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Wochengottesdienste in der Woche nach Estomihi


Eröffnung: Herr, bleibe bei uns (EG Wü 781.1)


Lichtentzündung  - von einer hereingetragenen Kerze aus


Lied: Hinunter ist der Sonne Schein  (EG 467,1-4)


[ Benediktion über dem Licht (a)

Der Herr sei mit euch                             G: und mit deinem Geist

Lasst uns danksagen und Gott preisen   G: Das ist würdig und recht.

Gepriesen seist du, Gott, ewige Güte, /

Grund alles Lebens, König der Welt, /

+ du, ohne Anfang und ohne Ende.

Durch Christus hast du das All geschaffen und bewahrst es; /

den Tag hast du uns gegeben für die Werke des Lichts /

+ und die Nacht zur Erfrischung von Seele und Leib.

Voll Liebe bist du, Gott, Ursprung alles Guten; /

+ nimm unser Abendlob in Gnaden an.

Wie du uns durch die Woche und diesen Tag geführt /

und zum Beginn des Abends gebracht hast, /

+ so bewahre uns auch jetzt in Christus.

Gewähre uns abendlichen Frieden,  /

eine ruhige Nacht, in dir geborgen, /

+ und am Ende geleite uns zum ewigen Leben.

Dir bringen wir durch Christus im Heiligen Geist /

alle Ehre, Verherrlichung und Anbetung /

+ jetzt und auf immer und ewig. (T 190.1). ]


Psalmgebet

So Spruch Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. 

Psalm 36 -  HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist (€51 / T 494)
Mo Psalm 31A - HERR, auf dich traue ich (€ 45 // 44 A 486)
Di Psalm 30  - Lobsinget dem HERRN, ihr seine Heiligen (€ 44 // 31 A T 494)

Lesung

So Am 5,21-24 - Es ströme aber das Recht wie Wasser 

         1.Kor 13,1-13 - Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete ...

          Mark 8,31-38 - Will mir jemand nachfolgen, der nehme sein Kreuz auf sich 

Mo Luk 13,31-35- es geht nicht an, dass ein Prophet umkomme außerhalb von Jerusalem

Di Luk 5,33-39 - neuen Wein soll man in neue Schläuche füllen 


Antwortgesang: Weise mir, Herr, deinen Weg  (EG Wü 779.3 )


Betrachtung 

So Sören Kierkegard (1813-1855) Theologe (ev)  in Kopenhagen
Wie sollte man von der Liebe recht reden können, wenn man dich vergisst, du Gott der Liebe, von dem alle Liebe ist im Himmel und auf Erden. Dich, der nicht kargte, sondern alles in Liebe hingab, dich, der die Liebe ist, so dass der Liebende, was er ist, nur dadurch ist, dass er in dir ist. Wie sollte man recht von der Liebe reden können, wenn man dich vergäße: dich, der offenbarte, was Liebe ist, dich unsern Heiland und Versöhner, der sich selbst hingab, um alle zu erlösen! Wie sollte man recht von der Liebe reden können, wenn man dich vergäße, du Geist der Liebe; der nicht von seinem Eigenen nimmt, sondern an jenes Opfer der Liebe erinnert, der den Glaubenden erinnert zu lieben, wie er geliebt ist, und seinen Nächsten wie sich selbst. 

S. Kierkegaard in: Dirnbeck, Laienbrevier Bd.2, Düsseldorf 1990, S.214

 Mo Reinhard Brandhorst (*1942) Pfarrer (ev) in Stuttgart
Jerusalem: das ist mehr als ein Stadt unter den großen Städten dieser Welt; das ist ein Ort, wo Menschen Entscheidendes erwartet haben für sich, für ihr Leben, ihren Glauben; wie viele sind dort hinaufgezogen, um Gott nahe zu kommen. - Jerusalem: dort, wo vor urdenklichen Zeiten Melchisedek, der Priester und König dem Abraham entgegenkam, ihm Brot und Wein zum Zeichen des Friedens bot und ihn segnete. - Jerusalem: einst von David erobert, auserse-hen, der heiligen Lade aus der Wüstenzeit endgültige Ruhestätte zu sein, von Gott erwählt, um da „mit seiner Ehre zu wohnen“. - Jerusalem: zu der immer wieder Propheten gesandt wurden, um falschen Herrschern und einem untreuen Volk eindring- lich Gottes Willen vor-zulegen, doch was hatte es geholfen ? – Jerusalem: fern in Babylon Anhalt und Hoffnung, unter Tränen gesungen: „Vergesse ich
dein ...“ und dann konnte man heimkehren. – Jerusa-lem: dieser Name hat den Klang von Frieden und Segen, von Herrlichem, von Weisheit, Größe und Gerechtigkeit, von Hoffnung, Erwartung und Heil. Auch Jesus zieht mit seinen Jün-gern nach Jerusalem hinauf: es soll vollendet werden, was in der Geschichte Gottes mit dieser Stadt angelegt ist, was sich in der „Schrift“, dem Ausdruck von Gottes Willen längst andeutet. Nur - Jesus sieht diesen seinen Weg – aller menschlichen Erwartung entgegen - im Leiden sich vollenden: Verwerfung und Tod durch die Ältesten von Gottes Volk, seine Hohenpriester und die Gelehrten der Schrift. Sollte Gott das wirklich gemeint haben?
(neu)
 


