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27. Dezember 


Evangelist Johannes  (weiß) - Künder der Frohen Botschaft 

Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Mk 16,15b



<ç> Abendgottesdienst (Vesper)

[ Vorspiel ]


Eröffnung (Begrüßung)

Gnade sei mit uns und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus.  R: Amen.

Der heutige Tag ist dem Gedenken Johannes gewidmet, der in der kirchlichen Tradition der „Apostel und Evangelist“ genannt wird. Ob er der war, den Jesus lieb hatte, der ihm folgte von Anfang an und blieb bis zuletzt? Ob er der war, der Zeuge wurde der Auferstehung, der zur Säule wurde der jungen Gemeinde? Ob er der war, der sein Leben erzählte, den Gemeinden schrieb und prophetisch sprach? Ob er das alles zugleich war oder ob es doch mehrere waren? Eines ist sicher, die Botschaft, die sich auf ihn beruft, hat sich Bahn gebrochen durch die Zeit hindurch, das Evangelium, das mit seinem Namen verbunden ist, hat Menschen zum Glauben gebracht. „Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König! (Jes 52,7) (a) 


oder
Eröffnung (Ingressus): Herr, bleibe bei uns (EG Wü 781.1)


[ Luzernar

Ausgehend von einer (hereingebrachten) Kerze (oder vom Weihnachtsbaum her) werden alle Lichter in der zuvor (sonst) noch unerleuchteten Kirche entzündet.


Lied: Gelobet seist du, Jesu Christ - EG 23,1-4


[ Danksagung über dem Licht

(Der Herr sei mit euch R: und mit deinem Geiste.

Lasst uns danksagen und Gott preisen. R: Das ist würdig und recht. )

Gepriesen seist du, Gott, ewige Güte /

Grund allen Lebens, König der Welt

+ Du unsere Zuversicht, du Hoffnung Davids.

Du hast uns erfreut, ja unsre Freude groß gemacht;

denn du hast die Rettung gesandt:

+  Christus, das Kind des Friedens aus ewigem Rat,

Geboren von Maria in Davids Stadt,

verkündet den Armen in der Nacht, /

geglaubt bis an die Enden der Erde,

+  ist er erschienen als unbesiegbare Sonne deiner Gerechtigkeit.

So überwindet und zerstört er unsre Finsternis

+  und bestärkt uns in der Freiheit deiner Kinder.

Alle Ehre gebührt dir, Gott, in der Höhe

+  durch ihn, Christus, den Sohn deiner Gnade.

Sei gepriesen in der Liebe seines Geistes

+  an diesem Abend, wie für immer und ewig. (b) R: Amen. ]


Psalmodie (gesungen)

Leitvers: Bei dir ist die Quelle des Lebens...

Psalm 36: Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist (EG W 780.3)


oder Psalmgebet (gesprochen)

Leitvers: Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingeborenen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. 1.Joh 4,9

Psalm 92 : Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken (EG.E 80 / EG 737) 


[ Tagesgebet

Beten wir in der Stille zu Gott, dass wir das Evangelium vernehmen und begreifen: 

(I+IV) Du liebender Gott, du hast deinen Sohn Jesus Christus Mensch werden lassen und ihn durch den Evangelisten Johannes als das Licht der Welt bezeugt. Gib, dass auch unsere Herzen durch dieses Licht erleuchtet werden in ihm, Jesus Christus, unserm Bruder auf Erden, unserm Herrn für Zeit und Ewigkeit. (d)

oder 

(II+IV) Allmächtiger Gott, dein ewiges Wort ist Mensch geworden und in ihm ist deine Gnade und Wahrheit herrlich erschienen. Öffne unsere Herzen für diese Frohe Botschaft, wie sie der Evangelist Johannes bezeugt, dass wir dieses Wunder erfassen, das du bereitet hast in Jesus Christus, deinem Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und wirkt in Ewigkeit. (c)

oder

(III+VI) Barmherziger Gott, sende die Strahlen des Lichtes auf die Kirche, dass wir erleuchtet von der Verkündigung des Evangelisten Johannes auf den Wegen im Licht deiner Wahrheit wandeln, damit wir am Ende zum Licht des ewigen Leben gelangen durch Jesus Christus, deinen menschgewordenen Sohn, unsern Herrn, der mit dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und wirkt in Ewigkeit. (e)]


