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5. Mai 2005


Exaudi * - 6. Sonntag nach Ostern (weiß)  - Die wartende Gemeinde

* nach  Ps  27,7


Predigttext:  Johannes 7,37-39 (III): Wen dürstet, der komme zu mir

Schriftlesung (Epistel): Römer 8,26-30 (VI): Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf

(Alttestamentliche Lesung: Jeremia 31,31-34 (IV): Die Verheißung des neuen Bundes)


Eröffnung (Begrüßung)

Christus, der Herr ist auferstanden. Halleluja. 

Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja.

Dieser Sonntag „Exaudi“ - nach dem bittenden Psalmvers „Herr, höre meine Stimme“ benannt, zwischen dem Himmelfahrtsfest und dem Pfingstfest gelegen, ist vor allem von Erwartung geprägt.

Das bedeutet aber eben auch, warten zu müssen, weil nicht wir die Handelnden sind, sondern wir etwas empfangen sollen: Eine neue Gemeinschaft mit Gott, ein neues Herz, ein Neuanfang trotz menschlichen Versagens. Ohne Gottes Beistand kämen wir nie dahin. Ohne Gottes Tröster blieben wir in uns verschlossen. Ohne Gottes Geist hätten wir keine Zuversicht. So steht der heutige Sonntag im Zeichen der Bitte um diesen Geist. (a)


Votum und Psalm 

Lass sich freuen alle, die auf dich trauen; ewiglich lass sie rühmen, denn du beschirmst sie. Fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben. Denn du, Herr, segnest die Gerechten, du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.Ps 5,12.13

Psalm 27 -   Der Herr ist mein Licht und mein Heil (EG 714)


Tagesgebet 

Beten wir in der Stille zu Gott um Beistand und Kraft: - Stille - 

Gott. Du hast Jesus Chrisus zum Haupt deiner Kirche und zum Herrn über alle Welt gemacht. Sende uns den Heiligen Geist, wie er ihn erfüllt hat, und mach uns empfänglich für dein Wort. Lass uns immer neu auf deinen Beistand bauen und dir danken in Vertrauen und Gehorsam Tag um Tag. Das bitten wir durch ihn, deinen Sohn, unsern Bruder und Herrn, der mit dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und wirkt in alle Ewigkeit. (b)

oder

Gott im Himmel und auf Erden. Dein Licht erleuchtet uns und dein Wort will unser Herz verwandeln. So sende deinen Heiligen Geist, dass er uns leitet in unserm Tun. Sei du bei uns, damit wir bei dir sind in Christus, unserm Herrn, heute und alle Tage bis auf ewig . (c)


Bekenntnis  / Lobpreis

Lasst uns bleiben im Glauben, gegründet und fest, und nicht weichen von der Hoffnung des Evangeliums, das wir gehört haben und das gepredigt ist allen Geschöpfen unter dem Himmel.   Kol 1,23f -  Lasst uns (im Hymnus) Zeugnis gegeben von solcher Hoffnung:

Hymnus aus dem Kolosserbrief  -  Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes (EG 765)


Fürbitten

Du willst uns erfüllen, Heiliger Geist Gottes. Wir beten zu dir. 

Wir sinnen nach, wer du bist für uns. Wir nennen dich mit menschlichen Bildern und Namen, damit wir nicht ganz zu schweigen brauchen - und rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Bist du nicht der Finger Gottes, mit dem er die Welt geordnet hat?

Bist du nicht die zärtliche Liebe, mit der wir geschaffen sind?

Bist du nicht das Licht der Freude, das Menschen einander begegnen lässt? - Wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Bist du nicht wie ein weiter Raum, uns gegeben?

Bist du nicht die Wahrheit aller Worte, ihre Kraft und der Trost, den sie schenken können?

Bist du nicht der Atem und die Glut, mit der Gott sein Wort zu uns spricht? - Wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Ja, du bist der Geist, der lebendig macht und befreit. 

Du bist die Kraft, die uns Verheißung bringt und zugleich offen hält. 

Du bist das Feuer, das uns unsere Armut erfahren lässt und mit Gnade erfüllt. - Wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

So wirst du doch ausgegossen über diese Welt. 

So wirst du noch heute gesandt an deine Gemeinde. 

So möchten auch wir von dir einen neuen Anfang erwarten. - Wir rufen dich an:

R: Kyrie eleison.

Wir bitten besonders für die weltweite Christenheit und alle ökumenischen Bewegungen. Lass alle, die sich dabei engagieren, erfahren, wie jeder und jedem zum Segen werden kann in Gemeinden und Kirchen, über Konfessionsgrenzen hinweg, in ihren Familien und dort, wo sie arbeiten, wie auch dort wo sie sich in ihrer Umgebung einbringen mit ihrer Hilfe und ihren Anfragen, mit ihrer Freude und ihrer Kritik, ihren Gaben und ihrer eigenen Bedürftigkeit.  - Wir rufen dich an: (d)

R: Kyrie eleison.


