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28. bis 31. März 2013


Triduum sacrum - Feier der Drei Österlichen Tage (V)

Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Lk 24,26


Vorbemerkung

Die frühchristliche Osterfeier zeichnete sich dadurch aus, das hier Leiden, Tod und Erhöhung Christi als Einheit erfahren und gefeiert wurden. Ostern war nicht einfach das ›Fest der Auferstehung Jesu‹, sondern hatte das Geheimnis der Erlösung insgesamt zum Thema. Die Passion Jesu und sein Tod am Kreuz waren noch nicht einem - historisch wie gottesdienstlich von Ostern getrennt - ›Karfreitag‹ zugeordnet, sondern bildeten zusammen mit dem Gedächtnis seiner Auferstehung den unteilbaren Inhalt der Osterfeier selbst. Vom 4. Jahrhundert an wird - zuerst in Jerusalem - die Tendenz wirksam, in der österlichen Festfeier die Christusgeschichte sozusagen historisch nachzuvollziehen. In einem ersten Schritt kam es zur Ausgliederung der heiligen drei Tage (Triduum sacrum): Karfreitag als Tag des Leidens und Sterbens Jesu; Karsamstag als Tag der Grabesruhe; Ostersonntag als Tag seiner Auferstehung. Da der Vorabend bereits den folgenden Tag eröffnete, begannen die heiligen drei Tage faktisch mit dem Donnerstagabend. Im Zentrum der Feier stand weiterhin der Gottesdienst in der Osternacht, mit dem der dritte Tag des Triduum sacrum eröffnet wurde.“ (a)


An diese Anfänge möchte - verschiedene Anregungen aufnehmend - der folgende Entwurf anknüpfen und dazu eine gottesdienstliche Sequenz mit mehreren „Stationen“ für die „Drei Tage“ aufzeigen. Dabei sind auch Feiern berücksichtigt, an denen eher Tagzeitengebete gehalten werden.

So ergeben sich folgende „Stationen“:

I -  Gründonnerstag - Abend (Abendmahl)

II - Karfreitag-Morgen (Predigtgottesdienst)

III - Karfreitag-Mittag (Kreuzigung)

IV - Karfreitag-15 Uhr (Sterbestunde)

V - Karfreitag - Abend (Grablegung)

VI - VII - VIII - Karsamstag - Morgen / Mittag / Abend (Grabesruhe)

IX - Nacht zum Ostersonntag (Vigil-Lesungen)

X - Vor der Dämmerung- Osternacht

„Der Gedanke des einen Gottesdienstes von Gründonnerstag bis zur Osternacht spiegelt sich in den Liturgien... darin wider, dass die Feiern ab Gründonnerstag nicht mit einer ausdrücklichen Entlassung und den Schlusssegen beendet werden. Die liturgische Feier wird gewissermaßen unterbrochen, sie bleibt jeweils nach der folgenden Feier hin geöffnet. Auch die in der Ökumene verbreiteten Tradition, am Karfreitag kein Abendmahl zu feiern, hängt mit der Einheit der Feier von Tod und Auferstehung zusammen.“ (b)


Sicher wird es in den meisten Gemeinden nicht möglich sein, alle folgenden „Stationen“ zu begehen, wohl aber mag man einzelne Feiern auswählen. Als Projekt für künftige Jahre wäre jedoch - etwa im Zusammenhang einer Fastengruppe und als deren Abschluss - das intensive gemeinsame Begehen dieser Tage denkbar. Bei den Vorschlägen war das Bemühen wirksam, dass die Gemeinde (mit wenigen Ausnahmen) alle ihr übertragenen Gesänge und Psalmen im Evangelischen Gesangbuch (Stammausgabe) findet.



I  Gründonnerstag - Abendmahl (weiß)

Vorspiel


Eröffnung

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. R: Amen.

An diesem Abend beginnen wir die Feier der drei großen (österlichen) Tage, mit der wir das Gedenken unseres Herrn Jesus Christus, seines Leidens und Todes und seiner Auferstehung begehen. Es ist ein Weg, der vom Abendmahlstisch hin zum Kreuz und vom Kreuz hin zum Anbruch des Ostermorgens führt. Wir folgen Christus auf seinem Weg, um seine Wahrheit zu erkennen und dem zu begegnen, was sein Leben ausmacht. - Dies ist die Nacht, in der Christus als Lamm Gottes sich selbst ausliefert in die Hände derer, die ihn verraten. - Dies ist die Nacht, in der Christus sich mit den Seinen versammelt, um das Passa zu feiern. - Dies ist die Nacht, in der Christus uns sein Mahl schenkt und anvertraut, dass wir im Brechen des Brotes und Trinken des Kelches seine Hingabe verkünden und ausblicken auf die Vollendung, wenn sein Mahl gefeiert wird im kommenden Reich. - Dies ist die Nacht, in der Christus seinen Jüngern die Füße wäscht und uns zeigt, wie wir in Liebe einander achten und dienen sollen. - Dies ist die Nacht, in der wir aufgerufen sind zum Wachen und Beten. Stellen wir uns den Herausforderungen dieser großen Tage in der Gewissheit, dass alle, die mit Christus sterben, mit ihm auch leben werden. (c)


Lied zum Eingang: Du hast zu deinem Abendmahl (EG 224,1-4)


Vorbereitung (Eingeständnis und Zusage)

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,

G: der Himmel und Erde gemacht hat.

Als Gemeinde bekennen wir vor Gott, dass unser Denken und Handeln oft nicht dem Geist Jesu Christi entspricht. Wir haben darin versagt, dass wir einander nicht geliebt haben, wie Christus uns geliebt hat. Wir haben ihm Treue versprochen, aber gehören zu denen, die ihn verraten, verlassen und verleugnen. So bitten wir, dass Gott uns von unserer Schuld befreit und wir bewahrt werden in aller Anfechtung. Gott schenke uns seine Gnade: (d)

G:  Der allmächtige Gott erbarme sich unser. Er vergebe uns unsere Sünde und führe uns zum ewigen Leben.

Wer will uns beschuldigen, wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt. Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? (Röm 8, 34f) 

(Wir dürfen gewiss sein: Der allmächtige Gott hat sich über uns erbarmt und vergibt uns alle Sünde um Christi willen.) 


Gloria: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen ... (EG 180.1 oder 3 !) 

oder in anderer Form


Tagesgebet

Beten wir in der Stille zu Gott, der die Welt durch seine Liebe erlöst: - Stille - 

Ewiger Gott, mit der Feier seines Mahles hat dein Sohn den Neuen Bund für alle Völker gestiftet und hat uns durch das Waschen der Füße den Wert und die Würde des Dienens gezeigt. Gewähre in der Kraft des Heiligen Geistes, dass diese Zeichen von neuem zu uns sprechen, unseren Glauben kräftigen, uns im Herzen nähren und unser Leben erquicken. So bitten wir durch Christus, unsern Bruder und Herrn. (e)

oder

Jesus Christus, [Brot des Lebens und wahrer Weinstock], mit Brot und Kelch gibst du den Deinen Anteil am göttlichen Geheimnis deines Lebens, hebst die Trennung auf, die unsere Schuld bewirkt hat und nimmst uns mit auf deinen Weg der Hingabe und des Leidens zum ewigen Leben. Halte uns fest in deiner Gemeinschaft, dass wir bei dir bleiben, wie du bei uns bleibst in Zeit und Ewigkeit. (f)

oder

Ewiger, du unser Gott, wie du einstt das Volk Israel aus der Knechtschaft Ägyptens in die Freiheit geführt hast, so befreie auch uns aus den Zwängen, die unser Leben bestimmen. Hilf uns das Mahl deines Sohnes zu feiern, wie Israel Passa feiertt: bereit zum Aufbruch, voller Hoffnung auf die Verheißung und die von dir eröffnete Zukunft. So bitten wir im Vertrauen auf Jesus Christus, unsern Retter und Herrn. (g)


Tora-Lesung: 2. Mose 12, 1.3.4.6.7.11-14 (V) Einsetzung des Passa


Antwortlied: Nun danket Gott, erhebt und preiset (EG 290, 1.2.4.5)

oder Graduale: Psalm 111 – [Halleluja.] Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen (EG 744)

(Leitvers: Ein Gedächtnis seiner Wunder hat der HERR gestiftet. Barmherzig ist der HERR. Speise gibt er denen, die ihn fürchten. (h)


Epistel: 1. Korinther 10,16-17 (IV) Ein Brot ist's 

oder 1. Korinther 11,22-26 (II) Einsetzung des Abendmahls

 Antwortlied: Das sollt ihr, Jesu Jünger, nie vergessen (EG 221,1-3)

oder Zwischengesang: Mich hat herzlich verlangt, dies Passalamm mit euch zu essen, ehe ich leide (i) Dir will ich Dank opfern * und des HERRN Namen anrufen. (Ps 116,17)


Evangelium:  Johannes 13,1-5 (I) Die Fußwaschung

oder Markus 14,17-26 (III) Einsetzung des Abendmahl


Antwortlied:  Das Wort geht von dem Vater aus (EG 223,1-4(5.6)


Predigt (zu  2. Mose 12, 1.3.4.6.7.11-14 (V) Einsetzung des Passa)


Bekenntnis

Apostolisches Glaubensbekenntnis: Ich glaube an Gott, den Vater ... (EGWü 686)

oder

Bekenntnislied: Wir glauben Gott im höchsten Thron (EG 184)

oder

Auch wir haben ein Passalamm, das ist Christus, der geopfert ist. - Selig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind (1.Kor 6,5b; Offb 19,9) In ihm erkennen wir den Knecht Gottes und bekennen:

Lied vom Gottesknecht:  Fürwahr, er trug unsre Krankheit (EGWü 759)


Den Fürbitten kann eine Fußwaschung vorangehen (s. Anhang)


Fürbitten 

Lasst uns beten zu Gott, der seinen Sohn dahingegeben hat für das Leben der Welt - zu ihm lasst uns rufen:

R: Kyrie eleison.

Für alle Christen, die heute das Mahl des Herrn feiern, dass sie durch Gottes Geist eins werden im Glauben und in der Liebe, lasst uns rufen: 

R: Kyrie eleison.

Für alle Menschen, für die wohlhabenden und die notleidenden Völker, dass sie ihr Brot mit Dank empfangen und lernen, miteinander teilen, lasst uns rufen: 

R: Kyrie eleison.

Für unsere Hausgenossen, mit denen wir täglich am selben Tisch sitzen, dass wir Zeit für ihre Fragen und Interessen haben und sie auch an unserer Freude teilnehmen lassen, lasst uns rufen: 

R: Kyrie eleison.

Für die Menschen, die nach uns kommen, für unsere Kinder und Enkel, dass wir ihnen Brot hinterlassen und nicht Steine, Frieden und keinen Krieg, Liebe und keine Zwietracht, lasst uns rufen: 

R: Kyrie eleison.

Guter Gott, gib uns heute und allezeit unser tägliches Brot; lass uns deinen Sohn finden in seinem Mahl und von ihm gestärkt in der Liebe wachsen. Führe uns durch die Zeit bis wir von neuem essen und trinken werden in seinem Reich., das währt von Ewigkeit zu Ewigkeit. (k)


Lied zur Bereitung: Dank sei dir Vater für das ewge Leben (EG 222 i.A.)

oder ein anderes Lied


Bereitung

Wir nehmen Brot und Wein, Gaben der Schöpfung, von Menschen bereitet, durch Jesus zu Zeichen seiner Liebe gemacht. Mit allen Christen weltweit, auch allen, die uns im Glauben vorausgegangen sind, preisen wir Gott, der sich über seine untreuen Geschöpfe erbarmt hat, der seines Bundes mit Israel gedacht und seinen Sohn als Erlöser gesandt hat. Wir essen von dem einem Brot, durch das uns Jesus Anteil gibt an seinem Leben. Er gibt sich hin, ohne sich aufzugeben, er lässt sich verzehren, ohne sich zu verlieren, er stirbt und gewinnt das Leben. Wir trinken von dem einen Kelch, mit dem uns Jesus Anteil gibt an dem neuen Bund Gottes mit uns Menschen. Im Freundeskreis Jesu erfreut uns der Wein, denn Jesus ist unsere Freude, trotz allem, was uns ängstigen mag, jetzt und wenn wir sterben und in Ewigkeit. (l) 

Dialog - Präfation - Sanctus

Der Herr sei mit euch. G: Und mit deinem Geiste.

Erhebet eure Herzen. G:  Wir erheben sie zum Herrn.

Lasst uns danken dem Herrn, unserem Gott. G: Das ist würdig und recht.

In Wahrheit ist es würdig und recht, /

unser Dienst und unsere Freude, /

+ dir, ewiger Gott, Dank zu sagen:

Immer und überall bist du zu preisen für dein Werk der Erlösung. /

+ Wir loben dich durch unsern Herrn Jesus Christus.

Er ist das Brot des Lebens und die Quelle des Heils. /

Er lädt uns an seinen Tisch zur Gemeinschaft mit ihm und untereinander. /

+ Er hat uns sein Mahl gestiftet als Siegel des neuen Bundes.

Darum stimmen wir ein in den Lobgesang deines Volkes und deiner ganzen Schöpfung /

Darum singen wir von deiner Größe und Barmherzigkeit

+ und bekennen mit allen deinen Engeln ohne Ende: (m)

Heilig, heilig, heilig


Abendmahlsgebet

Gelobt seist du, Gott des Himmels und der Erde. Du hast dich über deine Geschöpfe erbarmt und deinen Sohn Mensch werden lassen. Wir danken dir für die Erlösung, die er am Kreuz für uns vollbracht hat. Wir bitten dich: Sende herab den Heiligen Geist, heilige und erneuere uns nach Leib und Seele, damit wir unter diesem Brot und Wein Christi Leib und Blut zu unsern Heil empfangen, wenn wir tun, was er geboten hat:

Einsetzungsworte

Sooft wir von diesem Brot essen und von diesem Kelch trinken, erfahren und bezeugen wir das Geheimnis des Glaubens:

G:  Deinen Tod, o Herr, ...

