Texte zu Gottesdiensten im Kirchenjahr

2. August 2026


9. Sonntag nach Trinitatis (grün) - Anvertraute Gaben    

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern. Luk 12,48


Predigtgottesdienst


Vorspiel


Eröffnung (Begrüßung)

Im Vertrauen auf das Wort des Lebens, das uns zugesagt ist in der Taufe: im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. R: Amen. (a)

Ob uns immer bewusst ist, was uns an Fähigkeiten und Talenten gegeben ist? Und wie gehen wir damit um? Die uns anvertrauten Gaben sind nicht dazu gedacht, dass wir sie für uns selbst behalten und horten.Vielmehr können wir sieVertrauen auf ihren Geber mit anderen teilen - Reichtum, wohl auch die Erfahrung von Bedürftigkeit. Der Spruch dieser Woche unterstreicht es: Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen, und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern. (Lk 12,28) (b)


Lied zum Eingang: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr - EG 397,1-3


Psalmgebet (gesprochen)

Votum: HERR, lass deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen, und die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Der HERR sei hochgelobt. Ps 40,17

Psalm  63 – Gott, du bist mein Gott, den ich suche  (EG.E 62 / EG 729)

oder

Votum: HERR, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns 

beweisest; dir ist nichts gleich! Ich will sie verkündigen und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind.  Ps 40,6

Psalm 139 B - HERR, du hast meine Nieren bereitet (EG.E 109)


Tagesgebet

Beten wir in der Stille zu Gott, dem wir uns anvertrauen dürfen: - Stille – 

Gott, mache unsere Schritte fest auf dem Weg durch dieses Leben, dass wir hinfinden zu dir. Lege in unseren Mund immer wieder Worte, dich zu preisen. Nimm von uns alle Täuschung, befreie uns aus Verstrickungen und führe uns zu deiner Wahrheit. Lass deine Gerechtigkeit aufscheinen unter uns. Mit deinem Erbarmen begleite uns, deine Güte und Treue mögen uns behüten in Christus, unserm Bruder und Herrn. (c)

oder

Du unser Gott. Schon unser irdisches Leben ist ein Geschenk und immer wieder erfahren wir, wie wir davon leben, dass wir von anderen empfangen: Liebe, Verstehen, Anerkennung, Geduld. Lass uns begreifen, wie du an uns wirkst, dass wir alles, was das Leben trägt, aus deiner Hand erwarten, Tag um Tag bis in deine Ewigkeit. (d) 

oder
Gebet: … wir leben aus deiner Kraft und von der Fülle deiner Gaben. … (e)


Schriftlesung  (Evangelium): Matthäus 25,14-30 (IV) Umgang mit dem Anvertrauten

oder (Epistel): Philipper 3,(4b.6)7-14 (I) Lebenswende durch Christus


Antwortlied: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr - EG 397,1-3


Predigttext (Altes Testament): Jeremia 1,1-10 (II) ich lege meine Worte in deinen Mund


Predigt


Besinnung (Stille oder Musik oder Lied)


Bekenntnis

Seien wir allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann,  der von uns Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in uns ist. cf 1. Petr 3,15 Lasst uns Gott loben und im Bekenntnis Zeugnis geben von solcher Hoffnung: 

Apostolisches Glaubensbekenntnis:  Ich glaube an Gott, den Vater (EG Wü  686)

oder

Christus spricht (zu seinen Jüngern): Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt. Matth 5,13a.14a [Lasst uns bekennen, was uns Hoffnung gibt:]

Seligpreisungen - Selig sind, die da arm sind  (EGWü 760)

oder

Bekenntnislied:  Sollt ich meinem Gott nicht singen - EG 325,1-4


Fürbitten

Du hast uns Leib und Leben gegeben. Du rufst uns, Gott, in deinen Dienst. Du willst uns brauchen für deine Welt. Du erwartest uns mit allen unseren Kräften und Fähigkeiten. Wir rufen dich an: R:Kyrie eleison

Verfüge, Gott, über unsere Augen. Lass uns erkennen, wo unsere Hilfe gefordert ist. Lass uns empfindsam werden für die Not und die Sorgen unserer Mitmenschen. Wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison

Verfüge, Gott, über unseren Mund. Lass uns Worte der Liebe finden, Worte der Freundschaft verbreiten, Worte des Verständnisses aufbringen, Worte der Vergebung zusprechen. Wir rufen dich an: R: Kyrie eleison

Verfüge, Gott, über unser Denken. Lehre uns Gedanken des Friedens. Mach uns wachsam. Lass uns überlegen, was zu ändern ist, damit mehr Menschen glücklich werden. Wir rufen dich an R: Kyrie eleison

Verfüge, Gott, über unsere Füße. Lass uns auf andere Menschen zugehen. Mach uns bereit, den ersten Schritt zu wagen auf dem Weg zur Versöhnung. Wir rufen dich an: 

R: Kyrie eleison

Verfüge, Gott, über unsere Hände. Lass uns zufassen, wo wir gebraucht werden, und behutsam sein, damit niemand verletzt wird, und zärtlich, um Freude zu wecken und Trost zu geben. Wir rufen dich an:R: Kyrie eleison

Verfüge, Gott, über unser Herz. Lass uns deine Liebe erfahren, damit die Liebe unter uns nicht erlischt. Lass unser Leben von Freude erfüllt sein, dass es gelingt  - ganz mit Leib und Seele, mit Sinn und Verstand - dich Gott zu loben und dir zu dienen durch Christus, unsern Bruder und Herrn . (f) 


oder das aktuelle Wochengebet der VELKD

Vaterunser


Lied zum Ausgang: Die Erde ist des Herrn - EG Wü 659


Abkündigungen – Friedensbitte: Verleih uns Frieden gnädiglich - EG 421


[ Sendungswort

Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.1.Petr 4,10 ]


Segen – Nachspiel

* 

 

entfalteter Wort- bzw. Abendmahlsgottesdienst (Form der Messe) 


Vorspiel (g)  Eröffnung (wie oben) 


Lied zum Eingang:  Herzlich lieb hab ich dich, o Herr - EG 397,1-3


* Eingeständnis und Zusage
Unsere Hilfe steht im Namen des H
ERRN,

G: der Himmel und Erde gemacht hat.

Es ist nicht immer leicht, mit den geschenkten Lebensmöglichkeiten verantwortlich umzugehen. Ungeduldig, ungerecht und zögerlich bringen wir vieles durcheinander. Durch dunkle Gedanken, durch verletzende Worte, durch falsches Verhalten fügen wir einander Leid zu. Gott überwinde das Verkehrte in unserem Leben durch seine Liebe und schenke uns seine befreiende Gnade:  (h) 

G: Der allmächtige Gott erbarme sich unser. Er vergebe uns unsre Sünde und führe uns zum ewigen Leben.   (oder in anderer Form )   

Christus spricht: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, 

der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Joh 15,5 Wir dürfen gewiss sein:

Der barmherzige Gott hat sich uns zugewandt in Jesus Christus. Durch seine Hingabe sind

Schuld und Sünde überwunden. Aus seiner Vergebung können wir leben. Was gewesen ist,

soll nicht mehr beschweren, was  kommt muss uns nicht schrecken. Gottes Gnade ist unseres

Lebens Freude und Kraft. (oder in anderer Form) 


 Kyrie (EG 178.1-14) - Gloria (EG 180.1-4) (i)

oder

Bitte und Lob (i)

Welche Gaben sind uns anvertraut? Was trauen wir uns zu? Wodurch werden wir 

überfordert? Könnte uns etwas übermütig machen? Mit der Bitte um die Gabe der Unterscheidung rufen wir: (k)

Kyrie-Ruf 

Christus verheißt: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen, dessen ihr bedürft.  Mt 6,33

Gloria-Gesang

oder 

Lobpreis von Gottes Wort (i)

Anrufung: … wir Menschen leben nicht vom Brot allein, (l) ) 

- wie 7. Sonntag nach Trinitatis

oder

Entfaltetes Kyrie - mit Kehrvers „Höre uns“ (k)

Mitten im Stimmengewirr, vor dem wir uns nicht verschließen können, tut  eines uns not: Öffne uns das Ohr für deine Stimme, Gott. Wir rufen dich an:

G: Höre uns, wir rufen dich. Höre uns, wir suchen dich. Höre uns und sei uns nah. (ÖKT2010-Mü,105) oder ein ähnlicher Ruf

Mitten im Durcheinander der Meinungen, die wir zu hören bekommen, brauchen wir Orientierung: Öffne unsere Gedanken für deinen Willen, Gott. Wir rufen dich an:

G: Höre uns, wir rufen dich. Höre uns, wir suchen dich. Höre uns und sei uns nah...

