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3. Oktober 2021


Tag der deutschen Einheit  Einig für Recht und Freiheit

Ehrt jedermann, liebt die Brüder und Schwestern, fürchtet Gott, ehrt den König.  2. Petr 2,19


Abendgottesdienst
(Vesper)


Vorspiel


Eröffnung (Begrüßung)
Der 3. Oktober ist der Tag der Deutschen Einheit und gilt dami tals der für Gesamtdeutschland wich-tigste politische Feiertag. Nachdem die Volkskammer der DDR am 23. August 1990 den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes beschlossen hatte,  fand der Prozess der Wiedervereinigung seinen formalen Abschluss am 3. Oktober 1990, dem offiziellen Beitritt der DDR zur Bundesrepublik. 2021 feiert man in  Deutschland den Nationalfeiertag daher zum 31. Mal. Die Stadt Halle (Saale) ist diesmal die Gastgeberin anlässlich der zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit, die unter dem Motto "Gemeinsam Zukunft formen“ stattfinden sollen. Höhepunkte der Feier-lichkeiten am 3. Oktober sind ein ökumenischer Gottesdienst in der Pauluskirche sowie der anschließende Festakt in der Georg-Friedrich-Händel Halle. Vor einem Jahr haben Vertreter der beiden großen christlichen Konfessionen erklärt: „Als christliche Kirchen erinnern wir an die hohen Werte der de-mokratischen Freiheit und des solidarischen Zusammenhalts. Für das geeinte Deutschland bekräftigen wir aus unserem Gemeinsamen Wort Vertrauen in die Demokratie stärken (2019) unser klares Be-kenntnis zur Demokratie als der politischen Lebensform der Freiheit. In Deutschland und Europa vereint uns in föderaler Vielfalt der demokratische Geist einer verantwortungsvollen Gestaltung von Gesellschaft in Freiheit und Pluralismus.“ Dank für das, was sich entwickelt hat, und Fürbitte für die vor uns liegenden Aufgaben verbinden sich jetzt in unserem Gottesdienst. (a) 


oder Eröffnung (Ingressus): Herr, bleibe bei uns (EG Wü 783.1)


[ Luzernar

Von einer hergetragenen Kerze werden alle Lichter in der Kirche entzündet.]


Lied zum Eingang:
Herr, höre, Herr, erhöre – EG 423,1.4.6.10

[ Benediktion (Danksagung über dem Licht)

(Der Herr sei mit euch R:  und mit deinem Geiste.

Lasst uns danksagen und Gott preisen R:  Das ist würdig und recht. )

Gepriesen seist du, Gott, ewige Güte, /

Grund allen Lebens, König der Welt, /

+ du Herr aller Mächte und Gewalten.

Du gibst uns nicht preis einer Welt, in der Finsternis, Hass und Vernichtung regieren /

+ sondern machst uns in Christus deines Sieges gewiss.

Sind unsre Tage auch voll von Verwirrung, Unrecht und Angst, /

du führst uns hin zu deinem Ziel /

+ durch deinen Sohn: die Auferstehung und das Leben./

Schon jetzt leuchtet deine Vollendung auf: /

Nicht Tränen noch Tod, nicht Leid noch Geschrei. /

+ Du sagst: Ich mache alles neu.

Du selbst willst uns ewig das Licht sein. /

+ Ehre sei dir, Gott, du Anfang und Ende, Du Ziel und Beginn. (b) R:  Amen. ]


Psalmodie (gesungen)

Leitvers: Bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Lichte sehen wir das Licht.

Psalm  36 – Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist (EG.Wü 780.3)

oder 

Psalmgebet (gesprochen)

Leitvers:  Dem König aller Könige und Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, dem sei Ehre und ewige Macht. 1.Tim 6,15b.16a.c

Psalm 96 – Singet dem Herrn ein neues Lied (EG.E 82 / EG 736)

