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Wochengottesdienste in der Woche des

Christfestes


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Eröffnung: Herr, bleibe bei uns (EG Wü 781.1)


Lichtentzündung  


Lied: 


[ Benediktion über dem Licht (a)

Der Herr sei mit euch                             G: und mit deinem Geist

Lasst uns danksagen und Gott preisen   G: Das ist würdig und recht.

Gepriesen seist du, Gott, ewige Güte /

Grund allen Lebens, König der Welt....

. (T 190.9)  G:  Amen. ]


Psalmgebet

Spruch Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. 

ChV-  Psalm 96 (€ 82 / T 604) Singet dem HERRN ein neues Lied

ChN - Psalm 36  (€. 51 // 19 A T 417 ) HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,

Spruch Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.

ChF 1 - Psalm 96 (€ 82 / T 604) Singet dem HERRN ein neues Lied

ChF 2 - Psalm 150 (€ 114 // 93 T 400 ) Halleluja. Lobet Gott in seinem Heiligtum,

27 - Psalm 92 (€ 80 // 93 T 400) Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken

28 - Psalm 8 (€ 34 // 96 T 404) HERR, unser Herrscher, / wie herrlich ist dein Name ...

29 - Psalm 96 (€ 82 // 131 T 401) Singet dem HERRN ein neues Lied

30 - Psalm 71 (€.67 // 96 T 404 )HERR, ich traue auf dich


Lesung

ChV - Jesaja 9,1-6 - Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben

 Galater 4, 4-7 - Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn,

 Lukas 2,1-14(15-20)  - Es kam die Zeit, dass Maria gebären sollte. 

ChN - Sacharja 2,14-17 - Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion!

 1.Timotheus 3,16 - Das Geheimnis des Glaubens: Er ist offenbart im Fleisch

Lukas 2, [1-7] 8-20 -  Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden

ChF 1 - Jesaja 52, 7-10 - Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten

Titus  3, 4-7 - Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes

Johannes 1, 1-5.9-14 (16-18) - Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns 

ChF 2 - Jesaja 7, 10-14 - Siehe eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebären 
Hebräer 1, 1-4 (5-14) -  Gott hat zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn
Matthäus 1, 18-25  - Den Namen Jesus geben, er wird sein Volk retten von ihren Sünde

27  - 1. Johannes 2,5-8 - Wer sein Wort hält, in dem ist die Liebe Gottes vollkommen 

28  - Offenbarung 7,1-4.9-12 - Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit... 

29 -  1. Johannes 4,12-16a - Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott  

30  - Jesaja 63,7-14 - Ich will der Gnade des HERRN gedenken und der Ruhmestaten 


Antwortgesang:  (EG Wü )


Betrachtung 

ChV nach dem Römischen Martyrologium

Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Milliarden Jahre sind vergangen, seit unser Son-nensystem entstanden ist; Millionen Jahre seit sich Leben auf der Erde regte und der Mensch in die Geschichte trat; Tausende von Jahren seit Stämme, Völker und Kulturen sich bildeten.  Mehr als 2.000 Jahre waren es seit Abrahams Geburt. 1.510 Jahre seit Mose das Volk Israel aus der Knechtschaft Ägyptens führte. 1.032 Jahre seit der Salbung des David zum König in Jerusalem. In der 65. Jahrwoche gemäß der Weissagung Daniels. 752 Jahre nach der Grün-dung der Stadt Rom. Im 42. Jahr der Regierung des Kaisers Oktavianus Augustus, als weite Teile des Erdkreises der Herrschaft Roms unterstanden, da sollte Christus, der Sohn des ewi-gen Vaters, in die Zeit kommen und Mensch werden, um alle Welt zu heiligen durch seine rettende Ankunft. Empfangen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria, nach neun Monaten im Schoß seiner Mutter kam er in Bethlehem im jüdischen Land zur Welt. Heute feiern wir die Geburt Jesu Christi in unserm irdischen Fleisch. 