¶ Alttestamentliche Lesung: Sprüche 8,22-36  (II)  Der HERR hat mich schon gehabt am Anfang 


Antwortgesang: Ich suche dich, Herr, von ganzem Herzen (EG Wü 780.5) 


¶ Epistel:  1. Johannes 1,1-4 (I) Was von Anfang an war, was wir gehört haben 


Antwortgesang:  Gelobt sei der Name des Herren (EG Wü 779.4)


¶ Evangelium: Johannes 21,20-24 (III) Petrus sah den Jünger, den Jesus lieb hatte


Antwortgesang:  Herr, dein Wort ist meines Fußes Leuchte (EG Wü 781.3)


¶ Betrachtung 


[ Besinnung (Stille oder Musik) ]


Hymnus (Lied):  Herr, du hast darum gebetet ( EG 267,1-5)

oder Wunderbarer Gnadenthron (EG 38)


Lobgesang (Canticum)

Leitvers: Christus, unsern Heiland, ewigen Gott, Marien Sohn, preisen wir in Ewigkeit.

MagnificatMeine Seele erhebt den Herren (EG W 781.6)


oder 

Seligpreisungen 

Der HERR lässt sein Heil kundwerden; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar. Ps 98,2 Im Vertrauen auf Christi Verheißung glauben und bezeugen wir:

Seligpreisungen  (gesprochen) -  Selig sind, die da geistlich arm sind (EG W 760)

oder Seligpreisungen  (gesungen) - Gedenk an uns , o Herr (EG 307)


oder

Bekenntnis

Dem vernommenen Wort Gottes lasst uns Antwort gegeben durch unseren Glauben. Reihen wir uns ein in die Schar der Zeugen seit den Tagen der Apostel. Loben wir Gott in unserem Bekenntnis:

Apostolische Glaubensbekenntnis - Ich glaube an Gott, den Vater (EGW 686)

oder 

Das Evangelium bezeugt, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt. Wer nun bekennt, dass Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. (nach 1.Joh 4.14.15)

Hymnus aus dem Johannes-Evangelium - Im Anfang war das Wort (EG W763)


Fürbitten

Ewiger Gott, wir gedenken in diesen Tagen besonders des Kommens deines Sohnes in unsere irdische Welt. Durch sein Leben als Mensch, durch seine Worte und Taten, durch seinen Tod und seine Aufer-stehung hat er das Geheimnis deines Wesens offenbart. Durch ihn bitten wir dich:

R: Kyrie eleison.

Erleuchte deine Kirche, dass sie erfassen kann, was Johannes als Evangelium verkündet. Schenke den Theologen die Weisheit, dein Geheimnis zu erkennen und es verständlich auszulegen. Wir bitten dich:

R: Kyrie eleison.

Erfülle alle Menschen mit deinem Geist, damit sie in Christus das Licht der Welt wahrnehmen und ihm folgen. Lass uns an deinem Sohn die Liebe erkennen, die du uns als Vater erweist, dass auch wir deine Kinder heißen und es sind. Wir bitten dich:

R: Kyrie eleison.

Tröste alle, die an ihrer Schwachheit leiden, durch die Nähe deines Sohnes, der ein Mensch geworden ist wie wir. Führe unsere Verstorbenen hin zur ewigen Vollendung. Wir bitten dich:

R: Kyrie eleison.