Sendungswort

Christus spricht: Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit. Joh 14,16

*

Eingeständnis und Zusage

Als Gemeinde stehen wir im Auftrag Christi. Er sendet uns in die Welt und wir spüren selbst, wie sehr unser Einsatz gebraucht wird. Doch oft fehlt uns der Mut, damit ernst zu machen. Wir fühlen uns überfordert, alleingelassen, ohne Kraft. Wir wissen von uns aus nicht weiter und lassen uns durch Ängste lähmen. Bitten wir Gott um seine lösende Gnade: (e)            

=

Christus spricht: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn euch senden Joh 16,7


Kyrie-Litanei

Damit unser Leben Sinn und Ziel bekommt und wir erkennen, dass Gott der Herr ist. Dass sein Wort recht behält und nicht das Geschwätz der Leute - darum bitten wir um den Geist der Wahrheit und Besonnenheit und rufen:

Kyrie

Damit wir selber mutig und andere von Gottes Kraft überzeugt werden, damit Traurige froh werden, Menschen, die am Ende sind, neu beginnen können, Ausgeschlossene wieder mitmachen - darum bitten wir um den Geist der Weisheit und Stärke und rufen: 

Kyrie

Damit dort, wo wir leben und arbeiten, in unseren Familien und den Gemeinden Achtsamkeit und Vertrauen wächst, Verbindungen geknüpft werden und wir Anteil nehmen am Leben der anderen - darum bitten wir um den Geist der Liebe und Barmherzigkeit und rufen:(f)

Kyrie


Bereitung

Gott der Herr öffne unsere Augen und Herzen für seine große Einladung und unsere Hände öffne er für seine Gaben. Er will uns in seiner Nähe haben. An seinem Tisch ist für uns ein Platz, heute und immer, in der Gemeinde derer, die von seinem Geschenk her leben, die Christus nachfolgen möchten. Und wenn es in neue Aufgaben geht oder wenn Anfechtungen uns ängstigen, so will er uns im voraus gewiss machen: Seine Kraft und Hilfe trägt und begleitet uns. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. (g)


Präfation 

In Wahrheit ist es würdig und recht, /

unser Dienst und unsere Freude, /

+ dir, ewiger Gott, Dank zu sagen:

Denn du siehst, wie schwach wir Menschen sind. /

Du kennst unsere Mühe und unser Fragen /

+  und versteht selbst das, was unaussprechlich bleibt für uns. 

Aber du lässt uns mit unserer menschlichen Kraft nicht allein, /

sondern verheißt den Geist, der uns vertritt /

+  und hinausbringt über Zweifel und Bedrängnis. 

So singen wir dir inmitten deiner ganzen Schöpfung. /

So stehen wir in der Schar derer, die dich bezeugen seit Anbeginn der Welt. /

+ So stimmen wir ein in das Lob deiner Engel, das Himmel und Erde verbindet: (h)

Heilig, heilig, heilig ...


Abendmahlsgebet

Gelobt seist du, Gott des Himmels und der Erde. Du hast dich über deine Geschöpfe erbarmt und Jesus Christus gesandt zu unserer Erlösung. Wir bitten dich, barmherziger Gott: Sende deinen Heiligen Geist, damit wir mit diesem Brot und diesem Kelch Anteil bekommen an dem Leben, das in Jesus Christus erschienen ist:

Einsetzungsworte

Wir danken dir, Gott, Vater unseres Herrn Jesus Christus, für alles, was du durch ihn zu unserem Heil getan hast. Führe uns und diese Welt hin zu deiner Vollendung. Dir sei Ehre in Ewigkeit. (i)


Dankgebet

Ewiger, unser Gott. Wir haben einander das Brot gebrochen und den Kelch gereicht und so die Gemeinschaft von Leib und Blut deines Sohnes Jesus Christus empfangen. Wir bitten dich: Lass uns aus seiner Liebe mit Freude und in der Gewissheit leben, dass er selbst immer und überall unter uns ist, unser Bruder in deiner Gegenwart, unser Herr für Zeit und Ewigkeit. (k)

 

Quellen und Vorlagen

a - vgl. W. Milstein, Den Gottesdienst beginnen, Göttingen 1999, S. 61

b - neu (R.B.) 

c - vgl. Evangelisches Gottesdienstbuch, Berlin 2000, S. 339

d - vgl. H. Oosterhuis, Ganz nah ist dein Wort, Freiburg 1967, S. 131 ff.

e - neu (R.B.)

f - vgl. Beratungsstelle, Liturgie-Entwürfe für das Kirchenjahr, Frankfurt 1982, S. 171

g - vgl.  H. Nitschke (Hg), Abendmahl, Gütersloh 1977, S. 33 (Klever)

h -  neu (R.B.)

k - vgl. reihe gottesdienst 8/9 (Gebete), Hamburg 1978, S. 207