Tagesgebet

Beten wir in Stille zu Gott, dass wir unserer Berufung gerecht werden: - Stille -
Gott, wir danken dir für die großen Veränderungen, die 1989 in unserem Land geschahen und uns die staatliche Einheit gebracht haben. Wir spüren deine Kraft überall, wo Menschen aufbrechen, frei wer-den, gegen Unrecht aufstehen, aufeinander zugehen und neue Ordnungen finden, unter denen das Le-ben blühen und gedeihen kann. Sei du auch gegenwärtig bei uns und lenke unsere Schritte auf den Weg des Friedens. (a)
oder
Wir danken dir, Gott, für Entwicklungen und Erfahrungen, die es auf dem Weg zur Einheit in unserem Volk gegeben hat. Du hast uns Menschen durch einen gemeinsamen Ursprung verbunden, alle Völker der Welt sind wie eine große Familie vor dir. So lass uns einander achten und lieben, die Güter der Erde teilen, all die Mauern und Zäune überwinden, die durch Abstammung, Sprache, Heimat oder Herkunft Menschen auseinander reißen. Das bitten wir durch Jesus Christus, unsern Retter und Herrn. (a)

oder
Gott, du allein bist Herr: Gib uns den Mut und das Vertrauen, die Freiheit zu gebrauchen, die du uns gewährst, und unser Leben in der Gesellschaft so zu gestalten, dass es überall gerecht und friedlich zugehe. Durch Jesus Christus, unserm Bruder unter den Menschen, unserm Herrn für Zeit und Ewigkeit. (c)


Schriftlesung  (Evangelium): Matthäus 22,15-22 (IV) ... dem Kaiser, was des Kaisers ist

oder  (Prophetie): Micha 4,1-4 (V) ... Schwerter zu Pflugscharen


Antwortgesang: Herr, dein Wort ist meines Fußes Leuchte (EG.Wü 781.3)


Predigttext  (Epistel): 1. Petrus 2,13-17 (III) Seid untertan der menschlichen Ordnung

Antwortgesang: Weise mir, Herr, deinen Weg (EG.Wü 779.3)

Predigt / Betrachtung


Besinnung
(Stille oder Musik)


Hymnus / Lied: Zieh ein zu deinen Toren (EG 133,1.5.7.10 )


[ Bekenntnis

Bekennen wir unseren christlichen Glauben, in dessen weltweite Gemeinschaft  wir mit der Taufe aufgenommen sind:

Apostolisches Bekenntnis: Ich glaube an Gott, den Vater... (EG Wü  686)


oder ]

Canticum (Lobgesang der Maria)

Anitphon: Christus, unsern Heiland, ewigen Gott, Marien Sohn, loben wir in Ewigkeit.

Magnificat – Meine Seele erhebt den Herren (EG Wü 781.6)


Fürbitten
Gott, wir sind dankbar für die Einheit, die in unserem Land gewachsen ist in den letzten Jahren. Wir dürfen in Freiheit leben. Vielen geht es gut. Wir bitten dich, für alle, die immer noch unter Spaltung und Ungerechtigkeit leiden. Öffne ihnen den Zugang zu allen Teilen des gesellschaftlichen Lebens: zur Bildung, zu guter Arbeit, zu medizinischer Versorgung, zu einem ausreichenden Einkommen, zu einem Leben und Wohnen in Würde. Wir rufen:
R: Herr, erbarme dich, Christus, erbarme dich, Herr, erbarme dich
Wir sind dankbar für die lange Zeit des Friedens. Nach den Welt-Kriegen sind wir Freunde unserer Nachbarn im Westen geworden und mit denen im Osten konnten wir uns versöhnen. Wir empfinden es als in Wunder. Der kalte Krieg ging ohne Gewalt zu Ende. Wir bitten dich, hilf uns mit aller Energie die neue Feindseligkeit zu unsern Nachbarn zu überwinden. Hilf uns, den Frieden im Haus Europa stabil, solidarisch und gerecht zu gestalten. Mach du selbst ein Ende dem Krieg, der Gewalt und dem Terror auf der ganzen Welt. Wir rufen:
R: Herr, erbarme dich, Christus, erbarme dich, Herr, erbarme dich
Du rufst uns zur Einheit als Christen. Hilf uns die Mauern und Schranken zwischen Kirchen und Religionen zu überwinden. Gib, dass wir selbst vorangehen und hinter uns lassen, was Menschen zu Feinden macht. Bewege uns dazu, als Versöhnte zu leben und zu handeln so verschieden wir sind. Mache uns zu einem Zeichen deines Friedens in dieser Welt. Wir rufen: (a)
R: Herr, erbarme dich, Christus, erbarme dich, Herr, erbarme dich 


oder (ggf. zu kürzten)

Gott, wir danken dir für Menschen, die aufgebrochen sind und geholfen haben, ungerechte Verhältnisse zu verändern – so wie es vor ... Jahren in unserem Land geschah. Gib auch uns den Mut, dass wir losgehen und handeln, wo sich Unrecht, Bevormundung und Gewalt wieder einschleichen. Wir bitten
R: Kyrie eleison.
Wir danken dir für Menschen, die auf andere zugehen, die Grenzen überwinden und Mauern einreißen. Lass uns entdecken, wo wir uns brauchen und was wir einander zu geben haben. Hilf die Kluft zu überwinden zwischen den Generationen, zwischen Armen und Reichen, Mächtigen und Schwachen, hüben und drüben. Wir bitten:
R: Kyrie eleison.