Christus hat unter uns gewohnt, dein eingeborener Sohn, voller Gnade und Wahrheit und von seiner Fülle haben wir genommen Gnade um Gnade. Durch ihn loben wir dich, durch ihn beten wir dich an, durch ihn danken wir dir in deiner Kirche, heute und jeden Tag, bis in alle Ewigkeit. (e)


Vaterunser

Schlusssgesang:
Gott Vater, dir sei Dank gesagt und Ehre - EG 160

[ Sendungswort

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater voller Gnade und Wahrheit. Joh 1,14 ]


Segen – [Nachspiel]

*


<ç> Gestaltung der Vesper mit dem Evangelischen Tagzeitenbuch

1. Psalm Ps 117 Wie lieblich sind auf den Bergen TZB 803

2. Psalm Ps 71 A  HERR , wenn ich dir singe TZB346

3. Psalm Ps 96 – Das Wort ward Fleisch TZB 404

Resp AT Ich will dir danken, HERR, mein Gott TZB 860

Resp Ep Geht hin in alle Welt TZB 806

oder Ein Kind ist uns geboren TZB 413

Resp Ev Verkündet die Herrlichkeit Gottes TZB 848

Hymnus Christus, du Licht vom wahren Licht TZB 840

Antiphon Was von Anfang an war, was wir gesehen TZB 844

Magnificat VIII Meine Seele preist die Größe des Herrn TZB 258

[ Preces Um Nachfolge TZB 195.24 ]

*


<ç> Besonderes Zeichen (Minne-Wein)

Im Gedenken an den Jünger Johannes als dem großen Künder der Liebe Gottes,  von dem es mehrfach in Evangelium heißt, dass Jesus ihn lieb hatte, entwickelt sich schon im frühen Mittelalter der Brauch, des „Minnetrinkens“, d.h. in liebender Erinnerung ein Trinken vom sog. Johanniswein. „Trinke die Liebe des heiligen Johannes“ lautete dazu die alte Formel. An diesen Brauch der Johannesminne kann zum Abschluss des Gottesdienstes angeknüpft werden, doch ist zu bedenken, wie dies entsprechend den aktuellen Corona-Regeln gestaltet werden kann.

Betrachtung zum Johanniswein

Also hat Gott  die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh 3,16 - Versammelt in diesen weihnachtlichen Tagen zum Gedenken der Menschwerdung des Wortes bitten wir Gott, er segne uns den Wein, den er gegeben hat, des Menschen Herz zu erfreuen. Er stärke in uns den Glauben, wie sein Sohn Jesus Christus auf der Hochzeit zu Kana durch sein erstes Zeichen, das Wunder der Verwandlung, den Glau-ben seiner Jünger geweckt hat. Gott lasse uns von der Frucht des Weinstocks in Freude und Dankbarkeit genießen und mache uns seiner Zuwendung und Hilfe gewiss alle Tage unseres Lebens durch ihn, Christus, seinen menschgewordenen Sohn, unsern Bruder und Herrn. (f)

Übergabe

Trinken wir von diesem Wein - im Gedenken der Liebe des Apostels Johannes, von dem es heißt, dass Jesus ihn lieb hatte, und der selbst bezeugt: Gott ist Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingeborenen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. (1.Joh 4,16.9.11)

*


<ç>  Gestaltung einer Vigil am Vorabend mit 

1. dem Evangelischen Gesangbuch oder 2. dem Evangelischen Tagzeitenbuch 


Eröffnung

Ingressus Herr, tu meine Lippen auf.                                                              EG Wü 779.1

Herr, tu meine Lippen auf TZB 200

Invitatorium Psalm 95 EG.E 81

oder Christus, das Haupt der Kirche … TZB 211.15

mit Psalm 95

Lied Wunderbarer Gnadenthron EG 38

oder Hymnus Christus, du Licht vom wahren Licht TZB 807

Erste Wache

Psalm 89 - Ich will singen von der Gnade des HERRN ewiglich EG.E 77

oder Psalm 89 A Deine Gnade steht fest für ewig TZB  804

Präfamen (g)

