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Thematischer Gottesdienst  entsprechend dem "Elementaren Kirchenjahr"*


[Gericht und Ewigkeit] - Buße (November II)


Vorspiel


Eröffnung

 Wir sind versammelt im Vertrauen auf das Wort des Lebens, dass uns zugesagt ist in der Taufe: im Namen des Vaters und des  +  Sohnes und des Heiligen Geistes.(a)   R: Amen. 

Gott, der Ewige, der Heilige  und Allmächtige hat uns ins Leben gerufen und durch dieses Leben begleitet.  Er wird am Ende auch über unser Leben sein Urteil sprechen. Er kennt, was wir alles an Schuld auf uns laden. Wohl wissen wir, was gut ist, und dennoch tun wir oft das Böse. Dass wir nicht verzweifeln und zugrunde gehen angesichts der Last unserer Schuld, dazu hoffen wir auf Gottes tröstliches und befreiendes Wort. Er lasse uns den rechten Weg finden und vergebe uns jetzt und immer neu und in der Stunde unseres Todes  durch Jesus Christus, seinen Sohn, unsern Fürsprecher und Herrn. (b)


Lied zum Eingang:  Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr (eg 382,1-3)


Votum (Aufruf)

Wir haben nicht einen Hohepriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben. (Hebr 4,15.16)


Anrufungen
Wir erfahren - oft bestürzend -  wie unser Leben hinein verwoben ist in den Lauf der Welt. Wir sehen Missstände, verkehrte Entwicklungen, Zwänge, die unausweichlich scheinen. Wir fühlen uns ohnmächtig, oft überfordert.  So vieles bedrängt uns. Christus aber lädt uns ein zu sich und verspricht Befreiung. Darauf möchten wir uns einlassen und rufen:

G:  Heiliger Herre Gott (eg 185.4)

Wir spüren Bedrohung und Gefahren um uns her. Wir treffen auf Feindschaft an vielen Stellen. Und selbst haben wir unsere Vorbehalte gegen das Fremde. Unsere Sorge dreht sich häufig nur um das Eigene. So oft bestimmt Furcht unser Verhalten. Christus aber will Zuversicht wecken und verkündet Versöhnung. Darauf möchten wir uns einlassen und rufen:

G:  Heiliger Herre Gott (eg 185.4)

Wir suchen Frieden und wollen keine Gewalt - doch wieviel menschliche Kraft dient der Vernichtung. Wir streben nach Gerechtigkeit auf dieser Erde - doch wieviel tragen wir zu ungerechten Verhältnissen bei. Wir hoffen, dass die Schöpfung bewahrt bleibt - doch wie gedankenlos und bequem verhalten wir uns oft. Christus aber ermutigt zur Umkehr und verheißt seinen Frieden. Darauf möchten wir uns einlassen und rufen: (c)

G:  Heiliger Herre Gott (eg 185.4)


Tagesgebet

Beten wir weiter in der Stille zu Gott, der uns erwartet mit offenen Armen: - Stille - 

Du leugnest und verkleinerst unsere Sünden nicht, aber du bist bereit, zu vergeben, Gott. Wir können wieder weiter mit unserer Schuld, weil du uns nicht verurteilt hast, sondern wagen, neu zu beginnen. Lass uns die neuen Lebensmöglichkeiten dankbar ergreifen und gib uns die Kraft, deiner Weisung zu folgen. So bitten wir um Jesu Christi willen , unseres Bruders und Herrn. (d)

oder

Wer auch mit dir gebrochen hat, kann umkehren und zu dir zurückfinden. Denn bei dir ist nichts unheilbar, weil deine Liebe unwiderruflich ist. Erinnere uns an dich, unsern Vater, dass wir uns aufmachen zu dir, von dem wir das Leben neu geschenkt erhalten wie unverdientes Glück von Tag zu Tag und alle Zeit, ja auf immer und ewig. (e)


Prophetie:  Joel 2,12-18 - Ruf zur Umkehr 


Graduale: Psalm 143 - Herr, erhöre mein Gebet (eg 755)

oder Psalm 126 - Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird (eg 750)

oder Reimpsalm 143 (in Auswahl) - Vernimm mein Flehen, HERR, und höre (f)

oder Singpsalm 143 - Bei dir ist die Vergebung (g)

oder Psalmlied - Aus tiefer Not schrei ich zu dir (eg 299 in Auswahl)