ChN  nach einem altkeltischen Weihnachtsruf

Ein Willkommen dem neugeborenen König, von dem wir hören und dem wir singen: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. Lasst uns fröhlich sein! Dies ist die Nacht der wun-derbaren Geburt. Geboren ist der Sohn der Jungfrau Maria. Mit seinen Fußsohlen hat er die Erde berührt. Der Sohn der Herrlichkeit kam herab aus der Höhe. Himmel und Erde erstrah-len vor ihm. Lasst uns fröhlich sein! Der Friede auf Erden kommt von ihm; die Freude im Himmel gilt ihm;  königliche Ehre sei ihm erwiesen. Die Berge erglühen vor ihm, die Felder leuchten vor ihm, das Lied der Wogen und der Gesang des Strandes verkünden: Christus ist geboren. Der Sohn des Herrn aller Herren ist gekommen vom Land der Erlösung. Erde und Himmelsrund miteinander erglänzen für ihn. Gott, der Herr tat eine Tür auf. Der Sohn Mariens erscheint uns zur Hilfe: der Christus der Hoffnung, die Tür zur Freude, die Sonne der Gerechtigkeit. Gesegnet sei das göttliche Kind, der Herr, ohne Anfang und ohne Ende, für alle Zeit, und in Ewigkeit. Lasst uns fröhlich sein. 

ChF 1 Leo der Große (+ 461), Bischof in Rom
Lasst uns froh sein: Heute ist unser Retter geboren, Traurigkeit hat keinen Raum am Geburts-tag des Lebens, das uns die Angst vor dem Sterben genommen hat und uns die Freude über die verheißene Ewigkeit bringt. Niemand wird von der Fröhlichkeit ausgeschlossen, alle haben den einen Grund zur Freude gemeinsam: Denn unser Herr, der Sünde und Tod vernich-tet hat, fand keinen, der von Schuld frei war. Deshalb kam er, um alle zu befreien. Der Heili-ge juble, weil ihm die Siegespalme winkt. Der Sünder freue sich, weil er zur Versöhnung eingeladen ist. Der Heide atme auf; denn er ist zum Leben gerufen. Die Fülle der Zeit ist gekommen, die Gottes unerforschlicher Ratschluss festgesetzt hat: Der Sohn Gottes hat die Natur des Menschengeschlechts angenommen, um sie mit ihrem Schöpfer zu versöhnen... Christ, erkenne deine Würde! Du bist der göttlichen Natur teilhaftig geworden, kehre nicht zu der alten Erbärmlichkeit zurück und lebe nicht unter deiner Würde. Denk an das Haupt und den Leib, dem du als Glied angehörst! Bedenke, dass du der Macht der Finsternis entrissen und in das Licht und das Reich Gottes aufgenommen bist. Durch das Sakrament der Taufe wurdest du ein Tempel des Heiligen Geistes. 

ChF 2 Augustinus von Hippo (354 – 430), Bischof in Nordafrika, Kirchenvater

Wach auf, du Mensch! Gott ist für dich Mensch geworden... „Wach auf, der du schläfst und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.“ Auf ewig wärest du tot, wäre Gott nicht in der Zeit geboren worden... Heute ist das Gebet der Propheten erfüllt: „Tauet, ihr Himmel, von oben; ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit! Die Erde tue sich auf und bringe den Retter hervor!“ Der Schöpfer wird zum Geschöpf, damit wiedergefunden werde, der verloren war. Der Mensch sündigte und wurde schuldig. Gott wurde Mensch geboren, um den Schul-digen zu erlösen. Der Mensch fiel, aber Gott stieg herab. Erbärmlich fiel der Mensch, aber voll Erbarmen kam Gott hernieder. Der Mensch fiel durch Stolz, Gott kam herab in Gnaden. Lasst uns mit Freude das Kommen unseres Heiles und unserer Erlösung feiern. Lasst uns den Festtag begehen. Der große, ewige Tag ist aus dem großen und ewigen Tag in diesen unseren kurzen irdischen Tag gekommen.