Das Johannesevangelium unterscheidet sich in Stoff, Aufbau und Sprache so charakteristisch von den drei anderen Evangelien, dass ihm eine Sonderstellung eingeräumt werden muss. Zweifellos stammt es nicht nur aus späterer Zeit als jene, sondern vor allem wahrscheinlich aus einer ganz eigenen, in sich geschlossenen Gemeinde, die eine Sprache und einen Denkstil entwickelt hat, wie wir sie sonst im ganzen Neuen Testament nur in den Johannesbriefen wiederfinden. Wie das Markus-Evangelium kennt es keine Kindheitserzählungen über Jesus, sondern setzt mit seinen öffentlichen Auftreten nach der Taufe durch Johannes ein. Eröffnet wird das Johannes-Evangelium mit einem großen Hymnus von der Menschwerdung des Logos, die sich in Jesus Christus ereignet hat. Dieser Hymnus in strenger, gebundener Sprache hat kein Pendant in den anderen Evangelien, dürfte vom Verfasser nicht als Eigenes geschaffen, sondern aus dem Gottesdienst seiner Gemeinde übernommen sein. Mit dem „Wort“ ist nicht gemeint, was Jesus in seiner Ver-kündigung geredet hat, sondern das Jesus selbst der ist, in dem das Wort „Fleisch“ geworden ist und der vor seiner menschlichen Geburt von Ewigkeit her bei Gott war, durch den Gott von An-fang an - also bereits in der Schöpfung - einen Heilswillen zur Wirkung gebracht hat. Von ihm sagt der Hymnus aus, was die alttestamentliche Überlieferung vielfach von der Weisheit Gottes gesagt hatte, teils als ewige Gotteskraft beschrieben wird, teils als eine selbständige Person in der Nähe Gottes im Himmel ist, die als Gesandter Gottes zu den Menschen herabgeschickt worden ist. (g)Vgl. U. Wilkens, Das Neue Testament, S.305, 311)

[Gott, der allmächtige Vater, sei uns gnädig und barmherzig. R: Amen ]

Lesung Sprüche 8,22 -31(32) - Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her

Antwortgesang Weise mir, Herr, deinen Weg.                                                           EG Wü 779.3

oder Du zeigst mir, HERR, den Weg zum Leben TZB 786

Zweite Wache

Psalm 19 A Die Himmel erzählen die Ehre Gottes EG.E 16

oder Psalm 19 A   Wie ein Bräutigam tritt der HERR aus seinem Gemach hervor TZB 416

Präfamen  (g)

Die Anlage und Gliederung des Johannesevangeliums ist klar zu durchschauen. Der Grundgedanke ist: Jesus, der ewige Gottessohn, ist vom Vater in die irdische Menschenwelt hineingesandt worden und durch seinen Tod hindurch zu seinem himmlischen Vater zurückgekehrt. Sein Kommen hat zum Ziel, die Auserwählten Gottes im Glauben an ihn zu sammeln; seine Rückkehr in den Himmel, sie mit Gott zu vereinen. In den ersten Kapiteln des Evangeliums (1 bis 12) wird erzählt, wie Jesus sich als der von Gott gesandte Sohn offenbart und dadurch bewirkt, dass sich die Glaubenden und die Ungläubigen voneinander scheiden, der zweite Teil (Kapitel 13bis 20) zeigt wie Jesus seinen Jüngerkreis auf seine bevorstehende Rückkehr zum Vater als Vollendung des Heiles vorbereitet und dann unangefochten als der göttliche Sieger durch seine Leidensgeschichte hindurchschreitet und sich darauf den Seinen als Auferstandener zeigt. 