So gedenken wir des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Wir preisen seine Auferstehung und Himmelfahrt und vertrauen auf seine Herrschaft über alle Welt. Wir bitten dich, Gott: Wie alle, die seinen Leib empfangen ein Leib sind in Christus, so erfülle uns mit seinem Geist, wecke in uns neues Vertrauen, umfange uns mit seiner Liebe und schenke uns beständige Zuversicht. Wir hoffen auf den Tag, an dem dein Sohn sichtbar vor aller Augen mit uns sein Mahl feiern wird in seinem ewigen Reich. Dir sei Ehre in Ewigkeit. (n)

oder ein anderes Eucharistiegebet


Vaterunser


Brotbrechen und Agnus Dei

Der Kelch, für den wir danken,  (erhebt den Kelch) ist die Gemeinschaft des Blutes Christi. 

Das Brot, das wir brechen, (bricht das Brot) ist die Gemeinschaft des Leibes Christi.

Ein Brot ist es, so sind wir viele ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben.(1. Kor 10,16f)

oder

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein. Wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht (bricht das Brot). (Joh12,24)

Wir blicken aus auf den Tag, da wir vom Gewächs des Weinstocks aufs neue trinken mit Christus in seines Vaters Reich (erhebt den Kelch). (Matth 26,29 / Mk 14,25)

Christe, du Lamm Gottes  (EG 190,2-4)

 

Einladung - Friedensgruß - Austeilung

Entsprechend der gewohnten Praxis der Gemeinde wird zum Empfang des Abendmahles eingeladen und ausgeteilt. Ein Friedensgruß (ggf. mit Händereichen) kann dem Brotbrechen vorangehen, die Austeilung eröffnen oder abschließen. Musik und/oder Gemeindegesang kann die Austeilung begleiten.


Dankgebet

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich

G: und seine Güte währet ewiglich.

oder

Lobe den Herrn meine Seele

G: und was in mir ist seinen heiligen Namen ... (Ps 103,1-4)

Jesus Christus, du hast uns gestärkt im Geheimnis deines Mahles.  Mit dem Brot des Lebens und  durch den Kelch des Heils bekräftigst du den göttlichen Bund mit uns. Lass deine Gabe in uns wirken, dass wir lebendige Glieder deines Leibes sind und bleiben und einst mit allen Engeln und Vollendeten deine Herrlichkeit schauen, der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst  in Ewigkeit. (o)


Schlussgesang: Ehre sei dir, Christe (EG 75,1)


Abschluss (Tenebrae)

Statt mit Sendung und Segen wird der Gottesdienst wie folgt beschlossen:

So lesen wir im Evangelium nach Markus im 14. Kapitel:

Und als sie nach dem Abendmahl den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. Und Jesus sprach zu ihnen: „Ihr werdet alle Ärgernis nehmen; denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen und die Schafe werden sich zerstreuen. Wenn ich aber auferstanden bin, will ich vor euch hingehen nach Galiläa.“ Und sie kamen zu einem Garten mit Namen Gethsemane. Und er sprach zu seinem Jüngern. „Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt.“ Und es kam herzu Judas, einer von den Zwölfen, und mit ihm eine Schar mit Schwertern und mit Stangen, von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und Ältesten. Und als er kam, trat er alsbald zu ihm und sprach: Rabbi! und küsste ihn. Die aber legten Hand an ihn und ergriffen ihn. Und Jesus sprach: „So muss die Schrift erfüllt werden.“ Da verließen ihn alle und flohen. (Mk 14,26-28.32.38.43.45.49.50)

Die Kerzen werden gelöscht. Der Altar kann von allem Schmuck (Decken, Parament) entkleidet werden. Dazu kann der Psalm 22 I (EG 709) gebetet werden.

Die Gemeinde verlässt in Stille die Kirche.

 

*

Anhang: Mandatum -  zur Fußwaschung

Vor den Fürbitten kann eine Fußwaschung eingefügt werden. Dazu  kann das Hohelied der Liebe (1. Kor 13) gesprochen oder ggf. in Art eines Psalm (im VI.Ton)  gesungen werden:

Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe. Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe. Joh 13,15.34

G: Ubi caritas et amor (EGWü 571.1 oder 571.2)

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete / und hätte die Liebe nicht *

so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

Und wenn ich prophetisch reden könnte / und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis *

und hätte allen Glauben,  so dass ich Berge versetzen könnte,

und hätte die Liebe nicht, *

so wäre ich nichts.

Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe / und ließe meine Leib verbrennen *

und hätte die Liebe nicht  - so wäre mir's nicht nütze. 

G: Ubi caritas ... 

Die Liebe ist langmütig und freundlich, / die Liebe eifert nicht, *

die Liebe treibt nicht Mutwillen, 

sie bläht sich nicht auf, sie sucht nicht das Ihre / sie lässt sich nicht erbittern *

sie rechnet das Böse nicht zu,

sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, *

sie freut sich aber an der Wahrheit.

sie erträgt alles, sie glaubt alles, *

sie hofft alles, sie duldet alles.

G: Ubi caritas ... 

Die Liebe hört niemals auf ,*

wo doch das prophetische Reden aufhören wird

und das Zungenreden aufhören wird  *

und die Erkenntnis aufhören wird.

Denn unser Wissen ist Stückwerk *

und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.

Wenn aber kommen wird das Vollkommene,*

so wird das Stückwerk aufhören.

G: Ubi caritas ... 

Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild * 

dann aber von Angesicht zu Angesicht.

Jetzt erkenne ich stückweise, *

dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei *

aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

G: Ubi caritas .. . 


Quellen und Vorlagen

Soweit nicht anders angegeben sind alle folgenden Bibelverse wörtlich zitiert aus: Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers in der revidierten Fassung von 1984, durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung, © 1999, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

a - vgl. Evangelisches Gottesdienstbuch (Taschenausgabe), Berlin 2000, S. 697

b - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 8

c - vgl. Anglikanische Kirche in Australien, Erprobungstexte für Gründonnerstag 2009

d - vgl. Handbook of the Christian Year, (United Methodist Church), Nashville (USA) 1986, S.162

e - vgl. United Church of Christ (USA), zum Gründonnerstag 2009 (www.ucc.org)

f -  vgl.  Evangelisches Gottesdienstbuch, Berlin 2000, S. 309

g – vgl. Ch.Zippert, Gottesdienstbuch, Gütersloh 1980, S. 62

h – vgl. Evangelisches Gottesdienstbuch, Berlin 2000, S. 309 

oder Evangelisches Tagzeitenbuch, 5. Aufl. , Göttingen 2003, Nr. 574

oder eine andere Form des Psalms (reformiertes Psalmlied, Preisung)

i – vgl. Evangelisches Tagzeitenbuch, 5. Aufl. , Göttingen 2003, Nr. 575

k – vgl. Passion und Ostern (VELKD), Agende II/1, Hannover 2011, S. 56

l - vgl. Passion und Ostern (VELKD), Agende II/1, Hannover 2011, S. 54 f.

m - vgl.  Evangelisches Gottesdienstbuch, Berlin 2000, S. 310

n - vgl.  Evangelisches Gottesdienstbuch, Berlin 2000, S. 634

o - vgl.  Gregorius/Schwarz, Feier der Evangelischen Messe, Göttingen  2009, S. 162



***


II  - Karfreitag - Morgen (Altar ohne Paramente oder schwarz oder violett) 


Vorspiel (kann ggf. entfallen)


Eröffnung 

„Die Strafe liegt auf ihm, dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt“ (Jes 53,3) - ein bedrückendes Wort, das uns jedoch Befreiung zusagt. Denn das wird uns als Botschaft des heutigen Tages verkündet: Was uns belastet, dürfen wir abwerfen. Der Knecht Gottes will es auf sich nehmen, was uns das Leben schwermacht. Wir können loswerden und dürfen es ihm übergeben, ja wir sollen es tun, denn Gott will uns heilen, an Leib und Seele, uns mit unseren Gebrechen und unserer Schuld. Wenn Christus, der Mann am Kreuz, unser Heiland ist, unser Herr und unser Gott, dann steht er zu seinem Wort, dann können wir seiner Vergebung gewiss sein und unter seinem Segen in diesen Tag und alle unsere Tage gehen. (a)


Lied zum Eingang


Votum und Psalm

Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Lk 24,26

oder

Gott hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben. Röm 8,12

Psalm 69 - Gott hilf mir (EG 731)

kein Gloria !

oder

Siehe - Christus - das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt. Joh 1,29

Psalm 22 I -  Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen (EG 709)

kein Gloria !


Tagesgebet

Beten wir zu Gott, und werden still vor dem Kreuz Christi: - Stille - 

Gott, barmherzig und ewig. Durch das Leiden und Sterben deines Sohnes hast du den Tod vernichtet, der von Adam auf alle Geschlechter übergegangen ist. Halte uns fest in der Gemeinschaft mit Jesus Christus in Leben und Sterben. Ihm sei Ehre in Ewigkeit.  (b) 

oder

Gott, mitfühlend mit jedem Schmerz. Am Kreuz hat sich dein Sohn dem Tod gestellt, wie er dem Leben zugewandt war: Treu ergeben und mit großem Mut. Gib dass wir, die wir durch seine Wunden das Leben haben, uns an deine Treue zu ihm, dem Erhöhten, halten und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben. So bitten wir in Jesu Namen. (c)


Epistel: Hebräer 9,15.26b-28 (IV) Christus - einmal für alle geopfert

 

Antwortlied: Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld (EG 83 i.A.)


Evangelium:  Matthäus 27,33-50(51-54)  (V) Kreuzigung Jesu


Antwortlied: Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld (EG 83 i.A.)


Predigt (zu Matthäus 27,33 ff)


* Besinnung (Stille oder Zwischenspiel)


Antwortlied


Bekenntnis

Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu (und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung). Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt. 2.Kor 5,19.21 -  In Christus erkennen wir den Knecht Gottes und bekennen:

Lied vom Gottesknecht  -  Fürwahr, er trug unsere Krankheit (EGWü 759)

oder Christus-Hymnus -  Christus Jesus, der in göttlicher Gestalt war (EGWü 764)


Karfreitags-Litanei 

S 1: Lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens.

S 2: O Jesus Christus, Gottes Sohn,

G: erbarm dich über uns.

S 1: Du hättest wohl Freude haben können, / 

doch du hast das Kreuz erduldet und die Schande gering geachtet.

S 2: O Jesus Christus, Gottes Sohn,

G: erbarm dich über uns.

S 1: Dahingegeben in die Hände der Sünder, / 

hast du des Todes Bitterkeit geschmeckt und die tiefste Not der Gottesferne.

S 2: O Jesus Christus, Gottes Sohn,

G: erbarm dich über uns.

S 1: Du hast Gehorsam gelernt an dem, was du littest, /

und warst gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tode am Kreuz.

S 2: O Jesus Christus, Gottes Sohn,

G: erbarm dich über uns.

Kyrie-Gesang (z.B. Heiliger Herre Gott - EG 185.4)

S 2: Du starker Heiland und Erretter,

G: befreie und erlöse uns.

S1: Von Hass und Neid - von Hochmut und lieblosem Richten - 

von Selbstsucht und Härte des Herzens -

S 2: du starker Heiland und Erretter,

G: befreie und erlöse uns.

S 1: Von Trägheit und Kreuzesscheu - von kaltem Stolz und feiger Anpassung -

S 2: du starker Heiland und Erretter,

G: befreie und erlöse uns.

S 1: Von Verzweiflung und Gotteshass - von Lebensangst und Todesfurcht -

S 2: du starker Heiland und Erretter,

G: befreie und erlöse uns.

Kyrie-Gesang (z.B. Heiliger Herre Gott - EG 185.4)

S 2: Gekreuzigter Jesus, durch deine Liebe

G: hilf uns und stärke uns.

S 1: Dass wir dir nachfolgen in Sanftmut und Demut, - dass wir unser Kreuz auf uns nehmen -

S 2: gekreuzigter Jesus, durch deine Liebe

G: hilf uns und stärke uns.

S 1: Dass wir in der Verlassenheit zum Vater rufen, - dass wir uns in seine Hände befehlen, -

dass wir Glauben halten bis zum Ende -

S 2: gekreuzigter Jesus, durch deine Liebe

G: hilf uns und stärke uns.