Mitten im Lärm dieser Zeit, dem wir ständig ausgesetzt sind, fehlt uns der Sinn für die leisen Zwischenrufe. Öffne uns das Herz für deine Wahrheit, Gott. Wir rufen dich an: (m)

G: Höre uns, wir rufen dich. Höre uns, wir suchen dich. Höre uns und sei uns nah.


Tagesgebet  (wie oben)


Lesung (Altes Testament): Jeremia 1,1-10 (II) ich lege meine Worte in deinen Mund


Graduale
Psalm 63,6-9 -  Das ist meines Herzen Freude und Wonne (aus Ps 63 - EG 729 /EGE 61) (n)


Epistel: Philipper 3,(4b.6)7-14 (I) Lebenswende durch Christus


Halleluja

Halleluja. Lass deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen * und die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Der HERR sei hoch gelobt. Ps 40,17 Halleluja. Sagt Gott, dem Vater allezeit für alles Dank * im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Eph 5,20 

Halleluja.


Evangelium: Matthäus 25,14-30 (IV) Umgang mit dem Anvertrauten


Lied der Woche: Ich weiß mein Gott, das all mein Tun - EG 497 in Auswahl


Predigt zu Jeremia 1,1-10 (II) ich lege meine Worte in deinen Mund


Besinnung (Stille oder Musik oder Lied)


Bekenntnis -  Fürbitten (wie oben)


Friedensgruß
Christus ist unser Friede. Er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündet,  denen, die einst fern waren und denen, die nahe waren. Durch ihn haben wir alle Zugang zum Vater. Grüßen wir einander in seinem Frieden. Eph 2,14.17.18


* Lied zur Bereitung:  Dank sei dir Vater für das ewge Leben (EG 227 in Auswahl)


[ * Bereitung 

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun“ - so betont Christus. Erst in der lebendigen Verbindung mit ihm findet unser Leben zur Fülle. Wir sollen Kraft und Stärkung erfahren, wenn eingeladen werden, Brot und Wein als Gaben Christi zu empfangen (o)
oder 

* Gabengebet: …. Wir bringen Brot und Wein stellvertretend für die viele Gaben,…. (p) ]


* Dialog – Präfation - Sanctus 

Der Herr sei mit euch G:  Und mit deinem Geiste.

Erhebet eure Herzen. G: Wir erheben sie zum Herrn.

Lasst uns danksagen und Gott preisen. G: Das ist würdig und recht.

In Wahrheit ist es würdig und recht, /

unser Dienst und unsere Freude, /

+ dir, ewiger Gott, Dank zu sagen:

Denn du hast uns aus dem Nichts ins Dasein gerufen /

Du lässt nicht nach, alles zu tun, uns zu erlösen /

+  und in dein künftiges Reich zu bringen.

Für all das danken wir dir, dreieiniger Gott, /

für alles Gute, was uns geworden ist, sichtbar und verborgen, /

+  ob wir es kennen oder auch nicht.

Darum singen wir dir inmitten deiner ganzen Schöpfung. /

Darum stehen wir in der Schar derer, die dich bezeugen seit Anbeginn der Welt. /

Darum stimmen wir ein in das Lob deiner Herrlichkeit /

+ und bekennen mit allen deinen Engeln ohne Ende: (q)

G Heilig, heilig, heilig (EG 185 ,1-3.5)

* Abendmahlsgebet

Wir danken dir, dem heiligen Gott. Du hast uns dies Leben und die ganze Erde anvertraut. Obwohl wir uns abgekehrt haben von dir,  bist du gekommen in Jesus, deinem Sohn, und hast durch ihn dem Erdkreis noch einmal Hoffnung gegeben. Er hat sich hingegeben für das Leben der Welt:

Einsetzungsworte

Sooft wir von diesem Brot essen und von diesem Kelch trinken, erfahren und bezeugen wir das Geheimnis des Glaubens:

G  Deinen Tod, o Herr, verkünden wir … [EG 189]