Wir danken dir für Menschen, die Geduld haben, wenn sich Verhältnisse nur langsam ändern. Gib denen Ausdauer, die nicht so schnell mitgekommen sind und Rückschläge erfahren mussten. Wir beten für die, die besondere Verantwortung tragen: Politiker, Juristinnen, Verwaltungskräfte, dass sie nicht müde werden, sondern neue Ideen entwickeln; dass sie lieber nachhaltig arbeiten als sich von kurzen Erfolgen blenden zu lassen. Wir bitten:
R: Kyrie eleison.
Wir danken dir für alle, die zur Aufarbeitung beigetragen haben, die denen eine Stimme gaben, die zum Schweigen gebracht werden sollten. Wir denken an die Opfer von Unrecht und Gewalt; an alle, die ihrer Zukunftschancen beraubt wurden, an die, deren Freundschaften und Familien zerbrochen sind. Wir bitten:
R: Kyrie eleison.
Wir danken dir für alle, die kreativ und beweglich handeln, für die, die sich ihre Visionen nicht aus-reden lassen, in Kunst und Kultur, in den Kirchen, in Vereinen und Initiativen. Öffne uns die Augen, dass wir mehr sehen als nur Schwarz/Weiß, Gewinner und Verlierer, Erfolg oder Scheitern. Lass uns Fragen stellen, Protest ernstnehmen, Kritik willkommen heißen und einander mitnehmen auf dem Weg. Wir bitten :
R: Kyrie eleison.
Wir danken dir für alle, die für Öffentlichkeit sorgen, für Information und Kommunikation, für die Freiheit der Meinung und der Wissenschaft: in den Medien, in Schulen und Universitäten. Gib ihnen das Rückgrat, dass sie nicht abhängig werden von Zustimmung, von Bedrohung oder vom Geld son-dern die Wahrheit sagen, auch wenn sie unbequem ist. Wir bitten: (a)
R: Kyrie eleison.

Vaterunser


[ Lied zum Ausgang – Abkündigungen ] 


Friedensbitte: Verleih uns Frieden gnädiglich (EG 421)


[ Sendungswort

Ehrt jedermann, habt die Brüder und Schwestern lieb, fürchtet Gott, ehrt den König. 2.Petr 2,17]


Segen – Nachspiel

*

weitere Stücke (zum Abendmahl)

* Eingeständnis und Zusage

Unsere Hilfe steht im Namen des HERRN,

G: der Himmel und Erde gemacht hat .

Gott befreie uns aus unseren engen Grenzen, überwinde unsere Vorurteile und unsere Selbstgerechtig-

keit. Dass wir für andere da sind und vorbehaltlos lieben, das gewähre er uns in seiner Gnade: (d)

G: Der allmächtige Gott erbarme sich unser. Er vergebe uns unsre Sünde und führe uns zum ewigen Leben.       (oder in  anderer Form )

Uns, die wir oft verkrümmt, hart und verschlossen sind, hat der allmächtige Gott sich zugewandt in Jesus Christus. Durch seine Hingabe bis in Leiden und Kreuz sind Sünde, Angst und Tod überwunden. Aus seiner Vergebung können wir leben. Was gewesen ist, soll nicht mehr beschweren, was kommt muss uns nicht schrecken. Gottes Gnade ist unseres Lebens Freude und Kraft.   (oder in  anderer Form)


Anrufung (Kyrie-Litanei)

Ewiger Gott, nach deinem Bilde hast du uns erschaffen; du hast uns dazu bestimmt in Gemeinschaft, Schöpfer und Erhalter -wir rufen zu dir:

Kyrie-Ruf

Christus, du bist in diese heillose Welt gekommen, und hast uns wahres Menschsein offenbart; Christus Mittler allen Lebens - wir rufen zu dir: 

Kyrie-Ruf

Heiliger Geist Gottes, durch dich wird alles neu, du lässt uns befreit als Gottes Kinder leben;  Herr und Lebensspender – wir rufen zu dir:: (e)

Kyrie-Ruf


Graduale: Psalm 85,9-11.12 – Könnte ich doch höre, was Gott der HERR redet (aus EG.E 74)

Leitvers: HERR, zeige uns deine Gnade und gib uns dein Heil. Ps 85,8

oder Psalm 67 – Gott sei uns gnädig und segne uns (EG 730)


Halleluja

Halleluja.  Danket dem HERRN und ruft an seinen Namen, * verkündigt sein Tun unter den Völkern. Ps 105,1 Halleluja. Dem König aller Könige und Herrn aller Herren / der allein Unsterblichkeit hat, * dem sei Ehre und ewige Macht. 1.Tim 6,15b.16a.c Halleluja.


