kraft, als Macht der Hoffnungslosigkeit, wenn selbst du, Gott, uns verlässt und eben dadurch in die äußerste Tiefe der Anfechtung führst.
G. Ebeling in: H. Nitschke (Hg), Worte zum Tage, Gütersloh 1973, 8.8.


Fr Karl Rahner (1904 -1984), Jesuit, Theologieprofessor (kath) in Innsbruck
Alles, was ER angenommen hat, ist erlöst, weil es so Gottes Leben und Gottes Schicksal selber geworden ist. Er hat den Tod angenommen, also muss dieser mehr sein als der Unter-gang in leere Sinnlosigkeit. Er hat es angenommen, ver- lassen zu sein; also muss die ersti-ckende Einsamkeit noch die Verheißung seli- ger Nähe Gottes in sich bergen. Er hat die Er-folglosigkeit angenommen; also kann der Untergang ein Sieg sein. Er hat die Gottesverlas-senheit angenommen, also ist Gott nahe auch dort, wo wir uns von ihm verlassen meinen. Er hat alles angenommen; also ist alles erlöst. 

K.Rahner, Schriften zur Theologie VII, Einsiedeln 1966, S. 138 f 


Sa John Henry Kardinal Newman (1801-1890) (kath) in England 

Gebet: Ich kann mich selber nicht wandeln. Das weiß ich nur zu gut. Du allein, Herr und Gott, kannst mich wandeln. Du allein kannst mir Wünsche, Neigun- gen, Grundsätze, Einsichten, Strebungen geben, die zu einer Wandlung gehören. Ich aber muss die Willigkeit haben, mich wandeln zu lassen. - Willigkeit, den allmächtigen Gott an meiner Wandlung arbeiten zu lassen. Übergabe, vorbehaltlose, unbedingte Opferung. - Ich sage nicht: „Ich will dir folgen, wohin du gehst“; denn ich bin schwach. Aber ich gebe mich dir, dass du mich wohin immer führst. Ich will dir folgen im Dunkel und bitte nur um Kraft für den Tag.
J. Newman in:A. Scherer (Hg) Ostern entgegengehen, Freiburg/B. 1982, S. 23

[Stille]


Lied 

So   Ein feste Burg ist unser Gott - EG 362 

Mo Ach bleib mit deiner Gnade - EG 347 in Auswahl

Di Agios o Theos – Heiliger Herre Gott – EG 185.4

Mi Jesus, hilf siegen, du Fürste des Lebens – EG 373,1-3.6

Do morgens Wach auf, mein Herz und singe – EG 446 in Auswahl
abends   Bleib bei mir Herr! Der Abend bricht herein – EG 488,1-5

Fr Dass Jesus siegt – EG 375,1-4 

Sa Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du für uns gestorben bist – EG 79  


Canticum 

Kehrvers: Lob dir Christus, König und Erlöser. (Gotteslob 175.5)

Christushymnus:  Christus Jesus, der in göttlicher Gestalt war (EG Wü 764)

oder

Leitvers:  Seid unter euch gesinnt, wie Christus Jesus auch war. 

Christushymnus - Er, der in Gottes Gestalt war (T 513 / EG.Wü 764)


Fürbitten
Sonntag

Gott, du führst die Tage herauf aus dem Dunkel der Nacht und erleuchtest alle Welt. Wie die ganze Schöpfung sich ausstreckt nach Licht, um von den Strahlen der irdischen Sonne zu leben, so durchdringe auch unser Leben mit deinem Licht. Dich rufen wir an -
 R: Kyrie eleison.
Besiege durch Christus, dein ewiges Licht, alle Finsternis unserer Seelen. Lass uns leben in deinem Licht. Lass uns wandeln als Kinder des Tages. Dich rufen wir an -
R: Kyrie eleison.
Segne diesen Tag durch deine Gegenwart. Öffne uns Herz und Lippen, dass wir dein Wort vernehmen und deine Ehre verkünden. Sei mit allen, die sich in deinem Namen versammeln. Erleuchte uns und lass deine Kraft in uns mächtig werden. Stärke deine Gemeinde in ihrem Dienst. Dich rufen wir an -
R: Kyrie eleison. G 99 


Montag
Wenn du erscheinst in deinem Sohne, Gott, inmitten unsrer Schwachheit, unsrer Wüsten, bewahre uns - vor dem Geprüftsein, dich zu verkennen im Weg Jesu; vor der Anfechtung, dir nicht zu vertrauen bei allem, was geschieht; vor der Ge- fahr, dich zu verleugnen mit unsren Wünschen, unsren Worten, unsrem Tun. Bewahre uns vor Versuchung und dem Zweifel an dir, Gott - wir rufen dich an: 