S 1: Im Kampf gegen die Sünde, - in der Stunde der Versuchung, - im Dunkel der Anfechtung, -

in der letzten Not -

S 2: gekreuzigter Jesus, durch deine Liebe

 G: hilf uns und stärke uns. (d)

Kyrie-Gesang (z.B. Heiliger Herre Gott - EG 185.4)


oder Fürbitten

L: Zu Jesus Christus, unserm Herrn, dem Weizenkorn, das erstarb, damit wir Leben haben, beten wir:

R: Kyrie eleison

D: Für alle, die sich Christen nennen, für die Kirchen in ihrer Spaltung und Trennung und in ihrem Bemühen um Gemeinschaft; für alle Männer und Frauen, denen ein besonderer kirchlicher Dienst aufgetragen ist; für unsere Kirche und unsere Gemeinde(n) hier am Ort - beten wir: - Stille -

L: Zieh uns alle zu dir. Hilf uns zu einem Leben nach deinem Evangelium und zur Einheit in dir. Wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison

D: Für die Völker dieser Erde und ihre Regierungen, für den Europarat, die Vereinten Nationen und alle Parlamente, für die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, für alle, die unter Krieg und unter Kriegsfolgen leiden, für die Verfolgten und alle, die in Unfreiheit und Unterdrückung leben - beten wir: - Stille -

L: Gib den Menschen den Geist der Versöhnung und lenke ihre Schritte auf Wege zu Gerechtigkeit und Frieden. Wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison

D: Für alle, die ihren Glauben verloren haben und für alle, die nicht zum Glauben finden, weil wir  ihnen den Blick auf Christus verstellen - beten wir: - Stille -

L: Lass das Licht deines Evangeliums hell leuchten und mache uns zu glaubhaften Zeuginnen und Zeugen deines Heils. Wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison

D: Für alle auf der Schattenseite des Lebens, für die Behinderten und Kranken, für die Altgewordenen und Einsamen, für die Alleinerziehenden, für die Kinder ohne Familie, für die Arbeitslosen und für alle, die missachtet, an den Rand gedrängt und ausgestoßen werden - beten wir: - Stille -

L: Sei ihnen nahe und führe Menschen zu ihnen, die ein offenes Ohr und ein waches Herz für ihre Nöte haben. Wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison

D: Für alle, die keinen Weg mehr sehen, für die Rat- und Hilflosen, für alle, die von Menschen enttäuscht, ausgenützt und verraten wurden, die sich geflüchtet haben in Verhärtung oder Sucht, die sich in Schuld verstrickt haben, die sich von Gott verlassen sehen - beten wir: - Stille -

L: Nimm sie hinein in deinen Aufschrei am Kreuz und schenk ihnen Anteil an deinem neuen Leben. Wir rufen dich an: 

R: Kyrie eleison

D: Für alle, die unter Unrecht und Ungerechtigkeit leiden, für die hungernden und ausgebeuteten Völker, die mit ihrer Arbeit und auf ihren Feldern fremder Leute Überfluss schaffen, für uns selbst, die wir Gefangene unserer gedankenlosen Ansprüche sind - beten wir: - Stille -

L: Hilf uns, Menschenwürde und Lebensrecht zu achten und die Gaben der Erde miteinander zu teilen. Wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison

D: Für die ganze Schöpfung, die seufzt und sich sehnt nach Erlösung; für alle, die sich um ihre Bewahrung mühen und für alle, die unter ihrer Zerstörung leiden - beten wir: - Stille -

L: Lass uns erkennen, dass wir nur Verwalter sind und deine gute Gabe allen gehört, überall auf der Welt, jetzt und für die Zukunft. Wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison

Ewiger Gott und Vater. Christus, dein Sohn, ist am Kreuz gestorben; aber du hast ihn nicht im Tod gelassen, sondern auferweckt und zu deiner Rechten erhöht. Er tritt für uns ein. Er bleibe bei uns auf allen unseren Wegen. Mit seinen Worten beten wir: (e)


oder

L: Jesus Christus, gekreuzigter und auferstandener Herr, wir sehen auf dein Kreuz. Du gehst den Weg der Hingabe und des Leidens. Du verzichtest auf alle Macht. Du lässt dich hineinziehen in das Elend der Welt. Höre unsere Bitten. Wir rufen zu dir:

R: Herr, erbarme dich.

D: Wir sehen dein Kreuz und erkennen die Bosheit und den Unfrieden dieser Welt. Lass uns nicht wegschauen, wenn Unrecht geschieht. Hilf uns, eigenes Leid anzunehmen und fremdes Leid mitzutragen. Wir rufen zu dir:

R: Herr, erbarme dich.

D: Wir sehen dein Kreuz und erkennen die Willkür der Mächtigen. Lass uns den Weg zu den Unterdrückten und den Gescheiterten finden, zu denen auch, die beiseite geschoben werden beim Streben nach Macht und Erfolg. Hilf uns, für sie einzutreten. Christus, Herr der Welt, wir rufen zu dir:

R: Herr, erbarme dich.

D: Wir sehen dein Kreuz und erkennen, wie hart und gnadenlos Menschen miteinander umgehen. Hilf uns barmherzig zueinander zu sein, auch gegenüber den Menschen, die uns unbequem sin. Bewahre uns vor Selbstgerevhtigkeit. Lass nicht zu, dass wir einander verurteilen.Christus, Herr der Welt, wir rufen zu dir:

R: Herr, erbarme dich.

D: Wir sehen dein Kreuz und erkennen, dass menschliche Anmaßung blind macht für Gottes Wege. Zeige uns, wo wir falschen Zielen nachlaufen. Schenke uns Mut zur Umkehr. Öffne uns die Augen für das Geheimnis des Glaubens. Christus, Herr der Welt, wir rufen zu dir:

R: Herr, erbarme dich.

L: Jesus Christus, gekreuzigter und auferstandener Herr, lass uns aufbrechen, wohin deine Liebe uns weist. Dir sei Ehre in Ewigkeit. (f)

[G. Amen]


Vater unser 


Lied zum Ausgang


(Abkündigungen)

 

Votum (statt Segen)

Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh 3,16

(Die Gemeinde geht in Stille auseinander.)


Nachspiel (entfällt ggf.)



Quellen und Vorlagen

a - vgl. W.Milstein, Den Gottesdienst beginnen, Göttingen 1999, S. 47

b - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 40

c - vgl.  United Church of Christ (USA), zum Karfreitag 2009 (www.ucc.org)

d - vgl. Evangelisches Gottesdienstbuch, Berlin 2000, S. 186 und Ergänzungsband zum Württemberg. Gottesdienstbuch, Stuttgart 2005, S. 241

e - vgl. Die Feier der Eucharistie (Altkatholiken) 3. Aufl. Bonn 2006, S. 75-80

f – vgl.  Passion und Ostern (VELKD), Agende II/1, Hannover 2011, S. S. 83f



***


III Karfreitag - Mittag


* Eröffnung

So hat der Prophet Amos einen Tag des Gerichts anzukündigen: Ja, des HERRN Tag wird finster und nicht licht sein, dunkel und nicht hell. (Am 5,20) Zur selben Zeit, spricht Gott, der HERR, will ich die Sonne am Mittag untergehen und das Land am hellen Tage finster werden lassen. Ich will eure Feiertag in Trauer und alle eure Lieder in Wehklagen verwandeln... und will ein Trauern schaffen, wie man trauert über den einzigen Sohn... (Am 8,9f)


* Lied: Christus, der uns selig macht (EG 77,1-4)


Votum und Psalm

Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Lk 24,26

oder

Christus hat unsere Sünde selbst hinaufgetragen an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben.  1. Petr 2,24

Psalm 13:  Herr, wie lange willst du mich so ganz vergessen? (EG 706)

oder Psalm 22 I: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen (EG 709)

kein Gloria!


Passions-Lesung: Johannes 19, 21-27 -  Soldaten und Vertraute unter dem Kreuz Jesu


Gesang: Christe, du Schöpfer aller Welt (EG 92,1-6)


Gebet

Christus Jesus, Gottes Sohn, habe Erbarmen; du bist mit Dornen gekrönt, ans Kreuz erhöht - wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Christus Jesus, unbegreifbar und uns so nahe, zeige uns deine Gnade; du bist mit Dornen gekrönt, ans Kreuz erhöht - wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Christus Jesus, Bruder und Herr, gib uns deinen Frieden; du bist mit Dornen gekrönt, ans Kreuz erhöht - wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

In der Stille dieser Stunde treten wir unter dein Kreuz: Menschen, die verloren und verlassen sind, die im Dunkel hausen und in der Wüste, die dem Tod verfallen sind und Gottes Zorn fürchten, die sich dir entfremdet haben, die deine Güte fliehen und deine Geduld missachten, die dich verrieten und immer wieder verraten, die dich ans Kreuz geschlagen haben. Christus Jesus, mit Dornen gekrönt, ans Kreuz erhöht - wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison. 

Du bist vom Himmel gekommen und Mensch geworden, uns zugute. Du hast dich dem menschlichen Schicksal unterworfen, damit wir frei würden von Zwang, Bedrückung und Tod. Du hast unser Leid zu deinem Leid gemacht und unsere Schmerzen zu deinen Schmerzen. Du hast dich hingegeben und dein Leben gelassen für das Leben der Welt. Du warst dem Willen Gottes vertrauensvoll gehorsam, gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Christus Jesus, mit Dornen gekrönt, ans Kreuz erhöht - wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Du nimmst uns mit auf deinen Weg, hin zum Ziel, das wir ohne dich nicht finden. Du kommst zu uns nach deines Vaters Plan und bleibst bei uns bis zum Ende aller Tage. Du hast durch deinen Tod den Tod zerstört, die Macht der Sünde und die Gewalt des Verderbens überwunden. Du gibst uns teil an deinem Leben in der Speise deines Leibes und Blutes. Du verwandelst das schändliche Kreuz in ein Zeichen des Sieges. Christus Jesus, mit Dornen gekrönt, ans Kreuz erhöht - wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Christus Jesus, du Lamm Gottes, mit Dornen gekrönt, ans Kreuz erhöht - wir  rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Christus Jesus, du trägst die Sünde der Welt, mit Dornen gekrönt, ans Kreuz erhöht - wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Christus Jesus, Erlöser und Heiland, mit Dornen gekrönt, ans Kreuz erhöht - wir rufen dich an: (a)

R: Kyrie eleison.


* Vaterunser


Abschluss

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, (hier und in all deinen Kirchen auf der ganzen Erde.) Wir preisen dich, denn durch dein heiligen Kreuz hast du die ganze Welt erlöst. (Dir sei Lob und Ehre in Ewigkeit.) (b)

oder

Wir rühmen uns allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus; durch ihn sind wir erlöst und frei . (c)

Die Gemeinde verlässt in Stille die Kirche.



Quellen und Vorlagen

a - vgl. Evangelisches Tagzeitenbuch, 5. Aufl., Göttingen 2003, S. 212, Nr. 184.4

b - vgl. Book of Common Prayer (Epicopal Church USA), New York 1979, S. 252

c - vgl. Evangelisches Gottesdienstbuch, Berlin 2000, S. 308 (nach Gal 6,14)



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IV Karfreitag - Sterbestunde


Einzug der Liturgen (in Stille)

 

* Eröffnung

Für immer ist das fragende „Warum?“ und der verzweifelte Ruf „Mein Gott, mein Gott!“ aus dem Psalm (22) mit dem Sterben Jesu Christi verbunden. Aber in seiner Klage klingt auch der Schmerz vieler mit, die allein und ausgeliefert fürchten, auch sie könnten von Gott verlassen sein. So hoffen und bitten wir in dieser Stunde, da wir des Sterbens Jesu gedenken, dass Gott nicht weghört, auch wenn das Leid keine Stimme mehr hat, dass er nicht wegsieht, auch wenn niemand das Elend mehr anschaut, dass er nicht weggeht von den Orten des Jammers auf unserer Erde. Gott halte aus, woran wir zerbrechen. Gott verlasse uns nicht. (a) 


* Lied: Christus, der uns selig macht (EG 77,1.4.5.(6)


Votum und Psalm

Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Lk 24,26

oder 

Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke. Offb 5,12

Psalm 22 I:  Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen (EG 709)

ohne Gloria !


Gebet

Unerforschlicher Gott. Im Leiden und Sterben deines Sohnes schenkst du uns deine Liebe. Lass den Kreuzestod unseres Herrn uns nicht zum Ärgernis oder zur Torheit werden. Gib dem Wort vom Kreuz Macht über unser Leben, damit wir nicht auf uns selbst vertrauen, sondern auf ihn, der sich für uns dahingegeben hat: Jesus Christus. (b)


* Epistel: Hebräer 5,5-9(10) (Judika II) Christus, ein Hoherpriester


* Antwort: Lied vom Gottesknecht - Fürwahr er trug unsre Krankheit (Jes53) (EG Wü 759)


Passions-Lesung:  Johannes 19, (16-20)27-30 - (Kreuzigung und) Tod Jesu


Stille


* Gesang: Ehre sei dir, Christe (EG 75,1)


Gebet vor dem Kreuz 

Christus Jesus, Bruder und Herr. In deinem Kreuz ist Heil für die ganze Welt. Durch dein Kreuz finden wir Menschen zum Leben. Mit deinem Kreuz schaffst du uns allen Hoffnung. Dich rufen wir an:

R: Kyrie eleison.

Führe uns durch dein Leiden zu Umkehr und Buße. Befreie uns von unsern Sünden. Mach uns bereit, dir zu folgen. Dich rufen wir an:

R: Kyrie eleison.

Hilf uns, unser Kreuz zu tragen. Gib uns Geduld im Leiden. Schenke den Kranken Gesundheit, Zuwendung und Trost. Dich rufen wir an:

R: Kyrie eleison.

Führe uns durch das Kreuz zur ewigen Freude. Lass die Verstorbenen bei dir im Paradiese sein. Führe die Welt zur Vollendung. Dich rufen wir an:

R: Kyrie eleison.

Hilf, dass wir einander verzeihen. Mach uns bereit, den Feinden zu vergeben. Stehe uns bei, dass wir dir auf dem Weg der Gewaltlosigkeit folgen. Dich rufen wir an:

R: Kyrie eleison.

Weite uns das Herz, dass wir dich in jedem Menschen erkennen. Weite uns den Sinn, dass wir die Verachteten annehmen als Schwestern und Brüder. Weite uns den Blick, dass wir in den Geschlagenen dein Antlitz erkennen. Dich rufen wir an:

R: Kyrie eleison.

Komm du uns nahe, dass wir die erlösende Kraft deines Leidens erfahren. Bleibe du bei uns, dass wir nicht aufhören zu hoffen. Zeige im Kreuz uns das Heil. Schenke im Kreuz uns das Leben. Stärke im Kreuz uns die Hoffnung. Dich rufen wir an: (c)

R: Kyrie eleison.


* Vaterunser


* Kreuzverehrung

Es hat Gott wohlgefallen, dass in Christus alle Fülle wohnen sollte und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz. Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden (mit seinem Blut und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater,) ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. (Kol 1,19.20; Offb 1,5b.6)

G:  Amen.