[ Christus, der Herr, schenke uns Leben und Seligkeit. R. Amen,]

Lesung Jesaja 53,4-6.10-12 - Fürwahr er trug unsere Krankheit

Antwortgesang Fest wie der Himmel steht dein Wort                                             EG.Wü 780.6

oder Fest wie der Himmel steht dein Wort TZB 832

Dritte Wache

Psalm 92 Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken EG.E 80

oder Psalm 92 Lebt als Kinder des Lichtes TZB728

Präfamen  

Das Johannes-Evangelium unterscheidet sich erheblich von den synoptischen Evangelien. Nach Johan-nes wandert Jesus mehrfach zwischen Galiläa und Judäa bzw. Jerusalem hin und her. Er wirkt mehr als zwei Jahre, denn der Evangelist erwähnt drei Paschafeste (Kapitel 2, 6 und 11). Auch das Todesdatum Jesu differiert im Johannes-Evangelium von dem der Synoptiker. Nach diesen wird Jesus am Tag des Paschafestes gekreuzigt. Johannes dagegen datiert seinen Tod auf den Tag vor dem Paschafest (vgl  Joh 18.28, 19,31). Das Johannes-Evangelium wird von Reden Jesu geprägt, die eher thematischen Reflexi-onen gleichen. Die Taten Jesu dienen entweder als Anlass für seine Reden (z.B. Kapitel 6) oder sind in größere Szenen mit Dialogen und Reden eingebaut (z.B. Kap. 11). Dabei erscheinen die Wunder Jesu bis zum Äußersten gesteigert:  Lazarus liegt schon vier Tage im Grab;  es werden 480 - 720 l Wasser  in Wein verwandelt). Sowohl die literarische Gestalt als auch das theologische Profil des Johannes-Evangeliums sprechen dagegen, dass ein Augenzeuge und Jünger Jesu sein Verfasser war. Die Verkün-digung des "Reiches Gottes", die nach dem Zeugnis der synoptischen Evangelien im Zentrum der Bot-schaft Jesu stand, fehlt im Joh fast vollkommen (nur 3,3.5) Dagegen verkündigt der Johannes Jesus sich selbst (vgl. vor allem die "Ich-bin-Worte" (Joh 6,35; 8,12; 10,7.11; 11,25; 14,6; 15,11) Das ist im Grunde genommen auch das einzige Thema der Offenbarungsreden des Johannes-Evangeliums. Sein theologisches Profil weist den Verfasser als einen Autor aus, der die Wirksamkeit Jesu mit erheblichem Zeitabstand und auf einem hohen Reflexionsniveau betrachtet. Damit dürfte er kaum zur Generation der ersten Zeugen gehören. Da der Verfasser intensiv Traditionen nutzt, deren Ursprung im hellenistischen Judentum zu suchen ist, war er selbst möglicherweise Judenchrist. (h)

[ Gott, der Heilige Geist, entzünde in unseren Herzen das Feuer seiner Liebe.  R:  Amen. ]

Lesung 2. Mose 33,18-23 -  Mein Angesicht kannst du nicht sehen  

Antwortgesang Herr, dein Wort ist meines Fußes Leuchte                                      EG Wü  780.3

oder Verkündet die Herrlichkeit Gottes TZB  843

Evangelium

Te Deum Herr Gott, dich loben wir EG 191

oder Dich, o Gott, loben wir TZB 216

Evangelium Johannes 1,1-3.9-14 - ImAnfang war das Wort

Antwortgesang Mit Freude erfüllt mich dein Walten                                              EG Wü 781.4

oder Doxologie Dir gebührt unser Lob TZB 914

Abschluss

Kyrie-Anrufungen 

Wir preisen Jesus Christus, der durch seine Apostel und Evangelisten der Welt das Heil verkündet hat. Wir rufen:                                                                                                         R. Kyrie eleison.

Dankbar, dass er seine Kirche auf dieses Fundament gegründet hat, vertrauen wir, dass wir da-durch immer wieder zur Einheit geführt werden. Wir rufen:                                 R. Kyrie eleison.

Dankbar für das Wort der Wahrheit, das wir im Evangelium empfangen haben, bitten wir, dass es sich für uns als Licht und Freude erweise. Wir rufen:  (i)                                     R. Kyrie eleison.      