Epistel: Römer 2,1-5(6-11) - Gottes Urteil


Halleluja

Halleluja -  HERR, deine Barmherzigkeit ist groß,* erquicke mich nach deinem Recht.  Halleluja. (Ps 119,156 )

[Halleluja -] In Christus haben wir die Erlösung,  * die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade . Halleluja.  (Eph 1,7)


Evangelium: Lukas 13,6-9 - Das Gleichnis des Feigenbaums


Bittgesang: Allein zu dir, Herr Jesu Christ  (eg 232,1-3)


Predigt


Besinnung (Musik)


Bekenntnis
Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingeborenen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. (1. Joh 4,9) Ihm wollen wir uns im Glauben anvertrauen:

G: Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen ... (Apostolicum)


Fürbitten  (Eingeständnis)

Von Gott mit reichen Gaben und Fähigkeiten beschenkt, merken wir, dass wir sie nicht immer richtig genutzt haben, dass wir oft an unsere Grenzen kommen, weil wir verkehrte Wege gewählt haben, dass wir Gott Hilfe zum Neubeginn brauchen. - Wir bitten um sein Erbarmen:

Wie wenig achten wir Gottes Weisungen und seinen Trost; wie leicht verschließen wir uns einem Ruf, der an uns gerichtet wird; wie selten folgen wir der Stimme unseres Gewissens -

G: Ohren gabst du mir, hören kann ich nicht .. .(eg 236,1)

Wie blind sind wir oft für die Schönheit der Welt; wie leicht lassen wir uns blenden von falschem Schein; wie achtlos gehen wir der Not anderer vorbei -

G: Augen gabst du mir, sehen kann ich nicht ....(eg 236,2)

Wie mühsam empfinden wir, was wir tun sollen ; wie zögerlich wagen wir uns an Ungewohntes; wie wenig sorgsam und wie bequem sind wir oft -

G: Hände gabst du mir, schaffen kann ich nicht....(eg 236,3)

Wie leicht verstummen wir, wo wir reden müssten; wie schwer fällt es uns, ehrlich zu bleiben; wie leichtfertig sind wir manchmal in unseren Urteilen - 

G:  Lippen gabst du mir, loben kann ich nicht ... .(eg 236,4)

Wie undankbar erweisen wir uns immer wieder;  wie widerwillig nur können wir  Leid annehmen; wie schnell verzagen wir und lassen uns von Angst überwältigen - 

G:  Leben gabst du mir, glauben kann ich nicht ....(eg 236,5)

Wie selbstbezogen sind viele unserer Entscheidungen; wie hart und gnadenlos können unsere Herzen sein; wie verschlossen sind wir in uns selbst - (h)

G:  Menschen gabst du mir, lieben kann ich nicht ... .(eg 236,6)

Treuer Gott, du erträgst es nicht, dass einer deiner Menschen verloren geht. Du suchst uns auf, auch wo wir uns von dir entfernen. Viel mehr als wir dich suchen, bist du auf der Suche nach uns. Deiner erfinderischen Liebe  vertrauen wir uns an [und bitten um Vergebung], wie sie verheißen ist in Jesus Christus, deinem Sohn. (i)


Vaterunser


Lied zum Ausgang:  Nun lob mein Seel, den Herren  (eg 289,1.2.4)


Abkündigungen


Schlussgesang: Lass mich dein sein und bleiben (eg 421)


Segen

Der Gott des Friedens heilige uns durch und durch und bewahre unsern Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.  (1. Thess 5, 23) 

Der Segen Gottes und seine Barmherzigkeit komme über uns durch seine Gnade und Menschenliebe, jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. (k)


Nachspiel



Wird der Gottesdienst mit Abendmahl gefeiert,  kann er mit folgenden Stücken gestaltet bzw. erweitert werden: 


Es gibt kein besonderes Eingeständnis zu Beginn, sondern folgt dem Glaubensbekenntnis: 

Eingeständnis = Fürbitten (s.o.)


Zusage 

In Christus  haben wir die Erlösung..., die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade. (Eph 1,7) - Wir dürfen gewiss sein: Der allmächtige Gott hat sich über uns erbarmt und sich uns zugewandt in seinem Sohn Jesus Christus. Durch ihn sind Sünde und Tod überwunden. Aus seiner Vergebung können wir leben. Was gewesen ist, soll nicht mehr beschweren. Was kommen kann, muss uns nicht schrecken. Gottes Gnade ist unseres Lebens Freude und Kraft. R: Amen.