Es ist Gelegenheit, dass die Teilnehmer in einer ihnen angemessenen Form (Vortreten mit deutlicher Wendung zum Kreuz, Verneigung, Kniebeuge) das Gebet vor dem Kreuz persönlich vertiefen.


* Gesänge zur Kreuzverehrung

Christe, du Schöpfer aller Welt - EG 92,1-5

Nun gehören unsre Herzen - EG 93,1-4

Das Kreuz ist aufgerichtet - EG 94,1-5

Du schöner Lebensbaum des Paradieses - EG 96,1-5

Holz auf Jesu Schulter - EG 97,1-5

Kreuz auf das ich schaue - EG Wü  548,1-3


* Improperien (Gottesklage - anstelle von Gesängen zur Kreuzverehrung oder eigenständig)

Schaut doch und seht, ob irgendein Schmerz ist,

wie mein Schmerz, der mich getroffen hat.

G: Heiliger Herre Gott  (EG 185.4)

Mein Volk (meine Kirche) was habe ich dir getan? *

Womit nur habe ich dich betrübt? Antworte mir.

Ich habe dich aus der Knechtschaft Äyptens herausgeführt, /

dich befreit durch das Wasser der Taufe. *

Du aber bereitest das Kreuz deinem Erlöser.

Mein Volk (meine Kirche) was habe ich dir getan? *

Womit nur habe ich dich betrübt? Antworte mir.

G: Heiliger Herre Gott  (EG 185.4)

Vierzig Jahre habe ich dich geleitet durch die Wüste. /

Ich habe dich mit Manna gespeist, *

dich geprüft und hineingeführt in das Land der Verheißung.

Ich habe dir meinen Leib gegeben, das Brot vom Himmel.*

Du aber stösst mich hinab in die Tiefe des Todes.

Mein Volk (meine Kirche) was habe ich dir getan? *

Womit nur habe ich dich betrübt? Antworte mir.

G: Heiliger Herre Gott (EG 185.4)

Als meinen erlesenen Weinstock pflanzte ich dich, *

zu Reben an meinem Weinstock habe ich dich gemacht.

Du aber brachtest mir bittere Trauben, /

du hast meinen Durst mit Essig getränkt, *

mit der Lanze hast du mir die Seite durchstoßen.

Mein Volk (meine Kirche) was habe ich dir getan? *

Womit nur habe ich dich betrübt? Antworte mir.

G: Heiliger Herre Gott  (EG 185.4)

In einer Wolkensäule bin ich dir vorausgezogen, /

habe dir Wasser des Heils aus dem Felsen zu trinken gegeben, *

du aber hast mich vor den Richterstuhl des Pilatus geführt.

Ich habe dich ins Land der Freiheit geführt, / *

dir die Freiheit der Kinder Gottes verheißen. 

Du aber hast mich gebunden, gegeisselt, verhöhnt, geschlagen.

Mein Volk (meine Kirche) was habe ich dir getan? *

Womit nur habe ich dich betrübt? Antworte mir.

G: Heiliger Herre Gott (EG 185.4)

Ich habe dir das Königszepter in die Hand gegeben /

und dir die Schlüssel des Himmelreichs anvertraut. *

Du aber hast mich gekrönt mit der Krone aus Dornen.

Ich habe dich erhoben und ausgestattet mit großer Kraft. *

Du aber erhöhst mich ans Holz des Kreuzes.

Mein Volk (meine Kirche) was habe ich dir getan? *

Womit nur habe ich dich betrübt? Antworte mir.

G: Heiliger Herre Gott (EG 185.4)

Meinen Frieden habe ich dir gegeben, den die Welt nicht geben kann, / 

habe dir die Füße gewaschen zum Zeichen meiner Liebe. *

Du aber hast das Schwert gezogen in meinem Namen.

Ich habe mein Leben für dich dahingegeben, *

du aber hast mich verraten, verleugnet, verlassen.

Mein Volk (meine Kirche) was habe ich dir getan? *

Womit nur habe ich dich betrübt? Antworte mir.

G: Heiliger Herre Gott (EG 185.4)

Ich habe den Geist der Wahrheit gesandt, dich zu leiten, *

und du hast dein Herz für den Tröster verschlossen.

Ich habe gebetet, dass alle eins seien im Vater und mir. *

Du aber fährst fort zu zerteilen und würfelst um meinen Rock.

Mein Volk (meine Kirche) was habe ich dir getan? *

Womit nur habe ich dich betrübt? Antworte mir.

G: Heiliger Herre Gott (EG 185.4)

Ich habe dich eingepflanzt in den Ölbaum, mein erwähltes Israel,*

du aber hast mein Volk verfolgt und millionenfach ermordet.

Ich habe dich mit ihm zu Erben meines Bundes ausersehen. *

  Du aber hast Israel zum Sündenbock gemacht.

Mein Volk (meine Kirche) was habe ich dir getan? *

Womit nur habe ich dich betrübt? Antworte mir.

G: Heiliger Herre Gott (EG 185.4)

Ich kam zu dir als Geringster unter meinen Schwestern und Brüdern, / 

hungrig und du hast mich nicht gespeist; *

durstig und du hast mich nicht getränkt.

Ich war ein Fremder und du hast mich nicht begrüßt, /

nackt und du hast mich nicht gekleidet, *

krank und im Gefängnis, aber du hast mich nicht besucht.

Mein Volk (meine Kirche) was habe ich dir getan? *

Womit nur habe ich dich betrübt? Antworte mir. (d)

G: Heiliger Herre Gott (EG 185.4)


Abschluss

Christus ist darum für alle gestorben, damit die, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. (2. Kor 5,15) 

Die Gemeinde verlässt in Stille die Kirche.



Quellen und Vorlagen

a - vgl. S.Bukowski, Lass mich blühen unter deiner Liebe, Wuppertal 2001, S. 63

b - vgl. Reformierte Liturgie, Wuppertal 1999, S. 125

c - vgl. Evangelisches Tagzeitenbuch, 5. Aufl. Göttingen 2003, S. 209, Nr. 184.1

d - vgl. Handbook of the Christian Year, (United Methodist Church), Nashville USA, 1987, S.187ff.

andere Fassungen der Improperien s. Passion und Ostern (VELKD) Agende II,1, Hannover 2011, S. 77 ff.; 240 ff.


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V Karfreitag - Abend


* Eröffnung

Ein Grab  - in ihm findet der irdische Weg Jesu sein Ende. Ein Grab - es dokumentiert die  Endgültigkeit eines Todes. Ein Grab - damit verbinden sich vielfältige Aussagen der biblischen Tradition. - Aus den Anfangsgeschichten vernehmen wir das Urteil Gottes über den Menschen: Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden. (1.Mos 3,19) - In den Psalmen finden sich Fragen an Gott: Wirst du an den Toten Wunder tun, oder werden die Verstorbenen aufstehen und dir danken? Wird man im Grabe erzählen deine Güte und deine Treue bei den Toten? (Ps 88,11.12) - In der Verkündigung Jesu hören wir seine Aufforderung: Lass die Toten ihre Toten begraben, du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes. (Luk 9,10)

Dann aber auch seine Mahnung: Wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden. (Matth 16,25) - Und schließlich seine Verheißung: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein, wenn es aber erstirbt, bringt es viel Furcht. (Joh 12,24)


* Lied: Christus, der uns selig macht (EG 77, 1(6)7-8)


Votum und Psalm

Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Lk 24,26

oder

Ich sprach wohl in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen. Doch du hörtest die Stimme meines Flehens, da ich zu dir schrie. (Seid getrost und unverzagt alle, die ihr des HERRN harret.)

Ps 31,23(25)

Psalm 31:  Herr, auf dich traue ich (EG 716)

kein Gloria !


Lesung: Johannes 19, 31-37 - Jesu Grablegung


Gesang: O Traurigkeit, o Herzeleid (EG 80,1-5)


Gebet

Dein Ende, Jesus, ist ungerecht. Aber wir hören dich am Ende sagen: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Du beendest das Aufrechnen. Und Vergebung kann gelebt werden und Neuanfang. Darum bitten wir und rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Dein Ende, Jesus, ist hoffnungslos. Doch wir hören dich am Ende sagen: „Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.“ Du stiftest eine Hoffnung über den Tod hinaus. Es gibt keine hoffnungslosen Fälle mehr. Darum bitten wir und rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Dein Ende, Jesus, ist tiefe Verlassenheit. Und wir hören dich am Ende sagen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Aber das Leben hat den Tod verschlungen im Sieg. Wir bitten für alle Mutlosen, dass sie Kraft schöpfen, und rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Dein Ende, Jesus, ist nicht die Leere. Denn wir hören dich am Ende sagen: „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist.“ Dein Leben strömt wie lebendiges Wasser in dürrem Land.  In dir ist das Ende aufgehoben. Du selbst verströmst dich im Tod, mein Gott. Wir bitten für alle, die sich von Gott und der Welt verlassen fühlen, und rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Dein Ende, Jesus, das ist die Wende, weil wir dich am Ende sagen hören: „Es ist vollbracht.“ (b)


* Vaterunser


Abschluss

Auf Christus Jesus getauft, sind wir mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vater, auch wir in einem neuen Leben wandeln. (Röm 6,4)

Die Gemeinde verlässt in Stille die Kirche.



Quelle und Vorlage

a - dieser Gottesdienst kann auch als letzte der Passionsandachten (Karwoche - s.o.) gestaltet werden 

b - vgl. Württembergisches Gottesdienstbuch I, Stuttgart 2004, S. 245, Nr. 22


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VI Karsamstag - Morgen


* Eröffnung

Verschlossen ist das Grab. Stille ist eingekehrt auf Golgatha. Die Nacht hat sich dicht und schwer auf Fels und Grab gelegt. (Die Welt ruht im großen Sabbat.) Doch kein Stein, wie groß auch immer, und keine Waffe, wie scharf auch immer, wird hindern und dem wehren können, was Gott schon längst beschlossen hat: Tief in des Felsens Grab, inmitten des Fisches Bauch erweckt er den oten zu neuem Leben. Was kein Ohr je vernommen hat und keines Menschen Auge je gesehen, wird geschehen in dieser Nacht. Christus ruht von der Marter und den Qualen des Kreuzes; in der Stille aber ist Gott am Werk und schenkt dem Leben neue Hoffnung. (a)


* Lied:   Korn, das in die Erde (EG 98,1-3)


Votum und Psalm

Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Lk 24,26

oder

HERR, tue die Gräber auf, in denen wir gefangen sind, und rufe uns, dein Volk, aus dem Tode zum Leben. nach Hes 37,12

Psalm  130: Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir (EG 751)

ohne Gloria !


* Gebet

Aus dem Tiefen unserer Einsamkeit und Entfremdung, rufen wir zu dir, Herr und Gott: Gib dein Licht in unser Dunkel und führe uns heraus aus dem Kerker unserer Verzweiflung, so bitten wir  durch Jesus Christus, unsern Herrn. (b)

Lesung:   Hebräer 9,11.12.24 (IV)  Chrisuts - der Hohepriester der zukünftigen Güter


Gesang: Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du für uns gestorben bist (EG 79,1-4)


Evangelium: Johannes 19,38-42 (V) Das Grab Jesu


[ Kurzbetrachtung ]


Stille


* Canticum 

(Es wird diesem Geschlecht kein Zeichen gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Propheten Jona.) Wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein. Mt 12,(39)40

Psalm Jona

Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst *

und er antwortete mir.

Ich schrie aus dem Rachen des Todes, *

und du hörtest meine Stimme.

Du warfest mich in die Tiefe, mitten ins Meer *

dass die Fluten mich umgaben.

Alle deine Wogen und Wellen gingen über mich /

  dass ich dachte, ich wäre von deinen Augen verstoßen *

ich würde deinen heiligen Tempel nicht mehr sehen.

Wasser umgaben mich und gingen mir ans Leben *

die Tiefe umringte mich, - Schilf bedeckte mein Haupt.

Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, *

der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich.

Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, *

HERR, mein Gott! 

  Als meine Seele in mir verzagte, / gedachte ich an den HERRN, *

  und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel.

 Die sich halten an das Nichtige, / verlassen ihre Gnade. *

Ich aber will mit Dank dir Opfer bringen.

Meine Gelübde will ich erfüllen *

dem HERRN, der mir geholfen hat. (Jona 2,3-10)

kein Gloria !

oder 

Der HERR macht uns lebendig nach zwei Tagen, er wird uns am dritten Tage aufrichten, dass wir vor ihm leben. Lasst uns darauf achthaben und danach trachten, den HERRN zu erkennen, denn er wird hervorbrechen wie die schöne Morgenröte. Hab 6,2.3a

Psalm 22 II: Ich will deinen Namen kundtun meinen Brüdern (EG 710)

kein Gloria !


Gebet

Heiliger, allmächtiger Gott, als dein Sohn am Kreuz schrie und starb, als der Vorhang im Tempel zerriss, da war alles zu Ende. Und den Seinen blieb nur, Jesus in ein Grab zu legen und ihn zu betrauern. - Du aber, Herr, hast in deiner unendlichen Macht und Gnade aus Jesu Tod neues Leben hervorgebracht. Sein Blut hat unsere Schuld gesühnt. Sein Wort hat eine neue Gemeinde zusammengerufen. Sein Geist gibt Kraft zum Glauben, Lieben und Kämpfen. Wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Weil du von Ewigkeit her voll Erbarmen bist, bitten wir dich für alle Menschen in Not: für die Armen und die Arbeitslosen, für die Alten und die Verzweifelten, für die Kranken und die Sterbenden, für die Hungernden und die Gefangenen, für die von Krieg und Ausbeutung Gequälten, dass alle Frieden und Gerechtigkeit finden. Wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Weil du von Ewigkeit her ein starker Gott bist, bitten wir dich für alle Menschen, die Macht und Verantwortung tragen, in den Regierungen und Parlamenten, in der Verwaltung und im Gericht, in Familie und Schule, in Wissenschaft und Wirtschaft, dass sie dem Leben dienen und nicht dem Tod, dass sie ihre Grenzen erkennen, dass böses und gottloses Tun ein Ende findet. Wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Weil du von Ewigkeit her ein treuer Gott bist, bitten wir dich um Frieden für dein Volk Israel und um Bewahrung deiner Kirche in aller Welt, dass sie dein Wort ohne Menschenfurcht sagt, dass sie sich nicht kaufen lässt durch Ehre und Einfluss, dass sie den Armen nachgeht und die Reichen mahnt, dass sie den verwirrten Gewissen hilft und dem Wahnsinn auf Erden mit deiner Wahrheit entgegentritt. Wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Weil du von Ewigkeit her ein uns zugetaner Gott bist, der uns ins Leben gerufen und für dein ewiges Reich erwählt hat, danken wir dir trotz alle Gefahr für deine Gnade und loben trotz aller Angst deinen herrlichen Namen. Wir leben, weil du es willst, wir sterben, wenn du uns rufst, wir glauben, weil du zu uns sprichst, wir hoffen, weil du uns liebst. Wir rufen dich an: (c)

R: Kyrie eleison.