Vaterunser

Gebet

Allmächtiger Gott, du hast uns durch den Evangelisten Johannes einen Zugang zum Geheimnis deines ewigen Wortes eröffnet. Lass uns mit erleuchtetem Verstand und liebendem Herzen erfas-sen, was er in gewaltiger Sprache verkündet hat. Darum bitten wir durch Jesus Christus, dein Sohn,  unsern Retter und Herrn. (k)

Lob und Segen

*


Stücke zur Feier des Abendmahls


* Eingeständnis und Zusage

Wir bekennen vor Gott und voreinander unser Versagen und unsere Schuld. Wir haben gegen Gottes Willen gehandelt in unserem persönlichen Leben und als ganze Gemeinde. Wir haben Gott und einander enttäuscht. Gott nehme sich unser an und bringe uns zurecht, dass wir denken, reden und leben, wie es der Liebe Christi entspricht. Gott erneuere uns nach seiner Gnade (l):

=

Darin besteht die Liebe: nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden. 1.Joh 4,10


Anrufung I - Gloria in excelsis

V xG   Ehre sei Gott in der Höhe (EG 180.1 oder EG 180.3) 

oder

Anrufung II

Herr Jesus Christus, ewiges Wort des Vaters, du bist das Licht der ganzen Welt; du bist der Mittler allen Lebens. Dich rufen wir an:

Kyrie oder Lobpreis

Zu unserem Heil bist du gekommen, du bist Mensch geworden und hast unter uns gewohnt; du bist unser Freund und Bruder. Dich rufen wir an:

Kyrie oder Lobpreis

Niemand hat Gott je gesehen, als der eingeborene Sohn hast ihn uns verkündigt; du bist wahrer Mensch und wahrer Gott. Dich rufen wir an: (m)

Kyrie oder Lobpreis


Graduale: Psalm 92,2.3.5.6 – Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken (aus EG.E 80) 

Leitvers: Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben. Röm 1,16

oder Psalm  92 – Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken  (EG 727)


Halleluja

Halleluja. Freuet euch des HERRN, ihr Gerechten; * die Frommen sollen ihn recht preisen. Ps 33,1 Halleluja. Ihr werdet meine Zeugen sein * in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.  Apg 1,8 Halleluja.


Friedensgruß

Der Gott der Hoffnung erfülle uns mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass wir immer reicher werden durch die Kraft des Heiligen  Geistes. Grüßen wir einander zum Frieden in solcher Hoffnung. 

Röm 15,13


[* Bereitung 

Gott, du Vater des Lichtes, nimm uns an mit allem, was wir an diesem Tage vor dich bringen, und lass uns teilhaben an deiner Weisheit und Liebe durch dein menschgewordenes Wort, Jesus Christus, unsern Bruder und Herrn. (n)]


* Dialog – Präfation - Sanctus

Wahrhaft würdig ist es und recht , /

zu unserm Heil und zu unserer Freude, /

dir, Gott, für die Fülle deiner Gnade zu danken /

+ und dich zu loben durch Jesus Christus, unsern Bruder und Herrn.

Er ist von Ewigkeit her bei dir gewesen, /

in ihm hast du uns dein Herz geöffnet /

+  und deine Liebe gezeigt.

Er wurde ein Mensch wie wir, /

er kann uns verstehen, /

+  er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben r alle Welt.

Darum stimmen wir ein in das Lob der himmlischen Scharen

und preisen mit (Johannes und) dem Heer deiner Heiligen

+ dich, Gott, in deiner Herrlichkeit: (o)

G: Heilig, heilig, heilig - EG 195.1-3


* Abendmahlsgebet 

Wir rufen zu dir, heiliger Gott, und sind voll Freude, dass wir das Mahl halten können, das Jesus den Seinen aufgetragen hat:

Einsetzungsworte

Sooft wir von diesem Brot essen und von diesem Kelch trinken, erfahren und bezeugen wir das Geheimnis des Glaubens:

G: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir ...