27 Phil Bosmans (1922-2012), Ordensgeistlicher in Antwerpen

Weihnachten ist der Durchbruch Gottes, der Durchbruch der Liebe in dieser Welt, die so dunkel und kalt ist, bis hin zu deinem Herzen... In diesen Weihnachtstagen kann jeder Güte und Liebe aufnehmen. Auch du. Auch wenn du noch so arm bis, leer und kalt. So war doch auch die Krippe. Sie hatte nur einen Vorteil: Sie war offen, frei. Das ist aber auch alles, was von dir verlangt wird in diesen Weihnachtstagen: offen sein! Jede Verschlossenheit ist eine Form von Hass, eine Form davon, dass einer nicht annehmen will. Gott kommt nicht im Hass, nicht im Laster, nicht im Zank und Streit, nicht in Nörgelei, nicht in Neid und Verbitte-rung. Gott kommt einzig und allein in der Güte von Mensch zu Mensch, in der Vergebung, in der Versöhnung, im Verständnis füreinander, in Freundlichkeit und Nachsicht. Gott ist Liebe. Gott wohnt – in dir?...  Gott lässt sich erkennen: Die Einfachen, Kleinen, Armen können ihm begegnen, alle, die von ihrem hohen Ross heruntersteigen und die Maske des Hochmuts ab-setzen wollen. Darum, lieber Mensch, lege allen Ballast der Überheblichkeit und Selbstge-rechtigkeit ab... tritt ein in das Geheimnis der Liebe von Weihnachten.

28. Anselm Grün (* 1945), Benediktiner in Münsterschwarzach
Wir feiern die Geburt Christ in Bethlehem, um daran glauben zu können, dass in uns gött-liches Leben ist. Ohne dieses Feiern würden wir das göttliche Leben in uns übersehen... Wir brauchen viele Symbole, um gegen die Macht der handgreiflichen Fakten an das Geheimnis zu glauben, dass Gott in unsere Welt gekommen ist. Wir stellen Christbäume auf, zünden Kerzen an, wir singen Weihnachtslieder, die in Bildern das Geheimnis der Menschwerdung künden und in ihren trauten Melodien etwas davon vermitteln, das unsere Welt anders gewor-den ist durch Gottes Kommen, dass wir uns in ihr ein Stück weit zu Hause fühlen können... Wir singen diese Lieder, um in uns neue Möglichkeiten zuzulassen: Liebe, Zärtlichkeit, Stau-nen, ergriffen werden, fühlen. Wir besingen das göttliche Kind in der Krippe, um in uns die Möglichkeiten eines Kindes zu entfalten: das Spontane, Unverfälschte, die Lebendigkeit und Echtheit, das Unverbrauchte und Unverdorbene. 

29  Heinrich Albertz (1915 - 1993), Pfarrer und Politiker in Berlin

Das Heil der Welt, das Heil meines eigenen Lebens wird verbunden mit einem winzigen, hilflosen, sprachlosen Säugling, angewiesen auf die Wärme seiner Mutter, wie jeder von uns, als sein Dasein begann. Und genau dieses Kind ist, der Christus sein soll - so singen es die Engel -, der heil macht, was zerbrochen und kaputtgegangen ist in der Welt, in meinem eige-nen Leben. Der Sohn Gottes ist ein Menschensohn, kein strahlender Halbgott, sondern von Anfang an und bis an sein bitteres Ende einer wie du und ich. „In Windeln gewickelt“ - und dann erwachsen werdend, auf den Straßen seiner Heimat, mit seinen Gefährten, hungrig, durstig, traurig, fröhlich, verzweifelt, erschöpft, sterbend - wie wir. Der Herr wird ein Bruder und der Bruder unser Herr. Gott wird ein Mensch, und der Mensch darf Gott erkennen, die Unsichtbaren, Unnennbaren - nun sichtbar in ihm, heute dem Kinde, morgen dem Mann Jesus, von einer Frau geboren - wie wir.