* Vaterunser


Abschluss

Der Herr tötet und macht lebendig, führt hinab zu den Toten und wieder herauf. (Der Herr macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht.) Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus der Asche (, dass er ihn setze unter die Fürsten und den Thron der Ehre erben lasse.) 1. Sam 2,6-8

oder

Wir rühmen uns allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus; durch ihn sind wir erlöst und frei. (d)

Die Gemeinde verlässt in Stille die Kirche.



Quellen und Vorlagen

a - vgl. W.Milstein, Den Gottesdienst beginnen, Göttingen 1999, S. 48

b - vgl. Common Worship (Church of England), Additional Collects,  London 2004, S. 15

c - vgl. Reformierte Liturgie, Wuppertal 1999, S. 235 f  (M. Jossutis) 

d - vgl. Evangelisches Gottesdienstbuch, Berlin 2000, S. 308



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VII Karsamstag - Mittag


* Eröffnung

Er ist aus Angst und Gericht weggenommen. Wer kann sein Geschick ermessen? Denn er ist aus dem Leben der Lebendigen weggerissen, da er für die Missetat meines Volkes geplagt war. Und man gab ihm ein Grab bei Gottlosen und bei Übeltätern, als er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Mund gewesen ist. So sollte ihn der HERR zerschlagen mit Krankheit. Jes 53,8-10


* Gesang: Ehre sei dir, Christe (EG 75,1)


Votum und Psalm

Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Lk 24,26

oder

„Weil die Elenden Gewalt leiden und die Armen seufzen, will ich jetzt aufstehen“, spricht der HERR, „ich will Hilfe schaffen dem, der sich danach sehnt.“ Ps 12,6

Psalm 25: Nach dir, Herr, verlanget mich (EG 713)

ohne Gloria !


Lesung: Jesaja 51,9-11 (-) Wach auf, wach auf


* Gesang: Heiliger Herre Gott (EG 185.4)


Gebet

Angesichts von Jesu Kreuz und Grab bitten wir für Leidende, / ängstlich auf den Stationen der Krankenhäuser, / qualvoll in den Verwirrungen des Geistes, / verlassen von den Menschen in ihrem Kampf für Gerechtigkeit. / Wir rufen:

R: Kyrie eleison

Angesichts von Jesu Kreuz und Grab bitten wir für Sterbende, / einsam im Lärm des Verkehrs, der am Unfallort vorbeitobt, / unbeachtet in den Katastrophen der Geschichte und der Natur, / abgeschoben von eigenen Kindern ins Alters- und Pflegeheim. / Wir rufen:

R: Kyrie eleison

Angesichts von Jesu Kreuz und Grab bitten wir für Ausgelieferte, / preisgegeben im Elend des etablierten Unrechts, / vergessen in der Wüste mangelnder Aufmerksamkeit, / verdrängt in den Gefängnissen nie überprüfter Traditionen. / Wir rufen:

R: Kyrie eleison

Angesichts von Jesu Kreuz und Grab bitten wir für uns, die leben, / getrieben mit dem Tod vor Augen, / unbedacht mit dem Tod einverstanden, / heimlich mit dem Tod im Bunde. / Wir rufen:

R: Kyrie eleison

Angesichts von Jesu Kreuz und Grab bitten wir um Leben, / gemeinsam verantwortlich für die Zukunft unserer Welt, / aufgerichtet in der Hoffnung auf Frieden und Heil, / durchdrungen von der göttlichen Liebe. / Wir rufen: (a)

R: Kyrie eleison


* Vaterunser


Abschluss

Dein Kreuz, o Herr, verehren wir, und deine heilige Auferstehung preisen und rühmen wir; denn durch das Holz des Kreuzes kam Freude in alle Welt. (b)

oder

Dein Segen komme herab auf dein Volk, heiliger Gott. Des Todes und der Grabesruhe deines Sohnes haben wir gedacht und seine Auferstehung erwarten wir. Schenke uns Verzeihung und Trost, Wachstum im Glauben und ewige Erlösung durch ihn, Christus, unsern Herrn.  (c)

Die Gemeinde verlässt in Stille die Kirche.



Quellen und Vorlagen

a - vgl. Hg. H.Nitschke; Ostern, Gütersloh 1978, S. 22 (B.v.Issendorf)

b - vgl. Karwoche und Ostern, Auszug aus dem (röm.-kath.) Messbuch, Freiburg/B. 1976, S. (61)

c - vgl. Karwoche und Ostern, Auszug aus dem (röm.-kath.) Messbuch, Freiburg/B. 1976, S. (55)



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VIII Karsamstag - Abend 


* Eröffnung

Dies verkündet der Prophet Jesaja über den Knecht Gottes: Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die Länge leben, und des HERRN Plan wird durch seine Hand gelingen. Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben. Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben und er soll die Starken zum Raube haben, dafür, dass er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleichgerechnet ist und er die Sünde der Vielen getragen hat und für die Übeltäter gebeten. Jes 53, 10-12


* Gesang:  Ehre sei dir, Christe (EG 75,1)


Votum und Psalm

Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Lk 24,26

oder

Ich will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit, ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde. Ps 17,15

Psalm 43: Gott schaffe mir Recht und führe meine Sache wider das unheilige Volk (EG 724)

ohne Gloria !


Lesung: 1. Petrus 3,18-22 (II) Gepredigt den Geistern im Gefängnis


* Gesang: Heiliger Herre Gott (EG 184.5)


* Canticum

Votum:  Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh 3,16

Christushymnus - Christus Jesus der in göttlicher Gestalt war (EG Wü 764)

oder

Psalm Jona (s. o. Karsamstag - Morgen )


* Vaterunser


Gebet

Gott, du Schöpfer des Himmels und der Erde. Der gekreuzigte Leib deines Sohnes Jesus Christus wurde ins Grab gelegt und ruhte an diesem großen und heiligen Sabbat. So erwarten wir mit ihm das Kommen des dritten Tages, dass wir aufstehen zu einem erneuerten Leben durch ihn, der von dir auferweckt ist und lebt und wirkt, jetzt und in Ewigkeit. (a)


Die Gemeinde verlässt in Stille die Kirche.




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IX Vigil (Nachtwache) zur Osternacht


Die Vigil-Lesungen können eigenständig (ggf. in Auswahl) als Nachtwachen gehalten werden oder in die Feier der Osternacht (zu Beginn oder als Teil zwischen der Lichtfeier und der Osterverkündigung) eingefügt werden. Es sollen dann mindestens drei Lesungen (darunter auf jeden Fall 2. Mose 14) vorgetragen werden.

In der neuen VELKD-Agende "Passion und Ostern" (Bd. II, 1) Hannover, 2011 sind im Anhang zu allen Lesungen einfache Einleitungen und passende Gebete (S. 260 -288 ) sowie Biblische Antwortgesänge (Psalmen und Cantica) (S. 290 - 307) angegeben.



Beginn der Nachtwachen

Eröffnung

Die Nacht gebar - herausgerufen durch Gott - das Licht der Welt, sein Leben durchbrach das Dunkel dieser Erde und verwandelte die Zeit zu einem Anfang der Freude. In dieser Nacht, der Nacht der Nächte, sind wir versammelt in der Erwartung, dass die Welt erneuert und in österlichem Licht erstrahlen wird. Das Dunkel des Todes wird gebrochen werden, denn Gott wird neues Leben an den Tag bringen, unvergleichliches, unvergängliches, ewiges Leben durch die Auferweckung Jesu Christi von den Toten. (a)


* Gesang: Ehre sei dir, Christe (EG 75,1)


Psalm

Votum: Du, HERR, wirst mich nicht dem Tode überlassen und nicht zugeben, dass dein Heiliger die Grube sehe. Du tust mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich. (Ps 16,10.11)

Psalm 30:  Ich preise dich, Herr (EG 715)


Lesung: Hesekiel 37, 1-6.11-14  (Karsamstag VI / Osternacht) Das Totenfeld 

oder falls  dies eine Vigillesung  (9. Wache / 3. Lesung in der Osternachtfeier) ist:

 Jesaja 26,13-14(15-18)19 (Osternacht III) Deine Toten werden leben 


Trishagion: Heiliger Herre Gott (EG 185.4)


1. Wache

Hinführung

Q:   Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte?  Sonst befassen wir uns mit Fragen der Gegenwart. Warum sollen wir an diesem Abend hören, was wir schon wissen?  

R:   Damit wir nicht vergessen, woher wir kommen und wohin wir gehen, und den Schöpfer, den Ursprung allen Lebens danken und erkennen, wozu wir Menschen gedacht sind. (b)


Lesung: 1. Mose 1,1-5.26-28.31 - Die erste Schöpfung


Psalm 8:  Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen (EG 705) 

oder 

Gesang:  Herr, unser Herrscher, wie herrlich bist du (EG 270,1-6)

oder:  Morgenlicht leuchtet (EG 455)


Gebet

Ewiger Gott, durch dein allmächtiges Wort hast du der Welt Gestalt gegeben und das Leben in ihr erweckt. Rufe aufs Neue das Licht in die Welt, dass es bei uns die Finsternis vertreibe und alles Leben von deinem österlichen Morgen beschienen und erleuchtet wird durch Christus, unsern Herrn. (c)

oder

Allmächtiger Gott, du bist wunderbar in allem, was du tust. Lass uns spüren, wie groß deine Schöpfung, und erkennen, wie noch größer das Werk der Erlösung ist, die du uns in der Fülle der Zeit geschenkt hast durch die Hingabe deines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn. (d) 

oder

Großer Gott, du hast die Welt gut geschaffen und in ihr den Menschen zu deinem Ebenbild gemacht. Hilf uns, so zu werden, wie du uns gedacht hast, und bewahre uns davor, dass wir uns zu eigensinnigen Zerrbildern deiner Schöpfung entwickeln, die dein Werk gefährden, sondern dich erkennen in dem menschlichen Antlitz Jesu Christi, unseres Herrn. (e)


Stille 


2. Wache

Hinführung

Q:   Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte? Sonst erwarten wir eher, in der Kirche  Erfreuliches zu erfahren. Warum hören wir an diesem Abend von der Ausbreitung des Bösen in der Menschheit?

R:  Damit wir nicht vergessen, dass das Böse immer noch lebendig ist; aber auch, dass wir Gottes gnädige Zuwendung erfahren, und ihm danken für sein Erbarmen und seine Treue. (f)


Lesung: 1. Mose 6 bis 8 (in Auswahl) - Sintflut und Noahbund


Psalm 36: Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist (EG 719)

oder

Gesang: Vertraut den neuen Wegen (EG 395,1-3)

oder  Herr, deine Güte reicht so weit der Himmel ist (EG 277,1.4.5)


Gebet

Gott des Bundes, du hast Noah mit allem, was in der Arche war, aus den Fluten des Verderbens gerettet. Hilf uns, den Versuchungen des Bösen in der Kraft deines Geistes zu widerstehen, damit uns und der ganzen Erde der Friede deines Bundes erhalten bleibt. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. (g)

oder

Herr, Trauer hat dich erfasst über die Bosheit der Menschen und dein Zorn ist entbrannt. Du tötest und machst lebendig, welche du willst. Öffne uns die Augen für dein Gericht und dein Erbarmen. Siehe gnädig auf deine Kirche, lass in ihr das Werk deiner Erlösung mächtig werden und bewahre uns wie einst Noah mit allem, was in der Arche war. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. (h)

oder 

Treuer Gott. Blicke gnädig auf deine Kirche als der neuen Arche, durch die du uns in den Fluten des Unheils bewahrst. Auch wenn wir vor deinem Urteil nicht bestehen können, so schütze in deiner Liebe doch das Leben und spanne den Bogen deines Friedens über die ganze Erde; denn du bist unsere Hoffnung in Zeit und Ewigkeit. (i) 


Stille


3. Wache

Hinführung

Q:   Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte? Sonst haben wir höchstens das eigene Leben im Blick. Warum gehen wir an diesem Abend zurück bis zu den Anfängen des Volkes Israel?