Friedensgruß

Christus ist unser Friede. Er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündet, denen, die einst fern waren und denen, die nahe waren. Durch ihn haben wir alle Zugang zum Vater. Grüßen wir ein-ander in seinem Frieden. Eph 2,14.17.18


* Lied zur Bereitung: Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehen – EG.E 30,1-4


[ * Bereitung  / Gabengebet
Geladen an deinen Tisch, kommen wir, wie wir sind: alt oder jung, Frauen und Männer, stark oder schwach, gut eingebunden in die Gemeinschaft oder am Rand. An deinem Tisch können wir loslassen, was uns trennt und gegeneinander aufbringt. Die Rollen, die wir sonst spielen, spielen vor dir keine Rolle. Du empfängst uns alle in deinem Frieden. (a)


* Präfation 

Wahrhaft würdig ist es und recht /

dir, ewiger Gott, immer und überall zu danken /

+ durch deinen Sohn Jesus Christus.

Er ist das Licht, der Anfang neuen Lebens, 

er ist der Friedefürst, der Recht schafft und Gerechtigkeit,

+ er zerbricht das Joch der Knechtschaft.

Mit allen Menschen auf der Suche nach dir,

mit allen auch, die schon hier Befreiung erfahren,

+ mit allen guten Mächten preisen wir dich und bekennen:  (f)


* Abendmahlsgebet 

Wir danken dir, Gott,  dass du alles mit uns teilst, das Brot und den Wein, die Schuld, den Frieden, und eine gute Zukunft. In deinem Sohn Jesus Christus teilst du dich selber aus: 

Einsetzungsworte

Sooft wir von diesem Brot essen und von diesem Kelch trinken, erfahren und bezeugen wir das Geheimnis des Glaubens:

G:  Deinen Tod, o Herr, verkünden wir … [EG 189]
So danken wir dir, Gott, für die Erlösung und Befreiung in deinen Sohn. Wir bitten dich: Lass seinen Geist unter uns wirken, wenn wir von diesem Brot essen und aus diesem Kelch trinken. Mache aus den Teilen unseres Lebens ein Ganzes und ein Neues durch die Einheit in dir. Mit allem was atmet und lebt, verbunden mit deiner ganzen Schöpfung loben wir dich und beten dich an, Vater, Sohn und Heiliger Geist, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. (a)


* Dankgebet

Barmherziger Gott, wir danken dir, dass du uns durch die heilsame Gabe dieses Mahles erquickt hast. Durchdringe uns mit deiner Kraft und präge unser Wollen, Denken und Tun, dass wir in unserem Miteinander deinem Willen folgen, dir zur Ehre und unseren Nächsten zum Wohl durch Jesus Christus, unsern Herrn.  (g)

*

<ç> Gestaltung einer Vesper mit dem Evangelischen Tagzeitenbuch


Ps 46 Gott ist unsere Zuflucht und Stärke TZB 735

Ps 33 B Selig das Volk, dessen Gott der HERR ist TZB 769

Ps 85 HERR, du hast dein Land begnadet TZB 783

Resp AT Den Frieden lasse ich euch TZB 240.2

Resp Ep HERR, dein Wort ist meines Fußes Leuchte TZB 250.2

Resp Ev HERR, weise mir deinen Weg TZB 220.2

Hymnus Du Schöpfergott, der uns erhält TZB 307

Magnificat VIII – Der HERR stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. TZB 827


<ç> Gestaltung einer Vigil (am Vorabend) 

 1. mit dem Evangelischen Gesanggbuch (EG) - 2. mit dem Evangelischen Tagzeitenbuch (TZB) 