30 Rückblick auf ein Jahr (anonym aus Ghana) 

Herr, Allmächtiger, Unendlicher, Schöpfer, Vollender, ein Jahr ist für dich nur ein Augen-blick. Doch für uns ist es 365 Tage lang, breit und tief, unübersehbar. Herr, jedes Jahr ist vollgepackt für uns, im voraus, mit Gutem und Bösem. Du bist der Herr des Jahres. Wir sind bangende Knechte der Zeit. Herr, doch eins ist wahr, jedes Jahr bringt uns näher zu dir. Men-schen werden älter mit jedem Jahr, doch Christen werden jünger. Ein Jahr liegt hinter uns, abgefahren. Straßen schnurgerade durch Savannen, Kurven über steile Hügel, Schlaglöcher, Pannen, verpasste Anschlüsse und Gelegenheiten. Herr, wegen dieser verpassten Gelegen-heiten könnte ich verzweifeln, wenn du nicht vergeben würdest. Herr, jeden Tag ist deine Gnade neu, seit dem Regenbogen und deine Güte seit Jesus Christus... Herr, wie du die Haare auf meinem Kopf gezählt hast, so hast du auch meine Tage gezählt, die Minuten und Sekun-den. Herr, um Gesundheit bitte ich dich, um etwas mehr Geld, um Hunger auf dein Wort, um dein Wort bitte ich dich.  


[  Stille ]


Loblied 

ChV  Vom Himmel hoch, da kommt ich her (EG 24 in Auswahl) 

ChN  Ich steh an deiner Krippen hier (EG 37 in Auswahl)

ChF 1  Gelobet seist du, Jesu Christ (EG 23 in Auswahl)

ChF 2  Zu Bethlehem geboren (EG 32,1-4)

27  Weil Gott in tiefster Nacht erschienen (EG 56,1-5)

28  Kommt und lasst uns Christus ehren (EG 39 in Auswahl)

29 Nun singet und seid froh (EG 35)

30 Herbei, o ihr Gläubigen (EG 45,1-4)


Canticum (Lobgesang der Maria)

Leitvers: Christus, unsern Heiland, ewigen Gott, Marien Sohn, preisen wir in Ewigkeit.

Magnificat: Meine Seele erhebt den Herren (EG Wü 781.6)


Fürbitten

ChV Dies ist ein seltsamer Abend, Gott, den du uns bereitest mit der Geburt Jesu. Wir alle erleben ihn anders als andere Tage. Nun möchten wir hinausschauen über unsere eigene, enge Welt, an andere denken und für sie bitten:

Kyrie eleison

Wir denken an jene, die hungern; an jene, die frieren; an jene, die kein Obdach und kein wirkliches Zuhause haben. Wir denken an alle, die ohne Eltern aufwachsen; an jede und jeden, die niemand liebt; und an alle, die selbst nicht lieben können; an alle, die sich vor anderen fürchten; und an jene, die irgendjemandem weh getan haben. Wir rufen dich an:

Kyrie eleison

Wir denken an alle, die gerne geben, und an jene, die nehmen, was sie nur kriegen können; an jene, die lachen und sich freuen an diesem Abend, und an alle, die jetzt weinen; an all die Kinder, irgendwo, erwartungsvoll oder enttäuscht, und an alle, die heute sterben werden. Wir rufen dich an:

Kyrie eleison

Wir bitten dich, Gott, für alle, an die wir jetzt besonders denken. Komm ihnen nahe, dass sie sich vor dir beugen, hinknien vor dem Kind in der Krippe, deine Liebe anbeten und dir ein Lied singen mit uns um seinetwillen: Jesus, dein Sohn auf Erden, unser Bruder und Herr. Wir rufen dich an:

Kyrie eleison M 19 


ChN  Gott, du unermessliche Macht, menschgeworden in Jesus - geboren an unwichtigem Ort -  gewickelt in Windeln - gebettet auf Stroh - aufgesucht von Hirten - besungen von Engeln, - einfältig wollen wir dir sagen, dass wir uns freuen über dein Kommen. Dich rufen wir an:

Kyrie eleison

Gib uns und denen, die wir antreffen in den Bedürftigkeiten des Lebens, in den Katastrophen unserer Tage, in den Verletzungen durch Krieg und Gewalt - gib uns und ihnen einfältigen, verwandelnen Glauben an dich: Du Gott, menschgeworden - geboren an unwichtigem Ort - gekommen in die vergängliche Zeit - dich rufen wir an:

Kyrie eleison

Gastgeber an unserem Tisch bist du - Nährendes Brot aus königlichem Haus - Friede den Menschen und überraschendes Leuchten in der Mitte der Nacht - Unerwartetes Geschenk für unsere leeren Hände - Hingegebene Liebe, die niemanden verloren gibt - Und dieser Zeit Hoffnung auf Ewigkeit hin - dich rufen wir an:

Kyrie eleison M 21


ChF 1  Gott, schon immer hat dein Name auf dieser Erde gewohnt. Schon lange gab er uns Menschen Halt. Nun aber im Leben Jesu von Nazareth hast du dich endgültig offenbart und gezeigt, wer du bist für alle Menschen. Dich rufen wir an:

Kyrie eleison

Darum ist dies der Tag, den du gemacht hast. Darum ist heute das Fest der großen Freude zu feiern. Darum scheint uns jetzt Licht von deinem Licht. Darum rufen wir dich, den Barmherzigen, an:

Kyrie eleison

Wir bitten dich für uns und alle, die auf der Suche sind; für alle, die dies Fest unbeschwert feiern, und für jene, die das nicht können. Begegne uns, Gott, in deinem Vertrauen. Umgib uns, Herr, mit deiner Nähe. Erfülle uns, Vater, von deiner Liebe. Komm zu uns, Ewiger, durch deinen Frieden. - Wir rufen dich an:

Kyrie eleison

Wir bitten dich heute besonders: für die Kinder um Mut zum Leben; für die Jugendlichen um Einsatzbereitschaft und Geduld; für die Erwachsenen um Offenheit, um Maß und Beistand; für die betagten Menschen um Verständnis und Gelassenheit. - Wir rufen dich an:

Kyrie eleison O 57


ChF 2   Sichtbar geworden ist im Stall von Bethlehem deine Freundlichkeit, Gott, für alle Menschen. Wir dürfen leben von dem, was du uns in deinem Sohn geschenkt hat: Deine Gnade, dafür wollen wir danken:

- Stille -

Wir denken an Menschen, die in Armut leben, die hungern müssen, die ohne Obdach bleiben, die allein gelassen werden:
- Stille - 

Wir denken an den bedrohten Frieden auf Erden, an alle Menschen, die miteinander im Streit stehen, alle, die durch Gegensätze und Grenzen von einander getrennt sind:

- Stille - 

Wir denken an die Menschen, deren Lebensmöglichkeiten eingeschränkt sind, an die Kran-ken, die Gefangenen, an alle, die ihrer Überzeugung wegen verfolgt oder abgelehnt werden: - Stille - 

Öffne uns mit Jesu Kommen die Augen, Gott. Mach uns Hoffnung, lass uns Versöhnung und Gerechtigkeit suchen und selbst damit beginnen, lass uns für andere da sein, selbst wenn Dank nicht zu erwarten ist.
– Stille -


27. Barmherziger Gott, wir danken dir, dass du uns in der Gestalt eines Kindes begegnest. Vor dir dürfen wir sein, wie wir sind, ohne uns unserer Bedürftigkeit zu schämen. Wir rufen dich an:

Kyrie eleison

Wir bitten dich, ermutige uns zu mehr Offenheit untereinander, damit wir finden, wonach wir uns sehnen: Verständnis für unsere Schwächen, Vergebung für unsere Schuld, Trost für unsere Niedergeschlagenheit und Stärkung in allem, was uns Angst macht. Wir rufen dich an:

Kyrie eleison

Wir bitten dich für alle, die gerade in diesen Tagen ein schweres Herz haben; für die, die nicht mehr zu Hause sind in unserer Welt: die Entwurzelten, die Ruhelosen und Verzweifelten. lass sie nicht allein bleiben, nicht zerbrechen, nicht ihr Leben wegwerfen. Wir rufen dich an:

Kyrie eleison

Wir bitten dich für alle, die sich verschlossen haben gegen die Frohe Botschaft der Weihnacht und gegen dein heilsames Wort, für die Spötter und die Gleichgültigen, für die Enttäuschten und Verbitterten und für alle, die Hass predigen statt Liebe, Unterwerfung statt Befreiung, Tod statt Frieden. lass sie nicht bleiben, wie sie sind. Erweiche sie, verändere sie, öffne sie für dich und das Leben. Wir rufen dich an:

Kyrie eleison

Wir bitten dich für alle, die einfach nur glücklich sind. Behüte die Liebenden, schütze die Ausgelassenheit der Kinder, ermutige zu Gemeinschaft und Freude und erhalte allen, die gern leben, ihre Lebenslust. Wir rufen dich an:

Kyrie eleison


28 Jesus Christus, du göttliches Kind, wir bitten dich für alle Kinder dieser Welt:

Jesus Christus, von Sternenlicht angekündigt, wir bitten dich für die Kinder, die sehnsüchtig erwartet werden, die in Sicherheit aufwachsen. Dich rufen wir an:
R: Geh mit ihnen auf allen Wegen!

Jesus Christus, von Maria und Josef geliebt, wir bitten dich für die Kinder, die nicht gewollt sind, denen die Lebenschancen geraubt werden, die missbraucht und zur Arbeit gezwungen werden. Dich rufen wir an:
R: Geh mit ihnen auf allen Wegen!

Jesus Christus, von Königen beschenkt, wir bitten dich für die Kinder, denen das Nötigste fehlt, die ohne Eltern aufwachsen, die für Geschwister sorgen müssen, die selber krank sind.
Dich rufen wir an:
R: Geh mit ihnen auf allen Wegen!

Jesus Christus, von Herodes verfolgt, wir bitten dich für die ermordeten Kinder, für die Kinder, die in Flüchtlingslagern leben, deren Eltern verschleppt oder gefangen sind, die ohne Begleitung auf der Flucht sind. Dich rufen wir an:
R: Geh mit ihnen auf allen Wegen!
Jesus Christus, du göttliches Kind, du Ebenbild aller Kinder in der Nähe und in der Ferne,
kehr mit deinem Segen bei allen Kindern ein, heute und alle Zeit. 

29 Ewiger, uns Menschen zugewandter Gott. Dein Sohn Jesus Christus ist das Licht, das dieser Welt einen neuen, hellen Schein gibt. Er ist unter uns erschienen als ein Gerechter und ein Helfer. Seine Liebe hat sich hingegeben; aber sie ist stärker als jeder Hass. Seine Sanftmut hat mehr geholfen als alle Gewalt. Wir rufen zu dir:  

Kyrie eleison

Wir wissen, dass du niemanden zwingst, an dich zu glauben und auf dich zu hören. Doch lass uns die einladende Macht deiner Liebe spüren, damit unser Glaube fröhlicher und unser Einsatz deutlicher werden kann. Schaff in uns deinem Geiste Raum. Wir rufen zu dir:

Kyrie eleison

Wir bitten dich für die Not auf unserer Erde. Lass das Dunkel nicht über uns bleiben. Gib, dass Friede einkehre unter den Völkern. Mach uns bereit, dem Hunger in der Welt zu wehren. lass uns unsere Mitmenschen durch deine Liebe so annehmen, wie du sie gewollt hast. Wir rufen zu dir:

Kyrie eleison

Wir befehlen dir in diesen Tagen besonders die Menschen, die alt und einsam geworden sind; alle, die Leid tragen; die Enttäuschten und Ratlosen und jene, die sich in Schuld verstrickt haben oder nicht mehr zurecht kommen. Wir befehlen dir aber auch die Satten und Selbstsicheren, dass sie umkehren und von dir das wahre Leben erwarten. Wir rufen zu dir:

Kyrie eleison


30 Im Wandel unseres Lebens, Gott, sind wir oft unsicher, was uns erwartet - persönlich, als Familie, in diesem Land, auf unserer Erde überhaupt. Zwischen Hoffnung und Sorge schwanken wir hin und her. Doch dir, Gott, dürfen wir zu jeder Zeit vertrauen. In deiner Hand ist alles ge-borgen. Erwecke deine Gaben in uns zu vollem Leben. - Wir rufen dich an:

Kyrie eleison

So bitten wir dich, Gott, um Kraft für unseren Auftrag auf dieser Erde. Lass uns angesichts der Alltags- und der Weltprobleme nicht müde werden und aufgeben. Lass uns Mut fassen, für die Botschaft Christi einzutreten. Mach uns bereit, auch Nachteile um des Evangeliums willen zu ertragen. - Wir rufen dich an:

Kyrie eleison

Und um Liebe bitten wir dich, Gott, für unser Zusammenleben mit all deinen Menschen. lass uns Verzeihen üben und miteinander neue Anfänge suchen. Gib, dass wir die Formen und die Sprache finden, andere für deine Güte aufzuschließen.. Hilf uns, in jedem Menschen - auch wo es uns schwerfällt - dein Ebenbild wiederzuerkennen. - Wir rufen dich an:

Kyrie eleison

Und um Besonnenheit bitten wir dich, Gott, für unser Denken und Handeln in diesen Zeiten. lass uns Gegensätze geduldig überwinden und für unsere Gemeinschaft gerechte und menschliche Ordnungen entwickeln. lass uns im Kleinen wie im Großen überlegt sein und bewahre uns vor raschen Urteilen übereinander. Gib uns neue Wege zum Frieden zu entdecken. - Wir rufen dich an:

Kyrie eleison RB


Vaterunser


Segen

Phil 4,7 - Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. oder  Der Segen des Gottes von Sarah und Abraham, der Segen des Sohnes von Maria geboren, der Segen des Heiligen Geistes, der uns behütet wie eine Mutter ihre Kinder, sei mit uns allen. E 794



Quellen und Hinweise


Soweit nicht anders angegeben sind Bibelverse wörtlich zitiert aus: Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung – revidiert 2017, © 2017, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

<ç> entsprechend den aktuellen bzw. örtlichen Corona-Regeln 

a Das Luzernar 

Ergänzungsheft zum EG (Leipzig 2018),.

E Evangelisches Gottesdienstbuch (UEK/EVELKD) Bielefeld/Leipzig 2020, 

EG Evangelisches Gesangbuch - Stammausgabe, 

EG Wü  Evangelisches Gesangbuch - Ausgabe Württemberg, 

T Evangelisches Tagzeitenbuch, Göttingen 2020, Nr.

DP Daily Prayer (Presbyterian), Philadelphia (USA) 1987,

ES Evangelisches Stundengebet (Hofhansel / Naglatzki), Hannover 1995,

GT Gebet der Tageszeiten (Ameln / Ritter / Thomas), Kassel 1924,

M M. Meyer, Nachdenkliche Gebete,.. Göttingen 1988,

R Reformierte Liturgie, Wuppertal 1999,