Lied zur Bereitung:   Du hast zu deinem Abendmahl (eg 224,1-3)


Dialog - Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, /

unser Dienst und unsere Freude, /

+ dir, ewiger Gott, Dank zu sagen:

Denn du gibst uns Mut zur Umkehr, /

+ weil du uns richtet nach deiner barmherzigen Gerechtigkeit.

In Christus hast du uns erlöst aus unserer Schuld /

+ und befreit von den Mächten, denen wir verfallen waren.

So erneuerst du uns mit deinem Geist durch und durch, /

dass wir Zeugen deiner Güte werden können.

Darum loben wir dich mit deiner ganzen Schöpfung /

Darum stehen wir in der Schar derer, die dir vertrauen seit Anbeginn der Welt. /

Darum stimmen wir ein in das Lob deiner herrlichen Gnade /

+ und bekennen mit allen deinen Engeln ohne Ende:(l)

Heilig, heilig, heilig ...


Abendmahlsgebet

Wir preisen dich, Gott, und singen dir unser Lob. Du hast nicht der Sünde und dem Tod überlassen, was du in Güte geschaffen hast. Durch Christus, dein Wort, ruft du uns alle zum Leben. Er ist gekommen, hat unser Leben auf Erden geteilt, unsere Schuld auf sich genommen und Frieden gemacht zwischen dir und den Menschen.

Einsetzungsworte

Darum danken wir dir, Gott, für das Leben und das Leiden deines Sohnes, für sein Opfer am Kreuz. Wir preisen seine Auferstehung, den Sieg über Unheil und Tod. Schenke uns den Heiligen Geist und erneure durch ihn unser Leben. Durch ihn segne diese Gaben, das wir empfangen das Brot des Lebens und den Kelch des Heils. Verbinde alle, die teilhaben an Christi Leib und Blut, in der Einheit des Glaubens, in der Gemeinschaft der Liebe, in der Hoffnung auf dein Reich durch ihn, Christus, unsern Bruder und Herrn. (m)


Vaterunser - Brotbrechen - Agnus Dei - Einladung - Austeilung 


Dankgebet

Wir danken dir, Gott, dass deine Gnade uns befreit von dem ängstlichen Bemühen, uns rechtfertigen zu müssen vor dir. Im Mahl deines Sohnes gibst du uns das Zeichen, dass wir dir recht sind allein um Jesu Christi willen. Lass uns darum getrost leben im Vertrauen auf ihn, [Christus,] unsern Bruder und Herrn. (n)



Quellen, Vorlagen, Hinweise

Soweit nicht anders angegeben sind Bibelverse wörtlich zitiert aus: Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers in der revidierten Fassung von 1984, durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung, © 1999, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

*  Liturgische Konferenz  (Hg) Gottesdienst von Monat zu Monat - Elementares Kirchenjahr, 2009

a - vgl. Eröffnungsformel in der Lutherischen Kirche von Kanada

b - vgl. M. Josuttis, Erleuchte uns mit deinem Licht, Gütersloh 2009, S. 235

c - vgl.  H. Nitschke (Hg), Volkstrauertag, Bußtag, Totensonntag, Gütersloh, 1979, S. 62 (W. Schröder)

d - vgl. H. Oosterhuis, Ganz nah ist dein Wort, Freiburg/B. 1967, S.
e - vgl.   H. Oosterhuis, Ganz nah ist dein Wort, Freiburg/B. 1967, S.

 f - vgl. Ausgabe des Evangelischen Gesangbuchs der Evangelishch-reformierten Kirche

g - vgl. Evangelisches Tagzeitenbuch, 5. Aufl., Göttingen 2003, Nr. 768

i -  vgl.  H. Oosterhuis, Ganz nah ist dein Wort, Freiburg/B. 1967, S.

k - vgl. Schlusssegen aus der orthodoxen Chrysostomos-Liturgie

l - vgl. Reformierte Liturgie, Wuppertal 1999, S. 252  

m- vgl.  Reformierte Liturgie, Wuppertal 1999, S. 361
n - vgl.  Evangelisches Gottesdienstbuch, Berlin 2000, S. 437