Ingressus Herr, tu meine Lippen auf EG Wü 779.1

oder Herr, tue meine Lippen auf TZB 200

Invitatorium Psalm 95  Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken   EG.E 81

oder Christus ist das Licht derWelt TZB211.16

mit Psalm 95 - Kommt lasst uns dem HERRN frohlocken

Lied Zieh ein zu deinen Toren EG133,1.8-10

oder Hymnus Komm, Heilger Geist, der Leben schafft     TZB 667

Erste Wache

Psalm 33 - Der HERR schaut vom Himmel        EG.E 48

oder Psalm 33 B - Dem König aller Könige und Herrn aller Herren … TZB 769

Präfamen

Den Staat im Sinn einer heutigen Institution kannte die antike Welt, in der sich das Alte Testament mit seiner Weltsicht bewegte, noch nicht. „DasAlte Testament beschreibt die (politische) Ursprungsgeschichte Israels, seinen Exodus aus der Sklaverei Ägyptens, als eine von Gott inszenierte religiöse Geschichte: Mose, der Politiker und Gottesmann, führt ein Volk durch zahllose Krisen seines physi-schen und geistlichen Lebens in das „gelobte Land“. Neben den Weisungen und Geboten für alle sonstigen Lebensbereiche, finden sich auch Regelungen und Ordnungen für die Verantwortung und Gestaltung des „gemeinschaftlichen“ Lebens.  Schon in der Zeit der Wüstenwanderung muss Mose  nicht alle Verantwortung tragen, denn er klagt: „Ich vermag all das Volk nicht allein zu tragen, denn es ist mir zu schwer.“(4.Mos 11,14), sondern es gibt einen göttlichen Auftrag zu Regelung, die Sorge um das öffentliche Wohl zu teilen und Amtsträger zu bestellen:

[Gott, der allmächtige Vater, sei uns gnädig und barmherzig. R: Amen ]

Lesung: 4. Mose 14,14-17.24-26.28.29 - Siebzig Männer als Amtleute

Antwortgesang. HERR, dein Wort ist meines Fußes Leuchte EG Wü 781.3

oder Herr, dein Wort ist meines Fußes Leuchte ZB 250.2

oder ein anderer Gesang

Stille

Zweite Wache

 Psalm 72 - Gott gib dein Recht dem König EG.E 68 oder Psalm 72  B - Der HERR rettet das Leben der Armen TZB 354

Präfamen

Die frühe - und in gewisser Hinsicht bleibende - Vorstellung in Israel war, dass Gott selbst den Königs-titel beansprucht; er blieb „über lange Zeit Israels Gott JHWH vorbehalten und das Volk selbst for-miert sich eher verstaatlich als Stämmeverband. Erst nach Jahrhunderten wünscht es sich wie andere Völker einen König an der Spitze, um in den kriegerischen Auseinandersetzungen nicht unterzugehen. Die [damit verbundene] Unterstellung, es habe damit JHWH verworfen, da er nun nicht mehr König sein solle, stammt aus der späteren Zeit des Rückblicks  und nennt nachträglich wie zur Warnung eine Liste der Erfahrung, die bis. Heute eine Nation machen kann:“ Forderungen, die das Leben einschränken. Ebenso ist es eine „vorsorgliche“ Einfügung in das mosaische Gesetz, wenn im sog Königsgesetz“ Beschränkungen für die Macht eines möglichen Königs genannt werden: Erwählung durch Gott, kein Ausländer, nicht viele Rosse, nicht viele Frauen nicht viel Silber und Gold, Kenntnis und Einhaltung  des priesterlichen Gesetzes und sein „Herz soll sich nicht erheben über seine Brüder.“ (5. Mose 17,20)

So bleibt eine gewisse Skepsis gegenüber denen, die Macht erlangt haben. Mit Saul, dem ersten König in Israel, macht das Volk zwiespältige Erfahrungen, wie es der Prophet und Samuel angedeutet hat.

[ Christus, der Herr, schenke uns Leben und Seligkeit. R. Amen,]