R: Kyrie eleison 

Wo von dir geredet wird als Belanglosigkeit; wo dein Name in Anspruch genommen wird für Unterdrückung und Hass; wo du verwechselt wirst mit dem eigenen Vorteil - bewahre uns vor Versuchung und dem Zweifel an dir, Gott - wir rufen dich an: 

R: Kyrie eleison 

Wo nichts zu spüren ist vom kommenden Reich, wo wir untergehen im täglichen Einerlei; wo unsre Hoffnungen zu zerbrechen drohen - bewahre uns vor Versuchung und dem Zweifel an dir, Gott - wir rufen dich an: 

R: Kyrie eleison 

Wo unbekannt bleibt, was dein Wille ist; wo uns zuwider wird, was du mit uns vorhast, wo uns Trauer und Schmerz überwältigen wollen - bewahre uns vor Versuchung und dem Zweifel an dir, Gott - wir rufen dich an: 

R: Kyrie eleison 

Wo Menschen in Sorge leben müssen für den kommenden Tag; wo eigenes Versagen uns gefangen nimmt; wo wir erlittenes Unrecht nicht verzeihen können - bewahre uns vor Versuchung und dem Zweifel an dir, Gott - wir rufen dich an: 

R: Kyrie eleison  RB
 
Dienstag
Dir können wir es sagen, Gott, unser Vater, wenn wir Angst haben; wenn wir voller Fragen sind und keine Antwort wissen; wenn wir in Schwierigkeiten stecken und keine Lösung finden. Wir rufen -
R: Kyrie eleison.
Im Vertrauen auf deinen Sohn bitten wir dich: Nimm uns die Angst, gib uns ein ruhiges Herz und klare Gedanken. In deiner Kraft können wir reden und handeln; in deinem Frieden sind wir geborgen mitten im Kampf. Wir rufen -
R: Kyrie eleison.
Sei nahe allen, die Angst haben; Angst vor den anderen, Angst vor sich selbst, Angst vor dem Leben und Angst vor dem Sterben, Angst - wer weiß, wovor. Lass sie Frieden finden in dir. Wir rufen -
R: Kyrie eleison. ES 208
 
Mittwoch
Gott, die ganze Welt wird von dir bewahrt. Du führst sie durch die Zeiten. Dein Licht scheint, um die Völker auf den Weg zu Christus zu führen. Wir sind fröhlich darüber, dass in ihm deine große Liebe zu aller Welt erschienen ist. Wir rufen dich an -
R: Kyrie eleison.
Besonders danken wir (heute)
o für die weltweite Gemeinschaft unter den Christen,
o für den Grund der Einheit der Kirche in Christus,
o für die Verkündigung deines Wortes bis an alle Enden der Erde,
o für allen Dienst der Liebe und für alles angenommene Leiden,
o für jede Gelegenheit, deine Liebe mit unserem Leben zu bezeugen.
Wir rufen dich an –
R: Kyrie eleison.
Gott, du ewige Weisheit. Dein strahlendes Licht zog einst die Weisen an und ließ sie finden, was sie suchten. Im Licht deiner Wahrheit lernen auch wir Klarheit und Demut. Erleuchte unsere Herzen, dass wir Not um uns erkennen und in rechter Art auf sie eingehen. Wir rufen dich an -
R: Kyrie eleison.
Besonders bitten wir (heute)
o für die Regierungen und Verwaltungen in allen Völkern,
o für Vereinigungen, Räte und Konferenzen, die der Versöhnung dienen,
o für alle, die für Recht und Wahrheit einstehen,
o für alle, die verarmt sind, ausgenutzt oder entmündigt werden, dass sie Beistand finden,
o für alle, die in der weltweiten Mission predigen, lehren, heilen und helfen.
Wir rufen dich an -
R: Kyrie eleison. DP 301
 

Donnerstag
Wir preisen dich, Gott, für deine Wunder und Geheimnisse und deine Offenbarung in Chris-tus. Er ist den Seinen das Brot des Lebens. Er ist der lebendige Weinstock. Sein Licht siegt über alle Finsternis. Seine Wahrheit endet allen Wahn. Seine Liebe befreit von aller Furcht. Wir danken für deine Nähe und rufen dich an -
R: Dein Reich komme.
Wir bitten dich: Vollende deine Offenbarung. Mache uns zu Erben deines Reiches. Füge zu neuer Gemeinschaft, was unter uns zerrissen ist, heile was krank ist. Füge uns zusammen zu dem heiligen Bau deiner Kirche; mache sie zur Stätte des Friedens, zum Haus der Gnade, bei uns und in aller Welt. Wir danken für deine Nähe und rufen dich an -
R: Dein Reich komme.
Schaffe den Verlorenen Rettung, den Gebundenen Freiheit, den bedrängten Herzen Heilung und Frieden. Gib uns für die Brüder und Schwestern offene Augen und Hände, willig zum Helfen. Stärke in uns den Geist der Kindschaft, dass wir alles von dir erwarten und dir die Ehre geben. Wir danken für deine Nähe und rufen dich an -
R: Dein Reich komme. G 76 