R:   Damit wir nicht vergessen, das Gottes Heil zunächst Abraham und seinen Nachkommen, dann aber auch uns zugesagt ist, und wir Gott danken, dass er Isaak, den Sohn, verschonte, seinen eigenen Sohn aber hingab für das Leben der Welt. (k)


Lesung: 1. Mose 22, 1.2.9a.10-13.15-18 - Prüfung Abrahams und Isaaks Bindung


Psalm 116: Sei nun wieder zufrieden, meine Seele (EG 746)

oder

Gesang: Das ist mir lieb, dass du mich hörst (EG 292,1-5)

oder Singet dem Herrn ein neues Lied (EG 287,1.2(3)4)


Gebet

Gott, du willst das Leben und nicht den Tod. Du hast Abraham seinen Sohn zurückgegeben, dass er lebe und die Verheißung erfüllt werde, die du mit ihm verbunden hast. Begegne uns in der Welt des Tod als der Gott des Leben durch Jesus Christus, dein Sohn, unsern Herrn. (l) 

oder

Gott in deiner Gnade berufst du Menschen auf dem ganzen Erdenrund, dass sie Kinder deiner Verheißung werden. So erfüllst du mit dem Zuspruch der Taufe auch an uns den Eid, den du Abraham geschworen hast und machst ihn zum Vater aller Völker. Gib uns auch die Gnade, dir und deinem Ruf in Treue zu folgen. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. (m)

oder

Gott, du Freund des Lebens, du willst nicht, dass wir Menschen töten und uns auf deinen Namen berufen, sondern einander helfen und beistehen in allen Nöten. Lass uns mit allen Völkern, die Abraham ihren Vater nennen in Achtung und Frieden zusammenleben. Darm bitten wir durch Christus, unsern Herrn. (n) 


Stille


4. Wache

Hinführung

Q:   Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte? Sonst gehen wir unsere eigenen Wege. Warum sind wir an diesem Abend miteinander an einem Ort versammelt?

R:    Damit wir nicht vergessen, wie leicht Unterdrückung über die Menschen kommen kann, wir aber miteinander zur Freiheit berufen sind, und darum Gott danken, dass wir in dieser Nacht gerettet wurden. (o)


Lesung: 2. Mose 14,15 bis 15,1 - Exodus - Schilfmeerwunder


Psalm 136: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich (EG 753)

oder

Gesang: Jauchzt alle Lande, Gott zu Ehren (EG 279,1-3(4)

oder   Danket Gott, denn er ist gut (EG 3011,6-10)


Gebet

Gott, du hast Israel aus der Knechtschaft befreit und erhältst dein Volk durch die Zeiten hindurch. Führe uns - kraft der Auferstehung Christi - aus der Unterwerfung unter Sünde und Tod in die herrliche Freiheit deiner Kinder, dass wir nicht festhalten an dem, was uns unfrei macht, sondern aufrecht deiner Weisung folgen durch ihn, Christus, unsern Herrn. (p) 

oder

Gott, deine uralten Wunder leuchten auch in unseren Tagen. Wie du einst Israel aus der Knechtschaft befreit und durch die Fluten des Meeres geleitet hast, so führst du nun Menschen aus allen Völkern durch das Wasser der Taufe zur Freiheit deiner Kinder. Gib, dass wir im Glauben teilhaben an der Würde deiner Erwählten durch Jesus Christus, unsern Retter und Herrn. (q) 

oder

In dieser heiligen Nacht gedenken wir, dass du, Gott, dein Volk Israel befreit hast und feiern sie auch als Nacht unserer Befreiung. Lass alle, die teilhaben am Mahl deines Sohnes, des österlichen Lammes, die Freude deiner verschonenden Macht erfahren und zur herrlichen Freiheit deiner Kinder finden durch ihn Jesus Christus, unsern Retter und Herrn. (r)

 

Stille


5. Wache

Hinführung

Q:   Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte?  Sonst wollen wir doch genießen, was sich uns gerade bietet. Warum hören wir an diesem Abend von einer Zukunft, die zwar wunderbar sein mag, uns aber jetzt noch verschlossen ist?

R:    Damit wir nicht vergessen, dass wir uns an dem erfreuen werden, was Gott für uns vorbereitet und wir ihm dafür danken, was er schon jetzt verheißt. (s)


Lesung: Jesaja 54,4-10 - Verheißung der neuen Gnadenzeit


Psalm 126: Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird (EG 750)

oder

Gesang: Wenn der Herr einst die Gefangenen (EG 298,1-3)

oder Komm, Herr, segne uns (EG 170,1-3)


Gebet 

Allmächtiger, ewiger Gott, verherrliche deinen Namen und gewähre, was du seit Alters denen  versprochen hast, die dir vertrauen. Lass uns in deiner Kirche erfahren, dass sich erfüllt, was die Väter und Mütter im Glauben erhofft haben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. (t)

oder

Ewiger Gott, du Hoffnung der Welt, du hast dein Volk Israel herausgeführt aus den Gefangenschaften in der Fremde von Ägypten und Babylon. Befreie auch deine Kirche aus allem, was sie gefangen hält und noch fern sein lässt von einem Leben in deinem gnädigen Frieden, dass wir dir fröhlich danken für deine Erlösung in Christus Jesus, unsern Herrn. (u)

oder

Gott, wo wir erschrecken vor dem, was wir nicht begreifen, und uns dein Erbarmen verborgen bleibt, da bleibe du uns dennoch zugewandt. Stehe zu deinen Verheißungen, dass wir im Bund deines Friedens gehalten sind, den du gestiftet hast in Christus, dessen Liebe nie hinfällig wird sondern beständig ist auf immer und ewig.  (v)


Stille


6. Wache

Hinführung

Q:   Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte? Sonst sind wir mit vielen Dingen beschäftigt. Warum sollen wir an diesem Abend auf so viele Lesungen aus der Schrift hören.

R:    Damit wir nicht vergessen, dass wir Sinn und Erfüllung finden, indem wir Gottes Einladung annehmen, und ihm danken, dass durch seine Zusage unser Leben gehalten ist. (w)


Lesung: Jesaja 55,1-3.6-11 - Einladung an die Menschen


Psalm 111: (Halleluja) Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen (EG 744)

oder

Gesang: All Morgen ist ganz frisch und neu (EG 440,1-4)

oder Das ist ein köstlich Ding (EG 285,1-3)


Gebet

Lebendiger Gott, du setzt dein Wort gegen die Gewalt des Todes und willst trösten, wo sonst keiner helfen kann. Wecke uns auf und beginne schon heute dein Werk an uns, indem du uns verwandelst zu dem Leben, zu dem Christus den Weg erschlossen hat mit seiner Liebe, die den Tod überwindet. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. (x) 

oder

Ewiger, unser Gott, durch dein Wort in den Schriften des Alten und des Neuen Bundes führst du uns ins Geheimnis dieser heiligen Nacht. Öffne uns Augen und Herz für dein Erbarmen und stärke durch die Freude dieser Feier in uns die feste Zuversicht, dass auch unser Leben in deiner Herrlichkeit vollendet wird. Darum bitten wir im Vertrauen auf das Werk deines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn. (y)

oder

Gott, du bist reich an Güte für alle, die dich suchen. Schon durch die Propheten hast du zu uns gesprochen und schließlich deinen Sohn gesandt, in dem dein ewiges Wort Mensch geworden ist. Lass uns auf ihn hören und ihm folgen, dass unser Leben fruchtbar wird und wir tun, was dir gefällt. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unsern Herrn. (z) 

 

Stille


7. Wache

Hinführung

Q:   Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte?  Sonst beschäftigen wir uns eher mit angenehmen Dingen. Warum sollen wir an dunklen Erfahrungen denken, unter denen Menschen verzweifeln können? 

R:  Damit wir nicht vergessen, dass Gottes Ferne und seine Verborgenheit ein Ende hat, und wir ihm danken, weil seine Treue unverbrüchlich ist, auch wo wir sie nicht verspüren. (aa)


Lesung: Klagelieder 3, 1-6.17-26 - Der Herr verstößt nicht ewig


Psalm 143 : Herr, erhöre mein Gebet (EG 755)

oder

Gesang: In dich hab ich gehoffet, Herr (EG 275,1-4)

oder Es mag sein, dass alles fällt (EG 378,1.3.5)


Gebet

Gott, so nahe bist und bleibst du, doch manchmal erscheinst du uns so verborgen, dass wir erschrecken und fürchten, du habest dich für immer von uns abgewandt. Zeige dich in deinem Erbarmen und lass uns auf Christus blicken und erkennen, dass deine Liebe nicht endet, sondern du treu bist von Ewigkeit zu Ewigkeit. (ab)

oder

Gott des Lebens. Manche Lasten, die uns auferlegt werden, sind kaum zu tragen und wir verstehen nicht, warum das geschieht. Hilf uns, auch das Unbegreifliche aus deiner Hand zu nehmen. Lass unser Vertrauen größer sein als die Angst; denn wir hören, dass selbst das Dunkel des Todes uns  nicht für immer verschlingen kann, sondern du uns mit neuem Leben erwartest in Christus Jesus, unserm Herrn. (ac) 

oder

Wir können nur staunen, Gott unser Vater, dass du aus allen Völkern Menschen deine Kirche rufst und uns in der Taufe zu deinen Kindern und Erben deines Reiches annimmst. Beschütze uns auf unseren Wegen, damit wir dich, die Quelle der Weisheit, nie verlassen und hinfinden zu dem Ziel, das du uns gesetzt hast. Darum bitten wir durch Christus, unsern Bruder unter den Menschen, unsern Herrn für Zeit und Ewigkeit. (ad)


Stille


8. Wache

Hinführung

Q:   Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte?  Sonst interessiert uns doch vor allem unser Wohlergehen? Warum hören wir immer wieder von der Gottesferne und -verlassenheit der Menschen?

R:  Damit wir nicht vergessen, dass wir Erlösung nötig haben, weil wir in uns verhärtet sind, und wir Gott dafür danken, dass er uns ein neues Herz und einen neuen Geist schenken will. (ae)


Lesung: Hesekiel 36,23-28(29.30)- Das neue Herz


Psalm 63: Gott, du bist mein Gott, den ich suche (EG 729)

oder

Gesang: O gläubig Herz, gebenedei (EG 318,1.5-7)

oder Bewahre uns Gott, behüte uns Gott (EG 171,1(2)4)


Gebet

Heiliger Gott, gib uns ein lebendiges Herz und einen neuen Geist, damit wir mutig und wahrhaft menschlich leben und tun, was du von uns erwartest, dir zur Ehre durch Christus, deinen Sohn, unsern Herrn. (af) 

oder

Sei du uns nahe, allmächtiger Gott, und erfülle mit deinem Geist, was wir in der Verkündigung hören und in den Sakramenten feiern. Lass uns deiner Liebe gewisswerden, in der du uns zu deinen Kinder wiedergeboren hast. Und was an uns unter heiligen Zeichen geschieht, das vollende du mit deiner Gnade und Kraft. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. (ag)

oder

Ewiger Gott, du lässt uns nicht zugrunde gehen im Elend unserer Verlorenheit und Herzenkälte, noch in Armut und Dürre, sondern willst uns verwandeln mit deinem Geist, wie durch erquickendes Wasser, und willst uns Heimat geben und nährendes Brot. Gib, dass wir deine Einladung annehmen und dankbar für deine Gaben nach deinem Willen leben. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. (ah)


Stille


9. Wache

Hinführung

Q:   Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte? Sonst befassen wir uns mit Plänen für unser eigenes Leben. Warum hören wir soviel vom Tod, obwohl wir uns selbst davor nicht bewahren können?

R:  Damit wir nicht vergessen, Gott dem Schöpfer des Lebens zu vertrauen, und ihm danken, dass er über die Macht des Todes thriumphiert. (ai)


Lesung: Hesekiel 37, 1-4(5-8)9-14 - Zum Leben erweckte Totengebeine 


Psalm 18:  Herzlich lieb hab ich dich, Herr, meine Stärke (EG 707)

oder

Gesang: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr (EG 382,1-3)


Gebet

Gott, du hast deinen Propheten die Augen geöffnet für deine Schöpferkraft und ihn das Wunder der Auferweckung schauen lassen. Du kannst auch uns verwandeln zu einem neuem Leben, das nicht  länger vom Tode gezeichnet ist. Auf dich richtet sich unsere Hoffnung durch Christus, dein Sohn, unsern Herr. (ak) 

oder

Sei du uns nahe, lebendiger Gott, und erwecke uns aus den Gräbern menschlicher Hoffnungslosigkeit. Komm mit deinem Geist, der Leben schafft, richte uns auf und befähige uns, mit unserem Wort und Verhalten die Botschaft deines unzerstörbaren Lebens zu bezeugen. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. (al)

oder

Gott des Lebens. Du lässt auch uns durch das Wort des Propheten das Wunder der Auferweckung deines Volkes vernehmen. Gib, dass wir in dieser Nacht, da wir die Auferstehung deines Sohnes Jesus Christus feiern, auch Anteil gewinnen an der Hoffnung, die der Übermacht des Todes trotzt. Durch ihn, unsern Retter und Herrn, der mit dir und dem lebendigmachenden Geist lebt und wirkt in Ewigkeit. (am) 


Stille


10. Wache

Hinführung

Q:   Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte? Sonst suchen wir nach Entspannung und Zerstreuung. Warum werden wir an diesem Abend so stark mit der Anmaßung von Menschen, aber auch mit ihrem Bedrohtsein und ihrer Ausgeliefertheit an irdische Gewalten konfrontiert?