Di Gerhard Begrich (* 1946), Theologe in Magdeburg
Adveniat regnum tuum – Dein Reich komme! Dieser Wunsch erhält die Welt. Hört die Kir-che mit diesem Gebet auf, so hört sie auf, Kirche zu sein. Immer gehen wir auf dieses Reich zu, immer ist dieses Reich im Kommen. Und das geschieht: in Freude. Das ist der erste Satz. Gottes Reich ist Frohsinn; beständig erwarten wir das Gute, Frohe, Heitere. In früheren Zei-ten sprach man von der „hilaritas“, der in Gott geborgenen Heiterkeit, was Theodor Fontane dann das „heitere Darüberstehn“ nennen wird. Man hat es nur als Geschenk. Theologie ist eine fröhliche Wissenschaft und Christen sind fröhliche Leute. Darum: wenn ihr fastet – aber ihr müsst nicht - , dann salbt euer Haar. Wir fasten auf der Hochzeit zu Kana, der Tanz und das Lachen sind nicht zu Ende. Das Heil ist in der Welt, warum sollten wir traurig sein? Verlieren wir also dir Freude nicht. Denn Glauben heißt, „beständig das Frohe, Glückliche, Gute erwarten.“ (Kierkegard)
Begrich in: P. Härtling, Textspuren, Bd. 1, Stuttgart 1990
 

[  Stille ]


Loblied 

So Liebe, die du mich zum Bilde – EG 401 in Auswahl  

Mo Wir gehn hinauf nach Jerusalem – € 3,1-4 

Di Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehen - € 30 


Canticum (Lobgesang der Maria)

Leitvers: Christus, unsern Heiland, ewigen Gott, Marien Sohn, preisen wir in Ewigkeit.

Magnificat: Meine Seele erhebt den Herren (EG Wü 781.6)


Fürbitten

Sonntag

Du, Gott der Liebe und des Friedens, bist uns ganz nahe gekommen in Jesus Christus und hast in seinem Weg gezeigt, was wahre Liebe ist. Auch uns willst du mit deiner Liebe umfangen und tragen. Wir rufen dich an: 

R: Kyrie eleison 

Dir vertrauen wir unsere ganze Welt an: Tritt auf gegen den Krieg und die Unterdrückung unter den Völkern. Lass gelingen, was für den Frieden getan wird. Gib denen, die regieren, Einsicht und Mut zu menschenfreundlichen Entscheidungen. Wir rufen dich an: 

R: Kyrie eleison 

Komm mit deiner Liebe allen nahe, die leichtfertig mit anderen Menschen um- gehen. Wehre dem Bösen. Befreie uns aus Verstrickungen, aus Vorurteilen und Überheblichkeit. Stehe den Kranken und Leidenden bei. Sei Trost den Sterben- den und Trauernden. Hilf jeder und jedem, die zu tragen haben, in ihrer besonderen Not. Wir rufen dich an: 

R: Kyrie eleison
  

Montag

Herr, unser Gott. Du hast uns in deinen Dienst gerufen und unserer Arbeit deinen Lohn ver-heißen. Deine Güte überwindet unseren Ehrgeiz und unsere Schwäche. Wir rufen -
R: Gott, steh uns bei.
Wir bitten dich: Befreie uns von allem, was uns hindert, deinen Willen zu tun; bewahre uns vor Selbstüberschätzung und blinder Geschäftigkeit; hilf uns auf, wenn wir müde werden und verzagen; lass uns das Ziel erreichen, das du uns gesetzt hast. Wir rufen -
R: Gott, steh uns bei.

Wir bitten dich für die Überlasteten und die Arbeitslosen, die Armen und die Hungernden, die Ausgebeuteten und die Unterdrückten in aller Welt. Wehre dem Unrecht, hilf uns, gerecht zu teilen, was Du uns schenkst. Wir rufen -
R: Gott, steh uns bei. GT 61
 

Dienstag

Herr, ewiger Gott. Sei mit uns und führe uns auf allen Wegen unserer Tage. Hilf, dass wir nicht straucheln und fallen. Behüte uns vor Irrwegen und vor der Versuchung. Wir rufen zu dir -
R: Gott, steh uns bei.
Überwinde in uns alles dunkle und böse Verlangen. Lass uns im Licht deiner Wahrheit wandeln und in deiner Liebe geborgen sein. Wir rufen dich an -
R: Gott, steh uns bei.
Hilf, dass wir Christus nachfolgen auf seinem Weg. Erbarme dich über uns, wo wir versagen. Herr, wir glauben, hilf unserm Unglauben. Wir rufen dich an –
 R: Gott, steh uns bei.  ES 208

Vaterunser


Segen

Die Gnade sei mit allen, die liebhaben unsern Herrn Jesus Christus, in Unvergänglichkeit.   Eph 6,24

oder

Führe uns vom Tod zum Leben, vom Irrtum zur Wahrheit. Führe uns vom Zweifel zur Hoff-nung, von der Angst zum Vertrauen Führe uns vom Hass zur Liebe, vom Krieg zum Frieden. Lass Frieden erfüllen unser Herz, unsre Welt und das All.  T 240.4


Quellen und Hinweise


Soweit nicht anders angegeben sind Bibelverse wörtlich zitiert aus: Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung – revidiert 2017, © 2017, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

a Das Luzernar ist passend  für den Vorabend und Abend des Sonntags

Ergänzungsheft zum EG (Leipzig 2018)

E Evangelisches Gottesdienstbuch (UEK/EVELKD) Bielefeld/Leipzig 2020, 

EG Evangelisches Gesangbuch - Stammausgabe, 

EG Wü  Evangelisches Gesangbuch - Ausgabe Württemberg, 

ES Hofhansel/Naglatzki, Evangelisches Stundengebet, Hannover 1995, S.

GT Ameln / Ritter / Thomas,(Hg) Gebet der Tageszeiten, Kassel 1924, S.

T Evangelisches Tagzeitenbuch, Göttingen 2020, Nr.

T&S   Common Worship (Church of England), Times and Seasons, London 2006