 
Freitag 

Gott, nicht immer ist es leicht, zu erkennen, was gut ist. Und manchmal wird es schwer, zu wählen und bei dem zu bleiben, was zum Heil führt. Hilf, dass wir nicht Versuchungen erliegen, die uns aus deiner Nähe in die Irre führen. Wir rufen dich an: 

R: Kyrie eleison 

So beten wir für uns und für alle, die das Leben lieben und bewahren möchten, dass du uns selbst bewahrst in deiner Liebe und stärkst in allen Gefahren. 

R: Kyrie eleison 

Besonders beten wir heute für alle, die bestimmen und regieren; für alle, die forschen und planen; für alle, die richten; für alle, die helfen und heilen; für alle, die lehren und erziehen. 

R: Kyrie eleison  

Bewahre sie, Gott, dass sie nicht ungeduldig werden; dass sie nicht selbstherrlich Entschei-dungen treffen; dass sie sich nicht gefangen nehmen lassen von eigenen Idealen, sondern fragen, wie sie den anderen gerecht werden. 

R: Kyrie eleison 

Wir beten für jene, die Hunger haben und von Angst oder Sorgen getrieben werden; für jene, die krank sind und einsam und für die Sterbenden; lass sie geborgen sein bei dir. 

R: Kyrie eleison 

Und wir beten für deine Kirche in aller Welt, dass sie erhalten werde in Demut. So geschehe dein Wille. 

R: Kyrie eleison  M 51 


Samstag

Ewiger, unser Gott. Du hast uns zu Fremdlingen gemacht in dieser Welt. Lass uns unruhig sein über unser geringes Werk und die Größe deines Befehls, über die verrinnende Zeit und jede verlorene Stunde. Auf dich hoffen wir und rufen -
R: Dein Reich komme.
 Lass uns unruhig sein, dass wir so zögerlich sind und ungeschickt zum Gehorsam. Lass uns unruhig sein und dein Gericht erwarten in jedem Augenblick. Lass uns unruhig sein und in der Unruhe Glauben halten. Auf dich hoffen wir und rufen -
R: Dein Reich komme.
Lass uns vorwärts schreiten im Verlangen nach dem Anbruch deiner Herrschaft. Wir danken dir, dass unser Werk endet und dein Werk beginnt. Auf dich hoffen wir und rufen -
R: Dein Reich komme.
(Wir bitten dich für die Entschlafenen: Vollende dein Werk an ihnen in Ewigkeit.) Wir bitten dich für die Sterbenden: Sei ihnen nahe und stärke sie in der Kraft deiner Auferstehung. Auf dich hoffen wir und rufen -
R: Dein Reich komme.
Lass uns allezeit bereit sein, unser Leben dir zurückzugeben; und wenn unser Ende kommt, sende uns deine heiligen Engel, dass sie uns in Frieden geleiten zu deiner ewigen Herrlich-keit. Auf dich hoffen wir und rufen -
R: Dein Reich komme. GT 93 


Vaterunser 


Segen
Gnade sei mit uns und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt. Offb 1,4 

oder

Möge Gott, der Ewige, uns seinen Weg weisen. Möge Jesus Christus uns immer begleiten. Möge der Heilige Geist uns ans Ziel bringen, heute und alle Tage bis in Ewigkeit.   Sinf 


Quellen und Hinweise


Soweit nicht anders angegeben sind Bibelverse wörtlich zitiert aus: Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung – revidiert 2017, © 2017, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

a Das Luzernar ist passend  für den Vorabend und Abend des Sonntags

Ergänzungsheft zum EG (Leipzig 2018)

E Evangelisches Gottesdienstbuch (UEK/EVELKD) Bielefeld/Leipzig 2020, 

EG Evangelisches Gesangbuch - Stammausgabe, 

EG Wü  Evangelisches Gesangbuch - Ausgabe Württemberg, 

DP Daily Pryer (Presbyterian)Philadelphia 1967, S.

ES Hofhansel/Naglatzki, Evangelisches Stundengebet, Hannover 1995, S.

G Ameln / Ritter / Thomas,(Hg) Gebet der Tageszeiten, Kassel 1924, S.

M Michael Meyer, Nachdenkliche Gebete, Göttingen 1988, S.

T Evangelisches Tagzeitenbuch, Göttingen 2020, Nr.

T&S   Common Worship (Church of England), Times and Seasons, London 2006