R:    Damit wir nicht vergessen, dass wir noch in einer Welt leben, in der Dunkel, Hass und Unrecht, Schuld und Tod mächtig sind, und wir Gott dafür danken, dass er uns Leben und Heimat, Vergebung und Schutz erfahren lässt. (an)


Lesung: Daniel 3, 8-30 (in Auswahl) - Die drei Männer im Feuerofen


Psalm 57: Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig (EG 728)

oder

Gesang: Herr, unser Gott, lass nicht zuschanden werden (EG 247,1-4)

oder Singt das Lied der Freude über Gott (EG 305,1-4 / 306,1-4)


Gebet

Gott, du bist stärker als alle Macht dieser Welt. Sende uns in der Bedrängnis deinen Engel und deinen kühlen Hauch in der Hitze. Halte uns fest, damit wir dich über alle Dinge fürchten und lieben und dir allezeit vertrauen. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. (ao)

oder

Gott, wie oft hast du uns durch Angst, Bedrohung und Verfolgung hindurchgeführt und mit gnädiger Hand dafür gesorgt, dass es nicht ganz aus ist mit uns. Hilf uns, dankbar zu erkennen, wo immer du rettend am Werk bist und lass uns umso zuversichtlicher in dieser festlichen Nacht und in allen Nächten unseres Leben auf den Sieg Christi vertrauen und ihn preisen. Dir sei Ehre in Ewigkeit. (ap)

oder

Gott, Anwalt des Lebens, du hast Noah in der Arche bewahrt, die Kinder Israel zum rettenden Ufer geführt und die Jünglinge vor dem Hass der Mächtigen und ihrem tödlichen Feuer in Schutz genommen. So stärke uns den Mut und das Vertrauen, wenn wir an diesem Fest den Sieg deines Sohnes über Schuld, Angst und Tod feiern und uns - trotz vieler Bedrohung - zu seinem Weg bekennen: Jesus Christus, unserem Herrn. (aq) 


Stille


* Abschluss der Wachen

Canticum

Votum:  Gott hat uns errettet von der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes. (Kol 1,13)

Hymnus aus dem Kolosserbrief: Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes (EG Wü 765)


* Vaterunser


Gebet

Gott, wie du am Anfang das Licht geschaffen hast und im Spiel von Wasser und Sonne uns den Regenbogen als Zeichen deiner Bewahrung schauen lässt, wie du Mose aus den brennenden Dornbusch zu deinem Werk der Befreiung berufen und du dein Volk auf seinem Weg durch  helle und dunkle Zeiten geleitet hast, wie du endlich dein Feuer auf Erden entzündest hast in Jesus, deinem Sohn, so vollende an uns seine Verheißungen, und führe uns alle aus dem Dunkel dieser Welt hin zum ewigen Licht durch ihn Christus, deinen Sohn, unsern Bruder und Herrn. (ar)



Quellen und Vorlagen

a - vgl. W.Milstein, Den Gottesdienst beginnen, Göttingen 1999, S. 50

b - R.B. - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 122

c - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 123

d - vgl. Karwoche und Ostern, Auszug aus dem (röm.-kath.) Messbuch, Freiburg/B. 1976, S. (87)

e - R.B. - vgl. Reformierte Liturgie, Wuppertal 1999, S. 580 

f - vgl. Die Feier der Eucharistie (Altkatholiken), 3. Aufl., Bonn 2006, S. 125

g - vgl. Die Feier der Eucharistie (Altkatholiken), 3. Aufl., Bonn 2006, S. 126

h - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 76

i - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 76,77

k - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 125

l - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 125

m - vgl. Karwoche und Ostern, Auszug aus dem (röm.-kath.) Messbuch, Freiburg/B. 1976, S. (88)

n - vgl. Die Feier der Eucharistie (Altkatholiken), 3. Aufl., Bonn 2006, S. 127

o - R.B. - vgl. Die Feier der Eucharistie (Altkatholiken), 3. Aufl., Bonn 2006, S.1 28

p - vgl. Reformierte Liturgie, Wuppertal 1999, S. 581

q - vgl. Karwoche und Ostern, Auszug aus dem (röm.-kath.) Messbuch, Freiburg/B. 1976, S. (88)

r  - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 145

s - R.B.

t - vgl. Karwoche und Ostern, Auszug aus dem (röm.-kath.) Messbuch, Freiburg/B. 1976, S. (89)

u - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 152

v - R.B.

w - R.B.

x - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 147

y  vgl. Karwoche und Ostern, Auszug aus dem (röm.-kath.) Messbuch, Freiburg/B. 1976, S. (91)

z - vgl. Die Feier der Eucharistie (Altkatholiken), 3. Aufl., Bonn 2006, S. 130

aa - R.B.

ab - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 150

ac - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 143

ad - RB. vgl. Karwoche und Ostern, Auszug aus dem Messbuch, Freiburg/B.1976, S. (90)

ae - R.B. - vgl. Die Feier der Eucharistie (Altkatholiken), 3. Aufl., Bonn 2006, S. 131

af - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 153

ag - vgl. Karwoche und Ostern, Auszug aus dem (röm.-kath.) Messbuch, Freiburg/B. 1976, S. (92)

ah - R.B.  vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 152

ai - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 130

ak - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 131

al - vgl. Die Feier der Eucharistie (Altkatholiken), 3. Aufl., Bonn 2006, S. 133

am - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 131

an - R.B.

ao - vgl. Gottesdienstfeiern von Palmsonntag bis Ostern (VELKD), Hannover 2008, S. 160

ap - R.B.

aq - R.B.

ar - Ergänzungsband zum Württemb. Gottesdienstbuch I, Suttgart 2005,  S. 269


***


X - Feier der Osternacht (weiß)


Eröffnung

(Die Gemeinde kann sich zunächst an einem Osterfeuer vor der Kirche versammeln.

Schwestern und Brüder, an diesem österlichen Morgen versammeln wir uns, um zu beten und zu wachen und den Anbruch des Sieges Jesu Christi zu erwarten, der hinübergegangen ist vom Tod zum Leben. Verbunden mit der ganzen Gemeinschaft von Gottes Volk im Himmel und auf Erden hören von Gottes mächtigen Taten, gedenken mit Licht und Wasser, mit Brot und Wein der Auferweckung Jesu Christi und feiern unsere Befreiung - aus der Unterwerfung unter Sünde, Finsternis und Tod hin zu ewigem Licht und Licht.) (a)

Die Gemeinde geht in die dunkle Kirche.


Wenn der Rückbezug der Osternacht-Feier zur Passion betont werden soll, können der Lichtfeier folgende  Lesungen in der dunklen Kirche vorangehen.


Passionsprophetie: Klagelieder 3,34-47.55-58 - Sollte das der Herr nicht sehen?


Stille - Gesang: Bleibet hier und wachet mit mir (EG Wü 787.2)


Passionsepistel: Philipper 2,6-11 - Obwohl Christus in göttlicher Gestalt war 


Stille - Gesang: Bleibet hier und wachet mit mir (EG Wü 787.2)


Passionsevangelium: Lukas 23,50-56 - Grablegung


Stille -  Gesang: Bleibet hier und wachet mit mir (EG Wü 787.2)



Lichtfeier

Entzündung des Osterlichts

Im Eingangsbereich  der Kirche (Das Licht kann vom Osterfeuer geholt werden)

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, 

G:  der Himmel und Erde gemacht hat.

Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. Joh 8,12

(Das Kreuz kann auf der Kerze nachgezeichnet werden:

Jesus Christus gestern und heute, - senkrechter Balken,

Anfang und Ende, - Querbalken,

Alpha - über dem  Kreuz,

und Omega, - unter dem Kreuz,

sein ist die Zeit - Ziffer des Jahrtausends,

und die Ewigkeit, - Ziffer des Jahrhunderts,

sein ist die Macht - Ziffer des Jahrzehnts,

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. - Ziffer des Jahres .)

Die Osterkerze wird entzündet     

Christus ist siegreich auferstanden vom Tod. Sein Licht vertreibe das Dunkel der Herzen. (b) 

G: Amen.


Einzug des Osterlichts

D. (singt oder spricht)  Christus: Licht  der  Welt!

G: Gott sei Lob und Dank.

D. trägt die Osterkerze in die dunkle Kerze. In der Mitte des Weges macht man Halt. D. singt (im höheren Ton)  oder spricht wiederum das „Lumen Christi.“ Die Liturgen entzünden ihre Kerzen am Osterlicht. Der Osterleuchter steht im  Zentrum des Altarraums (oder nahe dem Taufstein). Die Osterkerze wird auf den Leuchter gesetzt.  D. singt (wiederum einen Ton höher) oder spricht  zum dritten Mal das „Lumen Christi“ . (Sollen die Kerzen  in der Gemeinde nicht erst während der Unterbrechung des Exsultet  (s.u.) entzündet werden, erfolgt schon hier die Weitergabe des Lichtes.) Danach beginnt der/die Kantor-in mit dem Osterlob.


Exsultet

K: Frohlocket nun, ihr Engel, ihr himmlischen Scharen und rühmet die großen Taten Gottes! Hell töne, Posaune des Heiles, zum Sieg des erhabenen Königs! Nun freue dich auch, o Erde, erhellt vom strahlenden Lichte und leuchtend vom Glanz des ewigen Königs nimm doch wahr, wie allerorten nun gewichten von dir das Dunkel. Auch du freue dich, Mutter Kirche, im Schmuck der Strahlen solch herrlichen Lichtes, und der Lobgesang deiner Kinder erfülle das Haus unsres Gottes. Darum bitte ich euch, die ihr dieses Licht schaut, ruft mit mir zum allmächtigen Vater, dass er in seinem Erbarmen mich erleuchte, das Lob dieser Kerze würdig zu verkünden.

K:  Der Herr sei mit euch. G:  Und mit deinem Geiste.

K:  Erhebet eure Herzen. G:  Wir erheben sie zum Herrn.

K:  Lasset uns danken dem Herrn, unserm Gott.   G:  Dass ist würdig und recht

K: Wahrhaft würdig und recht ist es, den unsichtbaren Gott und Vater, den Allmächtigen, und seinen eingeborenen Sohn unsern Herrn Jesus Christus mit aller Glut des Herzens und des Geistes und mit jubelnder Stimme zu preisen. Er hat für uns Adams Schuld bei dem ewigen Vater eingelöst und den alten Schuldbrief getilgt mit seinem Blut, aus Liebe vergossen. Dies ist das Fest der Ostern, an dem das wahre Passalamm getötet ist, dessen Blut die Türen der Gläubigen zeichnet und das Volk vor dem Verderben bewahret. Dies ist die Nacht, da du unsere Väter, die Söhne Israels, aus Ägypten herausgeführt und sie durchs Rote Meer trockenen Fußes geleitet hast. Dies ist die Nacht, die ringsum auf Erden alle Christen von der Verderbnis der Welt und der Finsternis der Sünde scheidet, heimführt zur Gnade und einfügt in die Gemeinschaft der Heiligen. Dies ist die Nacht, da Christus die Bande des Todes zerriss und als Sieger aus der Tiefe emporstieg. O wie wunderbar hat dein Erbarmen uns begnadet. O unfassliche Gnadenwahl deiner Liebe: den Knecht zu erlösen, hast den Sohn du dahingegeben. O gewiss musste Adams Sünde geschehen, damit sie durch Christi Tod getilgt wird! O glückselige Schuld, die eines solchen Erlösers gewürdigt ward! O wahrhaft selige Nacht, du allein durftest sehen die Zeit und die Stunde, da Christus von den Toten erstanden ist! Dies ist die Nacht, von der geschrieben steht: Die Nacht wird leuchten wie der Tag, und die Nacht muss Freudenlicht um mich sein! Diese geheiligte Nacht vertreibt den Frevel, wäscht ab die Sünden, nimmt die Abgefallenen wieder an und bringt den Trauernden Freude. Sie verscheucht den Hass, stiftet Eintracht und beugt die Gewalten. 

(Nun aber, da wir den Lobpreis gesungen, entzündet zur Ehre Gottes das Licht dieser Kerzen.

Der/die Kantor-in unterbricht. Das Licht wird in die Gemeinde gegeben. Haben alle ihre Kerzen entzündet, fährt der/die Kantor-in fort.)

Ob auch das Feuer sich nach allen Seiten verteilt, so verliert es doch nichts von der Kraft seines Lichtes. O wahrhaft selige Nacht, da sich der Himmel der Erde und Gott sich den Menschen verbindet! So bitten wir dich, Herr: Diese Kerze, entzündet zur Ehre deines Namens, vertreibe die Finsternis der Nacht und leuchte fort in ungemindertem Glanze, bis der Morgenstern erscheint, der wahre Morgenstern, der in Ewigkeit nicht untergeht. Christus, der von den Toten erstand, erstrahlt dem Menschengeschlechte. So bitten wir dich, Herr: Verleihe uns und allen Gläubigen Tage des Friedens. Erhalte uns die österliche Freude und führe uns mit deinem ganzen Volke aus der Unruhe dieser Welt in das himmlische Vaterland. Durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir, eins im Heiligen Geiste lebet und regieret in alle Ewigkeit. (c)

G: Amen.

Die Gemeinde kann das Osterlob mit einem Lied oder österlichen Gesang aufnehmen.


Lesungen

Wenn nur Wenige an der Vigil zur Osternacht teilgenommen haben, können weitere Lesungen aus der Vigil vorgetragen werden. Die Gebete dazu sollten verwendet werden, Antwortpsalmen oder -gesänge können jedoch entfallen und durch Momente der Stille ersetzt werden 

Als Lesungen eignen sich die nachstehend genannten in besonderer Weise. Statt der Hinführungen in Frage und Antwort können auch folgende Präfamina verwendet werden:


1. Lesung (= 1. Wache): aus 1. Mose 1 (Schöpfung)

Hört, wie Gott die Welt erschaffen hat und das Licht in der Finsternis scheinen lässt, wie er den Menschen ins Leben ruft und ihm die Schöpfung anvertraut. Lesung (des Anfangs der Heiligen Schrift) aus dem ersten Buch Mose: (1. Mose 1,1-28a.31a) - (statt der Verse 5b-25 kann es heißen: Also rief Gott durch sein allmächtiges Wort alles, was da ist, ins Leben: Licht und Finsternis, Tag und Nacht,  Wasser und Festland, Baum und Gras, Pflanze und Tier.)


2. Lesung (= 4. Wache): aus 2. Mose 14 (Durchzug durchs Rote Meer)

Hört, wie Gott sein bedrängtes Volk aus der Knechtschaft befreit und wunderbar hindurchführt durch die Fluten des Meeres. Lesung aus dem zweiten Buch Mose im  Kapitel: (2. Mose 14,13.14.21.24-29)


3. Lesung (= 9. Wache): aus Hesekiel  37, 1-4(5-8)9-14  (Zum Leben erweckte Totengebeine)

Hört, wie Gott seinen Volk durch den Propheten eine Verheißung gibt und ihm das Vertrauen in  seine lebensstiftenden Macht stärken will. Lesung aus dem Buch des Propheten Hesekiel:  (Hesekiel 37, 1-4(5-8)9-14) 



 Taufe / Taufgedächtnis

Der Gottesdienst wird mit der Tauffeier oder dem Taufgedächtnis oder (wenn diese erst nach der Ansprache folgen) mit der Osterverkündigung fortgeführt.