So halten wir das Gedächtnis Christi und rufen dich, Gott, an: Sende deinen Heiligen Geist, damit er uns teilhaben lasse an der Gabe deines Sohnes. Lass uns gestärkt werden durch das Brot des Lebens und des Friedens und den Kelch des Heiles und der Versöhnung. Erneuere uns und den ganzen Erdkreis und führe uns auf dem Weg zur Vollendung in deinem ewigen Reich (r)


Vaterunser


* Brotbrechen  -  Agnus Dei

Der Kelch des Segens, für den wir danken, ist die Gemeinschaft des Blutes Christi. Das Brot, das wir brechen, ist die Gemeinschaft des Leibes Christi. Ein Brot ist's: So sind wir, die vielen, ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben. 1.Kor 10,16f

G Christe, du Lamm Gottes (EG 190.2)

* Einladung  [ - Friedensgruß] – Austeilung


* Dankgebet

Danket dem HERRN, denn er ist freundlich. Halleluja.

G und seine Güte währet ewiglich. Halleluja. (Ps 118,1)

oder 

Lobe den HERRN, meine Seele,

G und was in mir ist, seinen heiligen Namen ... (Ps 104,1-4)

Gott. Du hast uns an deinen Tisch gerufen und wir haben in Brot und Kelch die Gegenwart deines Sohnes erfahren. Wir bitten dich für jetzt und immer wieder: Lass uns vergessen, was hinter uns liegt und uns ausstrecken nach dem neuen Leben, zu dem wir erlöst sind durch Christus, deinen Sohn, unserm Bruder und Herrn.  (s)


Lied zum Ausgang: Die Erde ist des Herrn - EG Wü 659


Abkündigungen – Friedensbitte -  [Sendungswort –] Segen – Nachspiel (wie oben)


Quellen und Vorlagen


Soweit nicht anders angegeben sind Bibelverse wörtlich zitiert aus: Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung – revidiert 2017, © 2017, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
[ ]   Durch Klammern gekennzeichnete Stücke können entfallen

* Diese Stücke entfallen, wenn kein Abendmahl gefeiert wird

a vgl. Eröffnung der Liturgie in der Lutherischen Kirche von Kanada

b angeregt durch Communität Selbitz, Wochensprüche 2. Aufl. 1998, S. 50

e vgl. Kirchenagende I (2006) der Evangelischen Kirche der Pfalz , S. 665

d RB

e siehe Evangelisches Gottesdienstbuch (UEK/VELKD), Leipzig/Bielefeld 2020, S. 422

f vgl. Gottesdienstpraxis Bd. II/2’80, Gütersloh 1980, S. 83

g Beim Einzug kann die Bibel vorgetragen und zum Altar bzw. Lesepult gebracht werden

h vgl. E.Fellechner / H. Miehe, Praxishilfe Gottesdienstliturgie, Nidderau, Bd. 2, S. 118

i Zur Abwechslung im Anrufungsteil wird für die Zeit nach Trinitatis angeregt, Kyrie und Gloria durch Formen des Lobpreises aus verschiedenen Traditionen der Ökumene zu ersetzen.

k Quelle derzeit nicht feststellbar

l vgl. Wort-Gottes-Feier (Liturgische Institute), Tier 2004, S. 182

m vgl. vgl. W. Brinkel / H. Hilgendiek, Neue Eingangs- und Fürbittengebete, Gütersloh 1994, S. 106

n andere Palmversionen:

Evangelisches Gottesdienstbuch, Berlin 2000, S. 366 ;

Reimpsalter - Ausgabe des EG für die Evangelisch-reformierte Kirche, Ps 40,2.3 ; 

Joppich/Reich/Sell, Preisungen, Münsterschwarzach  4. Aufl. 2016, Ps 40 , S. 81 ff;

Evangelisches Tagzeitenbuch, 5. Aufl. Göttingen 2003, Nr.  729

o vgl. Ergänzungsband zum Württemb. Gottesdienstbuch, Stuttgart 2005, S.188

p siehe Evangelisches Gottesdienstbuch (UEK/VELKD), Bielefeld/Leipzig 2020, S. 655

q vgl. G. Kugler, Feierabendmahl, Gütersloh 1981, S. 111

r R.B. nach verschieden Vorlagen

s vgl. A. Schilling, Die Sonn- und Festtagsgebete... Luzern/Stuttgart 1980, S.  45