So gedenken wir des Lebens Jesu, seines Leidens und seiner Auferstehung und feiern seine Gegenwart mit Brot und Kelch. Wir verkünden, dass er sein Evangelium mit seiner Hingabe aus Liebe bestätigt hat. - Wir bitten um den Heiligen Geist, dass wir in diesen Gaben Christus aufnehmen in unser Leben und selbst zu seinen Genossen und Mitarbeitern werden. Verbunden zur Gemeinde Christi durch die Epochen der Geschichte und im Dank für das Heil, das er gewährt, treten wir ein für alle Menschen. - Wir bitten um die Vollendung seines Reiches, das sich uns schon jetzt öffnet in der Vorfreude, wenn wir sein Mahl feiern können. - Durch ihn und mit ihm und in ihm geschieht dir, Gott, alle Ehre in Zeit und Ewigkeit. (p)


* Dankgebet

Ewiger Gott, Johannes hat in seinem Evangelium deinen Sohn verkündet als dein Wort, das Fleisch geworden ist unter uns Menschen. Wir haben ihn in Wort und Sakrament empfangen und bitten: Gib, dass wir in ihm bleiben und er in uns bis wir ihn in seiner Herrlichkeit schauen, ihn Christus, unsern Bruder und Herrn.(q)


Quellen und Vorlagen


Soweit nicht anders angegeben sind Bibelverse wörtlich zitiert aus: Die Bibel nach Martin Luthers

Übersetzung – revidiert 2017, © 2017, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 

<ç> entsprechend den aktuellen Corona-Regeln

[ ] Durch Klammern gekennzeichnete Stücke können entfallen
* Durch einen Stern gekennzeichnete Stücke entfallen, wenn kein Abendmahl gefeiert wird

Der Betrachtung liegt die Perikope der aktuellen Predigtreihe zugrunde. Eine vorangehende Schriftlesung (mit Antwortgesang) und das Tagesgebet können aus den übrigen Texten gewählt werden.

a  vgl. W.Milstein, Den Gottesdienst beginnen, Göttingen 1999, S. 134

b vgl. Evangelisches Tagzeitenbuch, 5./6. Auflage, Göttingen 2003/2020, Nr. 190.10

c vgl. Evangelisches Tagzeitenbuch, 5./6.. Auflage, Göttingen 2020, Nr. 121.1

d vgl. Evangelisches Gottesdienstbuch,(UEK/VELKD), Bielefeld/Leipzig 2020, S.571

e Quelle derzeit nicht feststellbar

f R.B. nach verschiedenen Vorlagen

g R.B. - Präfamina vor allem nach U. Wilkens, Das Neue Testament, S.305, 311

h vgl. www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/neues-testament/evangelien/johannes/

i vgl. Kleines Stundenbuch - Gedenktage der Heiligen (Liturgische Institute Trier u.a.), S. 446 

k vgl. Kleines Stundenbuch - Gedenktage der Heiligen (Liturgische Institute Trier u.a.), S. 176

l vgl. Lutherische Liturgische Konferenz in Bayern, Liturgische Entwürfe für das Kirchenjahr,  Heft 4, Nürnberg 2000, S. 36

m vgl. Lutherische Liturgische Konferenz in Bayern, Liturgische Entwürfe für das Kirchenjahr, 

Heft 4, Nürnberg 2000, S. 34

n vgl. Die Feier der Eucharistie (Alt-Katholiken), 3. Aufl. Bonn 2006, S. 556 

o Quelle derzeit nicht feststellbar

p vgl. E.L.Fellechner / H.Miethe  (Hg) Praxishilfe Gottesdienstliturgie, Band 2, S. 335

q vgl. Die Feier der Eucharistie (Alt-Katholiken), 3. Aufl. Bonn 2006, S. 557