Lesung:  1. Samuel 8, 4-7.9-11.14.17.19.22a - Israel will eine König

Antwortgesang. Weise mir, Herr, deinen Weg EG Wü 779.1 

Oder HERR, weise mir deinen Weg TZB 220.2 

oder ein anderer Gesang

Stille

Dritte Wache

Psalm 67 - Gott sei uns gnädig und segne uns EG.E 64

oder Psalm 67 - Es danken dir Gott die Völker … TZB 331


Präfamen

Mit David, dem Sohn des Isai, dem zweiten König in Israel (um 1.000 v.Chr.) erhält das Volk dann einen Herrscher, der - trotz vielfachen persönlichen Fehlverhaltens - dennoch zur Idealgestalt des „politischen“ Führerss wird. Allerdings hält dieses Reich nicht lange, schon nach seinem Sohn Salomo, zerbricht es in einen Nordteil, der Israel genannt wird,  und den Südteil Juda. Nach einer langen Folge unfähiger Herrscher und verlorener Kriege muß nach der Kapitulation vor Nebukadnezar im Jahr 597 v.Chr. der Großteil des Volkes ins Exil nach Babylon ziehen. Doch selbst unter den Bedingungen von Gefangenschaft und Unterdrückung und bei aller Sehnsucht und Hoffnung auf Rückkehr in die alte Heimat wird das Volk durch den Propheten aufgefordert, durch ihr aktuelles Leben vor Ort in Mitver-antwortung für die Gemeinschaft im Lande zu übernehmen. Eine Weisung, die auch weiter für die Lebenshaltung in der Gemeinschaft wichtig bleibt.

[ Gott, der Heilige Geist, entzünde in unseren Herzen das Feuer seiner Liebe.  R:  Amen. ]

Lesung: Jeremia 29,1.4-7(11-) Suchet der Stadt Bestes

Antwortgesang Fest wie der Himmel steht dein Wort EG Wü 781.6

oder Fest wie der Himmel steht dein Wort TZB 832

oder ein anderer Gesang

Stille

Evangelium

Canticum: Seligpeisungen -  Gedenk an uns, o Herr, wenn du kommst … EG 307

oder Gottes wunderbarer Weg  Jesaja 55 - Meine Gedanken ….                             TZB 278

Evangelium:               Lukas 1,46-55 - Der Lobgesang der Maria

Antwortgesang Mit Freude erfüllt mich dein Walten EG Wü 781.4

oder Doxologie               Dir gebührt unser Lob                                                     TZB 914

oder ein anderer Gesang

Stille

Kyrie-Anrufungen

Um Gerechtigkeit und Freiheit unter den Völkern der Erde, um ein Ende von Krieg und Gewalt auf un-serer Erde, um den Frieden und die Bewahrung der Schöpfung - rufen wir:           Kyrie eleison.

Um verantwortungsbewusste Politiker, um anregende Denker, Wissenschaftler und Künstler, um gute Erzieher für unsere Kinder - rufen wir:          Kyrie eleison.

Um geduldige Begleiter und Helfer für Kranke, Benachteiligte, Arme und Schwache; um Menschen, die andere ermuntern, erfreuen, ermutigen und trösten, um überzeugende Vertreter der Religionen und

Weltanschauungen - rufen wir:  Kyrie eleison.

Vaterunser

Schlussgebet

Treuer Gott, du schaffst und erhältst unser Leben. Nimm uns unter deinen Schutz. Wehre den Mächten, die das Leben bedrohen. Gib, dass alle, denen Macht übertragen ist, erkennen und tun, was dem Frie-den und der Gerechtigkeit dient. Durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. E2000 475

Da pacem Verleih uns Frieden gnädiglich                         EG 421  oder TZB 240.5  

Segen

*

Quellen und Vorlagen

Soweit nicht anders angegeben sind Bibelverse wörtlich zitiert aus: Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung – revidiert 2017, © 2017, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
<ç> entsprechend den aktuellen Corona-Regeln

* Durch einen Stern gekennzeichnete Stücke entfallen, wenn kein Abendmahl gefeiert wird

[ ] Durch Klammern gekennzeichnete Stücke können entfallen

a vgl. EKD – 25 Jahre Deutsche Einheit -  Gottesdienstentwurf aus Kurhessen-Waldeck, 2015

b vgl. Evangelisches Tagzeitenbuch, 5. /6. Auflage, Göttingen 2003/2020, Nr. 189./190.1

c vgl. Evangelisches Gottesdienstbuch, Berlin 2000, S. 642

d vgl. Lutherische Liturgische Konferenz in Bayern, Liturgische Entwürfe für das Kirchenjahr,  Heft 3, Nürnberg o.J., S. 117 f

e vgl. Lutherische Liturgische Konferenz in Bayern, Liturgische Entwürfe für das Kirchenjahr,  Heft 3, Nürnberg 2000, S. 118

f vgl. Evangelisches Gottesdienstbuch,(UEK/VELKD), Bielefeld/Leipzig 2020, S. 748

g vgl. Evangelisches Gottesdienstbuch,(UEK/VELKD), Bielefeld/Leipzig 2020, S. 789