Taufe nach eigener Ordnung  mit

Ansage und Taufauftrag - (Lobgebet) - Glaubensbekenntnis - Tauffrage - Taufhandlung - Handauflegung mit Segen - (Anlegen des Taufgewandes) - Übergabe der Taufkerze


Taufgedächtnis 

(Wasser wird sichtbar und hörbar in die Taufschale gegossen.) 

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesus Christi von den Toten. (1.Petr 1,3)  Wir alle sind geboren worden - aber wir erinnern uns nicht daran. Täglich spüren wir die Kraft und die Last unseres Körpers und sorgen für das, was er braucht. Wir wissen: Wir schöpfen unsere Kraft aus Quellen, die wir nicht gespeist haben. Wir sind getauft worden - aber die meisten von uns können nicht nicht selbst daran erinnern. Doch der Apostel sagt: Wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. (Röm 6, 3-4) -Wir sollen gewiss sein: Gott hat uns zuerst geliebt. Deshalb preisen wir ihn in dieser Nacht, in der die neue Schöpfung aus dem dem Dunkel des Grabes aufleuchtet. Seit unserer Taufe steht auch unser Leben im Zeichen des neuen Lebens, das durch die Auferstehung Jesu gegeben ist. Gott hat uns in der Taufe Erlösung geschenkt von den Mächten der Zerstörung. Wir können diese Freiheit immer wieder spüren. Darum lasst uns danken für dieses Geschenk der Gnade, das Gott den meisten von uns schon als unmündigen Kindern gemacht hat. Lasst uns danken, dass er uns aus den Bindungen und aus aller Finsternis gerettet und zum Anfang eines neuen Lebens im Lichte Christi geführt hat. (d)

Lasst uns miteinander den Glauben bekennen

(Die Gemeinde erhebt sich.) 

Apostolisches Glaubensbekenntnis: Ich glaube an Gott, den Vater.... (EG Wü 686)

Sind wir mit Christus verbunden durch die Taufe in seinen Tod, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. Was Christus gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für allemal, was er lebt, das lebt er Gott- So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus. (Röm 6,8.10.11)  (A: Amen.)  

Während eines Gesanges (z.B. Laudate omnes gentes (EG 181.6) können Gottesdienstteilnehmer mit einem entsprechenden Zeichen (z.B. Wasser) die Tauferinnerung vertiefen.


Osterverkündigung

Ostervotum

Der Tod ist verschlungen vom Sieg. Tod wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus. (1. Kor 15,55.57) Wache auf, der du schläfst und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten. (Eph 5,149


Lobgesang: Ehre sei Gott in der Höhe  (EG 180.1 oder 3) (oder eine andere Form des Lobgesangs) Dazu können die Glocken geläutet werden.


Tagesgebet

Beten wir (in der Stille) zu Gott, erfüllt von österlichem Staunen: - Stille - 

Wunderbarer Gott, dein Licht scheint in die Nacht, dein Leben überwindet den Tod, dein Wort durchdringt die Mauern des Grabes. Komm zu uns, wecke uns, ruf uns ins Leben. Dir sei Ehre in Ewigkeit. (e)

oder

Gott, du Quelle des Lebens. (Aus dir fließen Ströme lebendigen Wassers) Du verwandelst die Wüsten des Todes in fruchtbares Land. Alle Welt hallt wider vom Jubel derer, die von deinen Wundern hören. Verwandle auch uns und pflanze in unser Herz die Hoffnung, dass dein Sohn kommt, uns zu erwecken zum ewigen Leben. Dir sei Ehre in Ewigkeit. (f)

oder

Gott, du Vater des Lichtes, durch die Auferweckung deines Sohnes erfährt die Welt, was von Ewigkeit her dein Wille ist: Was alt ist, wird neu; was dunkel ist, wird licht; was tot war, steht auf zum Leben und alles soll wieder heil werden in ihm, der der Ursprung von allem ist, Jesus Christus, unser Bruder und Herr, der mit dir in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes lebt und Leben schafft 

von Ewigkeit zu Ewigkeit. (g)


Osterevangelium:  Matthäus 28,1-10 (I) - Die Auferstehung Jesu


Ostergruß und Osterleise (gesungen)

L: Christus, der Herr ist auferstanden. Halleluja.

G:   Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja. (ggf. mehrfach wiederholt)

Christ ist erstanden (EG 99 ) dazu setzt erstmals die Orgel ein


[ Ansprache (zu Johannes 5,19-21 (V) … wie der Vater die Tten auferweckt ...)  ]


Besinnung (Zwischenspiel der Orgel oder Lied)


Fürbitten

Christus – du Licht der Welt – wir loben dich: Halleluja. Erleuchte deine Kirche und mache sie zur glaubwürdigen Botin der Auferstehung.

R: Kyrie eleison.

Christus – du Trost der Welt – wir loben dich: Halleluja! Tröste die Traurigen. Schenke ihnen die österliche Freude.

R: Kyrie eleison.

Christus – du Leben der Welt – wir loben dich: Halleluja! Richte auf, die von Tode betroffen sind.

R: Kyrie eleison. 

Christus – du Brot des Lebens - wir loben dich: Halleluja! Sättige die Hungernden. Schaffe Gerechtigkeit für die Armen.

R: Kyrie eleison.

Christus – du Hirte und König – wir loben dich: Halleluja! Bewege die Mächtigen. Lenke sie durch dein Wort.

R: Kyrie eleison.

Christus – du Quelle des Lebens – wir loben dich: Halleluja! Erbarme dich der leidenden Schöpfung.

R: Kyrie eleison. 

Christus – du unser Friede – wir loben dich: Halleluja!Schaffe dir Raum in deiner Welt – in uns und durch uns.

R: Kyrie eleison.

Christus – du Ziel unserer Sehnsucht – wir loben dich: Halleluja! Erlöse uns, befreie uns, eine uns. R: Kyrie eleison. (h) 

Christus, du bist als erster von Gott aus den Toten gerufen und auferweckt. Staunend in dieser Nacht der Nächte bitten wir dich: Mache auch uns lebendig und lass im Aufleuchten deines österlichen Lichtes das Leben hell werden in unsererem Miteinander, in deiner Kirche, in aler Welt, heute und Tag um Tag bis in Ewigkeit.

G: Amen. (i)

oder ein anderes Fürbittengebet


Abendmahl 

In der Regel folgt hier die Feier des Abendmahles. Findet keine Mahlfeier statt, schließen sich hier Vaterunser, Lied zum Ausgang, Sendung und Segen an. Ansonsten wird die Feier mit den folgenden Stücken  fortgesetzt.


Lied zur Bereitung: Christ lag in Todesbanden (EG 101,1(2-5)6.7)


Dialog - Präfation - Sanctus

Der Herr sei mit euch. G: Und mit deinem Geiste.

Erhebet eure Herzen.  G: Wir erheben sie zum Herrn.

Lasset uns danken dem Herrn, unserm Gott.   G: Das ist würdig und recht.

In Wahrheit ist es würdig und recht, /

unser Dienst und unsere Freude, /

+ dir, ewiger Gott, Dank zu sagen:

Zu jeder Zeit und an allen Orten bist du zu loben, /

+ besonders aber an diesem Morgen jubelnd zu preisen:

Denn Christus, den die Welt ans Kreuz gebracht hat, /

+ ihn hast du erweckt aus dem Grabe.

Er hat der Welt Sünde hinweggetragen, /

unsern Tod durch seinen Tod zerstört /

+ und wiedergebracht durch sein Auferstehen das Leben.

Darum singen wir dir inmitten deiner ganzen Schöpfung. /

Darum stehen wir in der Schar derer, die dich bezeugen seit Anbeginn der Welt. /

Darum stimmen wir ein in das Lob deiner Herrlichkeit. /

+ und bekennen mit allen deinen Engeln ohne Ende: (k)

Heilig, heilig, heilig


Abendmahlsgebet

Wir preisen dich, Gott, du Ursprung allen Lebens: Aus dem Nicht rufst du die Welt ins Dasein, aus dem Dunkel der Nacht rufst du uns ins Licht, aus der Ferne in deine Nähe, aus der Schuld in die Freiheit, aus allem, was dem Tod verfällt, in Christi Zukunft. Wir danken dir, Gott,  für ihn, der uns sein Leben schenkt:

Einsetzungsworte

Sooft wir von diesem Brot essen und von diesem Kelch trinken, erfahren und bezeugen wir das Geheimnis des Glaubens:

G: Deinen Tod, o Herr ...

So halten wir das Gedächtnis Jesu Christi, der für uns starb und für uns lebt. Wir bitten dich, Gott: Lass deinen Geist unter uns wirken, wenn wir von diesem Brot essen und aus diesem Kelch trinken. Gib uns ein neues, lebendiges Herz, dass wir in jedem Menschen die Schwester, den Bruder erkennen und deine Liebe unter uns teilen. Führe deine neue Welt herauf und vollende uns in deinem Reich. Dir sei Ehre in Ewigkeit. (l)


Vaterunser


Brotbrechen 

Das Brot wird gebrochen, dazu kann gesagt werden:

Als er das Brot brach, wurde ihnen die Augen geöffnet und sie erkannten ihn. Halleluja. (Lk 24,31)

Der Kelch kann erhoben werden beim Ruf:

Christus, der Herr ist auferstanden. Halleluja. 

G:  Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja.


Gesang zum Brotbrechen: Christe, du Lamm Gottes (EG 190.2)

oder ein anderer Gesang,  z.B. Hoffnung und meine Freude (EG Wü 576)


Einladung - (Friedensgruß) - Austeilung

Entsprechend der gewohnten Praxis der Gemeinde wird zum Empfang des Abendmahles eingeladen und ausgeteilt. Ein Friedensgruß (ggf. mit Händereichen) kann dem Brotbrechen vorangehen, die Austeilung eröffnen oder abschließen. Er kann lauten: „Der Friede des Auferstandenen sei mit allen.“ Musik und/oder Gemeindegesang kann die Austeilung begleiten.


Dankgebet

Christus, der Herr ist auferstanden. Halleluja. 

G:   Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja.

Wir danken dir, ewiger Gott, dass du uns in der Feier dieser Nacht aufs Neue allen Segen des Leidens, Sterbens und der Auferstehung deines Sohnes erwiesen und geschenkt hast. So warten wir getrost auf den Tag, an dem du alles neu machst in deinem Reich, das währt von Ewigkeit zu Ewigkeit. (m)

oder

Gott, du Hirte deines ganzen Volkes, Wir danken dir, dass du uns in diesem Mahl gespeist hast mit dem wahren Osterlamm Jesus Christus. Lass uns in der Kraft dieser Speise selbst als Auferstandene leben durch ihn und für ihn und auf ihn zu, Christus, unsern Herrn. (n)


Sendung

Lied zum Ausgang: Gelobt sei Gott im höchsten Thron (EG 103 i.A.)

oder Gloria in excelsis (EG 180,1 oder 3),  soweit nicht bereits gesungen   


(Bekanntgaben)  


Segen 

Statt des Aaronitischen Segens kann auch folgende besondere Form gebraucht werden:

In dieser Nacht, erhellt durch die Auferstehung Jesu Christi, segne euch der gütige Gott und bewahre euch vor aller Finsternis. (R: Amen.)

In Christus haben wir Anteil am ewigen Leben; in ihm führe euch Gott zur unvergänglichen Herrlichkeit. (R: Amen.)

Durch sein Leben und Leiden hat Jesus Christus uns zur österlichen Freude geführt; er geleite euch alle Tage eures Lebens bis zu jener Freude, die niemals endet. (R: Amen.)

So segne und schenke euch Frieden der dreieinige Gott: Vater, (+) Sohn und Heiliger Geist. (o)

R: Amen. (Amen. Amen.)


Nachspiel (und Auszug)



Quellen und Vorlagen

.a - vgl. Ergänzungsband zum Württemb. Gottesdienstbuch I, Stuttgart 2005, S. 276

b - vgl. Ergänzungsband zum Württemb. Gottesdienstbuch I, Stuttgart 2005, S. 277

c - vgl. Ergänzungsband zum Württemb. Gottesdienstbuch I, Stuttgart 2005, S. 229-288

Es kann auch eine andere Form des Exuultet verwendet werden (s. Archiv)

d - vgl. Die Feier des Taufgedächtnisses (velkd), Hannover 2007, S. 9

e - vgl. Württembergisches Gottesdienstbuch I, Suttgart 2004, S. 151 Nr. 56

f  - vgl. Passion und Ostern (VELKD) Agende II,1, Hannover 2011, S. 165

g - vgl. Die Feier der Eucharistie, (Altkatholiken), Bonn 3. Aufl. 2006, S. 134

h - vgl. Passion und Ostern (VELKD) Agende II,1, Hannover 2011, S. 188

i – vgl. M.Evang / G.Kerl / I.Seibt, NImm an unser Gebet, Neunkirchen 2011, S. 86

k - vgl. Evangelisches Gottesdienstbuch, Berlin 2000, S. 622 f.

l - vgl. Evangelisches Gottesdienstbuch, Berlin 2000, S. 642 

m - vgl. Württembergisches Gottesdienstbuch I, Suttgart 2004, S. 395 Nr. 5

n - vgl. Die Feier der Eucharistie, (Altkatholiken), Bonn 3. Aufl. 2006, S. 142

o - vgl. Die Feier der Eucharistie, (Altkatholiken), Bonn 3. Aufl. 2006, S. 390